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Beschäftigungs- und Sozialpolitik im Rahmen von G7 / G20

10. August 2020

Internationaler Austausch: Deutschland ist sowohl Mitglied der Gruppe der sieben führenden Industriestaaten (G7) als auch der Gruppe der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20).

Zwei Hände halten eine kleine Weltkugel.

Bei der G7 und der G20 handelt es sich um informelle Foren für multilaterale Zusammenarbeit, die in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen haben. Die Staats- und Regierungschefs dieser Mitgliedsländer treffen sich in regelmäßigen Abständen zu Gipfeltreffen, um globale Themen und Fragestellungen zu diskutieren und abzustimmen. Daneben gibt es regelmäßige Treffen der verschiedenen Ressorts, wie beispielsweise der Arbeits- und Beschäftigungsminister.

Die G7

Zur „Gruppe der Sieben“ (G7) gehören Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada und die Vereinigten Staaten von Amerika, außerdem ist die Europäische Kommission vertreten. Der Vorsitz der Gruppe wechselt jährlich unter den Mitgliedern. Deutschland hatte zuletzt 2015 den G7-Vorsitz und wird planmäßig 2022 erneut die Präsidentschaft übernehmen.

Arbeits- und Sozialpolitik der G7

Während der deutschen G7-Präsidentschaft 2015 konnte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) gemeinsam mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) das Thema "Standards in Lieferketten: Gute Arbeit weltweit fördern" auf die Agenda setzen. Es fand Eingang in die Abschlusserklärung, welche die G7-Regierungschefs bei ihrem Gipfel im Juni 2015 in Elmau verabschiedeten. Angestoßen wurden zahlreiche konkrete Projekte, um das Thema weltweit voranzubringen, beispielsweise in Foren wie G20 oder bei der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Seit der DEU G7-Präsidentschaft 2015 tauschten sich die Arbeitsminister und -ministerinnen intensiv zu den Themen Zukunft der Arbeit und soziale Gerechtigkeit in einer globalisierten Arbeitswelt aus.

Mehr über Entstehung und Arbeitsweise der G7 erfahren Sie hier:

Informationen zu G7 auf www.bundesregierung.de

G20

Die "Gruppe der Zwanzig" (G20) existiert bereits seit 1999. Das Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs der G20-Mitglieder 2009 in Pittsburgh/USA stellte jedoch einen wichtigen Einschnitt dar: Unter dem Eindruck der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise beschlossen sie, die G20 zum zentralen Forum für die internationale wirtschaftliche Zusammenarbeit zu machen. Die G20 ist wie die G7 ein informelles Forum. Sie ist keine internationale Organisation, sie besitzt weder einen eigenen Verwaltungsapparat noch eine permanente Vertretung ihrer Mitglieder.

Der G20 gehören neben Deutschland die folgenden 18 Staaten an: Argentinien, Australien, Brasilien, China, Frankreich, Großbritannien, Indien, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Mexico, Russland, Saudi-Arabien, Südafrika, Südkorea, Türkei und die Vereinigten Staaten von Amerika. Darüber hinaus ist die EU vertreten. Wie auch bei den G7 wechselt jährlich die Präsidentschaft.

Arbeits- und Sozialpolitik der G20

Im Zeichen der Finanz- und Wirtschaftskrise berief der G20-Gipfel 2009 in Pittsburgh das erste G20 Arbeits- und Beschäftigungsministertreffen ein, um Fragen der Arbeits- und Sozialpolitik gleichberechtigt mit Fragen der Wirtschafts- und Finanzpolitik zu diskutieren. Die Gipfelerklärung von Pittsburgh betonte, dass "hochwertige Arbeitsplätze im Mittelpunkt der Erholung" von den Folgen der Krise stehen. Das erste Treffen der G20 Arbeits- und Beschäftigungsminister erfolgte im April 2010 unter US-amerikanischem Vorsitz in Washington.

Vom 1. Dezember 2016 bis 30. November 2017 hatte Deutschland die G20-Präsidentschaft inne. Das BMAS hat im Rahmen der Präsidentschaft die Bekämpfung von Ungleichheiten und die Förderung von inklusivem Wirtschaftswachstums innerhalb der G20 konsequent vorangebracht. Gemeinsam mit den G20-Partnern wurden konkrete Handlungsoptionen und Politikempfehlungen erarbeitet, um dem gemeinsamen Ziel - der Schaffung von inklusiven, produktiven und zukunftsfähigen Arbeitsmärkten - einen wesentlichen Schritt näherzukommen. Die Themenschwerpunkte lauteten:

  • Verbesserung der Qualität von Frauenerwerbstätigkeit
  • Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten
  • Förderung nachhaltiger globaler Lieferketten
  • Gestaltung der Zukunft der Arbeit

Auf die deutsche G20-Präsidentschaft folgten Argentinien im Jahr 2018 und Japan in 2019. Seit dem 1. Dezember 2019 hat Saudi-Arabien die Präsidentschaft inne. Für den Bereich der Arbeits- und Sozialpolitik hat Saudi-Arabien die folgenden Schwerpunktthemen gesetzt: 1. Jugendbeschäftigung, 2. Zukunft der Arbeit sowie 3. "Behavioral Insights". Darüber hinaus ist die Gleichstellung von Männern und Frauen ein Querschnittsthema in allen Arbeitsgruppen.

Mit dem Ausbruch der COVID-19 Pandemie spielen die Folgen der Krise für Beschäftigung und soziale Sicherung auch im Rahmen der G20 und in der G20-Arbeitsgruppe Beschäftigung eine wichtige Rolle. Im April 2020 fand hierzu ein virtuelles Treffen der G20-Arbeits- und Beschäftigungsminister/innen statt, bei dem über Maßnahmen zur Bewältigung der sozial- und beschäftigungspolitischen Herausforderungen der Krise diskutiert wurde. Mit der Verabschiedung eines gemeinsamen Statements bekannten sich die Minister/innen zur Zusammenarbeit und zur gemeinsamen Erarbeitung von Lösungsansätzen zur Abfederung der Auswirkungen der Pandemie weltweit. Diese Beschlüsse sollen bei diesjährigen Arbeits- und Beschäftigungsministertreffen am 9. und 10. September 2020 konkretisiert werden.

Abschlusserklärungen der G20-Arbeits- und Beschäftigungsministertreffen sowie der G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs

Grup­pe der Sie­ben (G7) / Grup­pe der Acht (G8)

Informationen über Arbeitsweise und Entstehung der G7 und der G8 finden Sie auf der Seite der Bundesregierung.

Grup­pe der Zwan­zig (G20)

Informationen zur jeweiligen G20-Präsidentschaft auf der internationalen Website.

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