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Leben wir heute länger als früher?

Die Lebenserwartung bei Geburt hat sich in den letzten rund 150 Jahren in etwa verdoppelt.

 

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JahrMännerFrauen
1871/18819,610
1881/18909,810,3
1891/190010,110,6
1901/191010,411,1
1924/192611,512,2
1932/193411,912,6
1949/195112,813,7
1960/196212,414,6
1964/196612,315,1
1968/197011,814,9
1972/197412,215,5
1976/197812,616,1
1980/198213,116,8
1984/198613,717,5
1988/199014,218
1992/199414,518,2
1996/199815,118,9
2000/200215,919,6
2004/200616,820,2
2008/201017,320,6
2014/201617,821,0
2017/201917,921,1

Hinweise zur Interpretation

Die Lebenserwartung in Deutschland ist in den vergangenen knapp 150 Jahren massiv angestiegen. So hat sich die Lebenserwartung bei Geburt seit 1871 bei beiden Geschlechtern in etwa verdoppelt und liegt aktuell bei 78,6 Jahren (Männer) bzw. 83,4 Jahren (Frauen). Diese Entwicklung ist wesentlich auf in dieser Zeitspanne verbesserte Ernährungs-, Hygiene- und Wohnbedingungen zurückzuführen, die die Mortalität von Säuglingen, Kindern und Müttern deutlich senkten.

Die in der jüngeren Vergangenheit zu beobachtende Zunahme der Langlebigkeit schlägt sich wiederum in der ferneren Lebenserwartung ab einem Alter von 65 Jahren nieder. Sie beträgt bei Männern 17,9 Jahre und bei Frauen 21,1 Jahre, womit sich die verbleibende Lebenszeit 65-Jähriger in den letzten 40 Jahren für beide Geschlechter um etwa fünf Jahre erhöht hat. Dabei hat sich der Anstieg der Lebenserwartung in den letzten Jahren abgeschwächt, zwischen 2014/2016 und 2017/2019 ist die fernere Lebenserwartung für Männer und Frauen annähernd konstant geblieben. Aktuelle Bevölkerungsvorausberechnungen gehen jedoch weiterhin von einem künftigen Anstieg der Lebenserwartung aus.

Definition

Bei den Sterbetafeln des Statistischen Bundesamtes (Periodentafeln) handelt sich um eine Momentaufnahme der Sterblichkeitsverhältnisse der gesamten Bevölkerung für den jeweiligen Zeitpunkt. Eine Prognose der zukünftigen Entwicklung der Lebenserwartung ist nicht eingeschlossen. Die Lebenserwartung Neugeborener gibt an, wie lange sie den aktuellen Überlebensverhältnissen entsprechend durchschnittlich leben würden. 65-Jährige erreichen statistisch gesehen ein höheres Lebensalter als Neugeborene, weil Sterberisiken vor dem Alter 65 bereits überlebt wurden. Es handelt sich um Durchschnittswerte für die Gesamtbevölkerung, die in unterschiedlichen demografischen Gruppen unterschiedlich hoch ausfallen können. Bekannt sind insbesondere Unterschiede nach Bildung, Einkommen und Gesundheit.

Bekommen wir heute weniger Kinder als früher?

Seit Ende der 1970er Jahre liegt die Zahl der Geburten unter dem bestandserhaltenden Niveau.

 

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Jahr195219551958196119641967197019731976197919821985198819911994199720002003200620092012201520172019
alte Bundesländer*2,072,12,282,452,542,492,011,541,451,381,411,281,411,421,351,441,411,361,341,351,41,51,581,56
neue Bundesländer2,42,332,212,42,512,342,191,581,641,91,861,731,670,980,771,041,211,261,31,41,481,561,611,56

* ab 2001 ohne Berlin West/Ost

Zusammengefasste Geburtenziffer (durchschnittliche Kinderzahl je Frau): Summe der altersspezifischen Geburtenziffern nach der Geburtsjahrmethode.
Ab 2011: Ergebnisse auf Grundlage des Zensus 2011.

Hinweise zur Interpretation

Für das frühere Bundesgebiet werden zunächst das Geburtenhoch der 1960er Jahre und der Geburtenrückgang in den 1970er Jahren sichtbar. Durch den Anstieg der Kinderlosigkeit und den Rückgang der Kinderanzahl pro Frau sinkt die Geburtenrate.

In den Jahren danach bleibt die Geburtenrate in etwa bei 1,4 Kindern pro Frau konstant. Diese Anzahl an Kindern reicht nicht aus, um die Elterngeneration zu ersetzen und die Bevölkerungszahl konstant zu halten. Hierfür wäre eine Geburtenziffer von 2,1 Kindern je Frau notwendig. In der DDR lag die Geburtenzahl Ende der 1970er und in den 1980er Jahren deutlich über dem westdeutschen Niveau. Nach der Wiedervereinigung kam es hier zu einem historischen Tief der Geburtenzahl, der seitdem anhaltende Anstieg scheint bisher ungebrochen.

In jüngster Zeit zeichnet sich ein leichter Anstieg des Geburtenniveaus auf eine Geburtenrate von gut 1,5 ab. Dies hat bei deutschen Frauen u.a. mit einem Timing-Effekt (mehr Kinder von Frauen im Alter zwischen 30 und 40 Jahren) zu tun. Dazu kommt eine deutliche Zunahme der Geburtenziffer ausländischer Frauen in Folge der starken Zuwanderung. Dieser Effekt ist jedoch vermutlich eher temporärer Natur. Ein dauerhafter deutlicher Anstieg der Geburtenziffer, der langfristig eine Abmilderung des Rückgangs der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter bewirken könnte, ist insgesamt nicht zu erkennen.

Definition

Die zusammengefasste Geburtenziffer ist die Summe aller altersspezifischen Geburtenziffern der Frauen im Alter von 15 bis 49 Jahren für ein Kalenderjahr. Sie ist eine zusammengesetzte, hypothetische Kennziffer und gibt an, wie viele Kinder je Frau geboren würden, wenn für deren ganzes Leben die altersspezifischen Geburtenziffern des jeweils betrachteten Kalenderjahres gelten würden. Die zusammengefasste Geburtenziffer hat den Nachteil, dass sie durch das Vorziehen von Geburten in ein niedrigeres oder das Verschieben in ein höheres Lebensalter beeinflusst wird. Damit wird in den letzten Jahren die tatsächliche Fertilität der Frauen durch die zunehmende Zahl von Geburten im höheren Alter unterschätzt.

Ist die Bevölkerungsentwicklung eine Belastung für das Sozialsystem?

Ab 2025 wird der Altenquotient stark ansteigen, die Geburtenziffer aber niedrig bleiben.

 

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Jahr19501955196019651970197519801985199019952000200520102015202020252030203520402045205020552060
Altenquotient16,2618,0519,2921,6824,5726,6126,8823,7423,5724,7426,7631,6933,8134,7436,7440,6247,0452,3452,6152,7653,7956,2657,52
Jugendquotient50,7950,2147,2750,0753,3651,1646,3438,1734,2534,2633,9832,9230,2730,2630,7332,2034,1435,1333,8632,8232,7733,7434,64
Gesamtquotient67,0568,2666,5671,7677,9377,7873,2161,9157,825960,7464,6164,086567,4772,8181,1887,4786,4785,5886,5590,0092,16

Hinweise zur Interpretation

Die Abhängigenquotienten (d.h. der Alten- und Jugendquotient sowie der entsprechende Gesamtquotient) spiegeln das jeweilige quantitative Verhältnis der Bevölkerung im nichterwerbsfähigen Alter (Zähler) zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (Nenner) wider. Ein Gesamtquotient unterhalb von 100 ergibt sich, wenn die Anzahl der Erwerbsfähigen höher ist als die der Summe aus Alten und Jungen. Sind beide Vergleichsgruppen gleich groß, ergibt sich ein Wert von 100.

Der Hintergrund der Kennzahlen ist die Überlegung, dass nur die Erwerbstätigen im engeren Sinne wirtschaftlich produktiv sind und das Leben der Jungen sowie der schon im Ruhestand weilenden Alten finanzieren müssen. Beide Quotienten folgen unterschiedlichen Entwicklungslinien. Niedrige Geburtenzahlen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren, ihr starker Anstieg bis zu den Baby-Boomer-Jahrgängen und das darauffolgende Absinken führen dazu, dass der Jugendquotient zu Beginn der 1970er Jahre seine Höchstwerte erreichte und anschließend deutlich abfiel. Seit Mitte der 1980er Jahre geht der Wert geringfügig aber beständig zurück. Der Altenquotient ist von niedrigem Niveau ausgehend bis Ende der 1970er Jahre angestiegen und wird nach aktuellen Vorausberechnungen etwa ab 2025 bis 2035 erneut stark steigen, weil dann die Babyboomer das Rentenalter erreichen. Danach erfolgt jedoch kein Rückgang, weil die Geburtenziffer seit 1970 auf niedrigem Niveau verharrt. Beide Quotienten spiegeln den demografischen Wandel und verdeutlichen die zunehmenden Herausforderungen für die sozialen Sicherungssysteme auf der Einnahmen- und Ausgabenseite.

Definition

Der Altenquotient wird als Verhältnis der 65-Jährigen und älteren zu den Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 64 Jahren gebildet, der Jugendquotient als Verhältnis der Personen im Alter von 0 bis 19 Jahren zu den Personen im erwerbsfähigen Alter. Angegeben ist die Anzahl Älterer bzw. Jüngerer je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Der Gesamtquotient ist die Summe aus Alten- und Jugendquotient. So entfielen im Jahr 2017 auf 100 Personen im Erwerbsalter 66 Personen, die jünger als 20 Jahre oder 65 Jahre und älter waren. Daraus ergibt sich ein Quotient von 66.

Dargestellt sind Werte ab 2011 gemäß Zensus 2011; Werte ab 2019 Ergebnisse der 14. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes; Variante 2 (G2-L2-W2) - Moderate Entwicklung (durchschnittlicher Wanderungssaldo + 221.000 jährlich).

Arbeiten wir heute länger als früher?

Die Erwerbstätigenquote der 60- bis 64-Jährigen ist im Vergleich zu den übrigen Erwerbstätigen stark gestiegen.

 

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Jahr20002002200420062008201020122014201620182020
20 bis 64 Jahre68,768,867,971,1747576,977,778,679,980,0
55 bis 59 Jahre56,459,461,364,368,871,775,177,279,480,881,2
60 bis 64 Jahre19,622,225,329,735,141,146,652,65660,360,7

Hinweise zur Interpretation

Die Erwerbstätigenquote in der Altersgruppe der 60- bis 64-Jährigen ist seit dem Jahr 2000 im Vergleich zu den übrigen Erwerbstätigen überdurchschnittlich stark angestiegen. Mit einem Anstieg von rund 20 Prozent auf gut 60 Prozent im Jahr 2020, hat sie sich insgesamt verdreifacht. Bei Frauen hat sich die Erwerbstätigenquote dieser Altersgruppe seit 2000 sogar mehr als vervierfacht, bei Männern mehr als verdoppelt.

Definition

Erwerbstätigenquoten zeigen den Anteil der Erwerbstätigen an der gleichaltrigen Bevölkerung. Die aufgeführten Quoten richten sich durchgängig nach den international gebräuchlichen Kriterien der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO), nach denen jede Person im erwerbsfähigen Alter, die in einem einwöchigen Berichtszeitraum mindestens eine Stunde lang entgeltlich gearbeitet hat, als erwerbstätig gilt.

Zu den Erwerbstätigen werden hierbei Personen in einem Arbeitsverhältnis sowie Personen, die selbstständig ein Gewerbe oder eine Landwirtschaft betreiben, sowie mithelfende Familienangehörige (auch ohne Bezahlung) gezählt.

Rente