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Information und Beratung der Unionsbürgerinnen und - bürger, EU-Sozialrechtskoordinierung

11. April 2018

Sie planen einen Aufenthalt im EU-Ausland, in Norwegen, Island, Liechtenstein oder der Schweiz? Als Arbeitnehmerin oder Urlauber? Oder Sie wollen im Ausland wohnen, z. B. um dort Ihre Zeit als Rentner zu verbringen? Dann müssen Sie einiges beachten, um auf der "sozial sicheren Seite" zu bleiben.

An einer Wäscheleine hängen drei Zettel, auf denen eine Sprechblase mit einem Ausrufezeichen oder Fragezeichen abgebildet ist.

Aufenthalt oder Wohnen im EU-Ausland, Norwegen, Island, Liechtenstein oder der Schweiz

Falls Sie als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin in einem Mitgliedstaat eine Beschäftigung ausüben wollen, gelten für Sie grundsätzlich die Rechtsvorschriften des Beschäftigungsstaates. Für Unionsbürgerinnen und -bürger, die z. B. bei einem Arbeitgeber in Deutschland beschäftigt sind, gelten demnach grundsätzlich die deutschen Rechtsvorschriften zur sozialen Sicherheit. Ausnahmen von der genannten Grundregel gelten vor allem für aus anderen Mitgliedstaaten entsandte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und für Personen, die in zwei oder mehr Mitgliedstaaten beschäftigt sind. Detaillierte Informationen, welche Regelungen in diesen besonderen Fällen Anwendung finden, erhalten Sie im "Praktischen Leitfaden zum anwendbaren Recht in der EU, dem EWR und der Schweiz (2013)" der Europäischen Kommission und auf der Homepage der Deutschen Verbindungsstelle Krankenversicherung - Ausland (DVKA).

Handhabung der Bescheinigung A 1 bei kurzfristig anberaumten und kurzzeitigen Tätigkeiten im EU-Ausland, den EWR-Staaten Island, Liechtenstein und Norwegen sowie der Schweiz

Wenn Sie einen Kurzaufenthalt oder Urlaub im Ausland machen, können Sie medizinische Leistungen, etwa bei einem Arzt oder in einem Krankenhaus, die während eines Urlaubs oder anderen vorübergehenden Aufenthalts in einem dieser Länder notwendig werden, zu denselben Bedingungen wie die Staatsangehörigen des betreffenden Landes in Anspruch nehmen. Ihre Europäische Krankenversicherungskarte hilft Ihnen dabei, Ihre Ansprüche nachzuweisen. In Deutschland gesetzlich krankenversicherte Personen haben diese sogenannte EHIC in der Regel auf der Rückseite der Gesundheitskarte abgedruckt. Auf der Internetseite der Europäischen Kommission sind Beispiele für EHICs aus sämtlichen EU-Staaten abgebildet. Dort finden Sie außerdem Informationen zum Umfang der Krankenbehandlung und zu den Gesundheitssystemen der einzelnen EU-Länder.

Leben Sie im Ausland? Unabhängig davon, wo Sie tatsächlich versichert sind, haben Sie in Ihrem Wohnsitzland Anspruch auf Sachleistungen im Krankheitsfall, etwa medizinische Leistungen und Medikamente. Dabei steht Ihnen genau dieselbe Behandlung zu wie Staatsangehörigen des betreffenden Landes. Falls Sie außerhalb Ihres Wohnsitzlandes versichert sind, sollten Sie sich bei der für Ihren Wohnsitz zuständigen Krankenkasse registrieren lassen. Dazu sollten Sie sich von Ihrem Krankenversicherungsträger einen "Vordruck S1" zur Vorlage bei der Krankenkasse an Ihrem Wohnsitz geben lassen. Dies ist in der Regel bei Rentnern der Fall, die ihren Ruhestand außerhalb des Landes verbringen, das ihre Rente zahlt und in dem sie versichert sind.

Allgemeine Informationen zu den Leistungen der Sozialversicherung bei Krankheit, Arbeitsunfall und -Berufskrankheit sind auf den Internetseiten des GKV-Spitzenverbandes bzw. der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung erhältlich.

Informationen für Rentnerinnen oder Rentner

Sie sind Rentnerin oder Rentner? Grundsätzlich gilt: Renten aus der deutschen gesetzlichen Rentenversicherung werden ohne Abzug, Aufschub oder Änderung ausgezahlt, ganz gleich, wo in der EU Sie zum Zeitpunkt der Rentenauszahlung leben.

Haben Sie in mehr als einem Mitgliedstaat gearbeitet, brauchen Sie ebenfalls keine Nachteile zu befürchten. Es gibt zwar keine "Europarente", aber jeder Staat zahlt im Rahmen der europäischen und seiner nationalen Rechtsvorschriften grundsätzlich eine Rente. Nähere Informationen zum Thema "Rente und Ausland" finden Sie auf der Homepage der Deutschen Rentenversicherung und auf der Website der EU-Kommission.

MISSOC (Mutual Information System on Social Protection)

Wenn Sie vergleichende Informationen zu den Systemen der sozialen Sicherheit anderer EU-Staaten interessieren, finden Sie diese auf der Website des Sozialschutzsystems MISSOC (Mutual Information System on Social Protection), einem System der EU, das Informationen zur sozialen Sicherheit bereitstellt.

MISSOC veröffentlicht vergleichende Tabellen zur sozialen Sicherheit in:

  • 32 Ländern (den 28 EU-Ländern sowie Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz),
  • 12 großen Schutzbereichen: Finanzierung, Gesundheitsfürsorge, Krankheit, Mutterschaft, Invalidität, Alter, Hinterbliebene, Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten, Familie, Arbeitslosigkeit, Mindestsicherung, Pflege,
  • über 300 Einzelkategorien.

Die bereitgestellten Informationen sind auf Deutsch, Englisch und Französisch abrufbar. Zudem werden die Informationen über nationale Systeme regelmäßig aktualisiert und detailliert in Tabellenform dargestellt.