Was sind Kinderberücksichtigungszeiten in der gesetzlichen Rentenversicherung?

Berücksichtigungszeiten sind eigenständige rentenrechtliche Zeiten (siehe dazu auch die Frage "Wird Familienarbeit in Form von Kindererziehung rentenrechtlich eigentlich berücksichtigt?"). Kinderberücksichtigungszeiten wirken sich in den folgenden Fällen günstig aus:

  • Berücksichtigungszeiten werden auf die Wartezeit von 35 Jahren für die Altersrente für langjährig Versicherte und für die Altersrente für schwerbehinderte Menschen angerechnet. Sie zählen außerdem für die Wartezeit von 45 Jahren für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte.
  • Mit Berücksichtigungszeiten kann der Anspruch auf Rente wegen verminderter Erwerbsfähigkeit aufrechterhalten werden. Dies erfolgt dadurch, dass der Zeitraum von fünf Jahren, in dem drei Jahre Pflichtbeiträge vorhanden sein müssen, um die Berücksichtigungszeiten verlängert wird.
  • Während der Berücksichtigungszeit werden die Rentenanwartschaften von Erziehungspersonen ab 1992 unter bestimmten Voraussetzungen aufgewertet.
  • Berücksichtigungszeiten spielen bei der Rentenberechnung für die Bewertung der beitragsfreien und beitragsgeminderten Zeiten eine wichtige Rolle, indem sie insgesamt eine bessere Bewertung dieser Zeiten bewirken.
  • Berücksichtigungszeiten helfen, die Voraussetzungen für Mindestentgeltpunkte bei geringem Arbeitsentgelt zu erfüllen, die für Zeiten vor 1992 ermittelt werden können. Hierfür müssen 35 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten zurückgelegt sein, zu denen auch die Berücksichtigungszeiten zählen.