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Gemeinsam für mehr Jugendbeschäftigung

4. Juli 2013

Die Jugendarbeitslosigkeit zu bekämpfen, ist eines der drängendsten Anliegen in Europa. Das Bundeskabinett hat dazu ein Positionspapier verabschiedet, das einen Überblick über die Anstrengungen und Maßnahmen der Bundesregierung gibt.

Zwei Jugendliche stehen vor der Europaflagge.

Jeder fünfte Jugendliche aus den Mitgliedstaaten der EU war 2012 arbeitslos. Bei den 15 bis 24-Jährigen liegt die Zahl der Arbeitslosen bei 22,8 Prozent. Das ist für die Jugendlichen frustrierend und lässt die Gefahr von Armut steigen. Denn langfristig wirkt sich die Arbeitslosigkeit negativ auf die Wirtschaftskraft, die Wettbewerbsfähigkeit und den Zusammenhalt in Europa aus.

Die Bundesregierung setzt deshalb an verschiedenen Punkten an, um auf nationaler und europäischer Ebene mehr für Jugendbeschäftigung zu tun. Das Positionspapier "Stärkung des europäischen Arbeitsmarktes - Maßnahmen zur Förderung der Jugendbeschäftigung in der Europäischen Union" gibt einen Überblick über die Maßnahmen und Ziele:

Mitgliedstaaten in der Pflicht

Im Positionspapier wird betont, dass in erster Linie die EU-Mitgliedstaaten in der Pflicht sind, Strukturreformen umzusetzen. Das umfasst eine aktive und vorausschauende Arbeitsmarktpolitik sowie eine passgenau ausgestaltete, qualitativ hochwertige und betriebsnahe berufliche Bildung. Ziel ist es, Wachstum und Beschäftigung zu fördern.

Voneinander lernen

Die Länder Europas sollen verstärkt voneinander lernen. Bewährte Praktiken sollen ausgetauscht werden. Im Ausland stößt vor allem das erfolgreiche duale Ausbildungssystem Deutschlands auf großes Interesse. Bilateral tauscht sich die Bundesregierung mit anderen europäischen Regierungen konkret dazu, aber auch über die Arbeitsmarkt- und Bildungspolitik insgesamt aus. Mit Italien, Spanien, Griechenland und Portugal sind entsprechende Vereinbarungen geschlossen worden.

Auf EU-Ebene hat die Bundesregierung die Europäische Jugendgarantie angestoßen. Alle arbeitslosen Jugendlichen unter 25 Jahren sollen binnen vier Monaten eine hochwertige Arbeitsstelle oder Weiterbildung angeboten bekommen.

Mobilität erleichtern

Die Bundesregierung will die berufliche Mobilität in der EU erleichtern und hat hierzu das Sonderprogramm "MobiPro-EU" aufgelegt. Damit können Hindernisse abgebaut werden, die eine Beschäftigung in Deutschland erschweren, wie zum Beispiel fehlende Sprachkenntnisse.

Das Programm ermöglicht es den Jugendlichen in der Heimat oder in Deutschland an Sprachkursen teilzunehmen. Auch ein Praktikum oder einer Berufsausbildung in Deutschland können zukünftig finanziell unterstützt werden. Zudem können Kosten übernommen werden, wenn qualifizierte Fachkräfte ein Anerkennungsverfahren für reglementierte Engpassberufe durchlaufen.

Für das Programm stehen bis zum Jahr 2016 etwa 140 Millionen Euro zur Verfügung.

Mittel für Jugendbeschäftigung einsetzen

Noch nicht gebundene Mittel aus der aktuellen Förderperiode sollen künftig dafür eingesetzt werden, Jugendbeschäftigung zu fördern. 16 Milliarden Euro aus dem EU-Strukturfonds wurden bereits umgewidmet. Damit sollen bis zum Jahr 2015 nicht nur 760.000 junge Menschen sondern auch bis zu 55.000 kleine und mittleren Unternehmen gefördert werden.

Für die Zeit ab 2014 befürwortet die Bundesregierung dann einen zielgerichteteren Mitteleinsatz. Mit ESF-Mitteln sollen Jugendliche in den Arbeitsmarkt integriert werden sowie einen besseren Übergang ins Berufsleben ermöglicht bekommen.

Regionen mit einer Jugendarbeitslosigkeit von über 25 Prozent erhalten im Zeitraum 2014 bis 2020 sechs Milliarden Euro. Die Mittel sollen in Beschäftigungsinitiativen für junge Menschen fließen. 

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