Navigation und Service

Jugendgarantie

11. April 2018

Die Jugendgarantie soll jungen Menschen längere Phasen der Beschäftigungslosigkeit ersparen. Ihr Ziel ist, dass alle jungen Menschen unter 25 Jahren innerhalb von vier Monaten nach Abschluss ihrer Ausbildung oder nachdem sie arbeitslos geworden sind, ein konkretes und qualitativ hochwertiges Angebot erhalten.

Gruppe von Studenten in einem Seminarraum.

Um die Jugendbeschäftigung in Europa zu stärken, haben die Mitgliedstaaten die Jugendgarantie verabschiedet. Diese besteht aus einer Empfehlung des Rates der Europäischen Union, die die Mitgliedstaaten zu bestimmten Maßnahmen verpflichtet, junge Menschen dabei zu unterstützen, eine Beschäftigung zu finden (Entscheidung des Rates für Beschäftigung, Soziales, Gesundheit und Verbraucherschutz vom April 2013).

Zentrales Anliegen ist es, über ein möglichst frühzeitiges Eingreifen von Beginn an zu verhindern, dass junge Menschen über einen längeren Zeitraum arbeitslos bleiben. Dementsprechend haben es sich die Mitgliedstaaten zum Ziel gesetzt, allen jungen Menschen unter 25 Jahren innerhalb eines Zeitraums von vier Monaten, nachdem sie arbeitslos werden oder die Schule verlassen, eine hochwertige Arbeitsstelle oder Weiterbildungsmaßnahme oder einen hochwertigen Ausbildungs- bzw. Praktikumsplatz anzubieten.

Seither hat jeder Mitgliedstaat einen sogenannten Implementierungsplan ausgearbeitet, in dem die notwendigen Schritte zur Umsetzung der Jugendgarantie festgelegt wurden. Die Bundesregierung hat den Implementierungsplan für Deutschland im April 2014 vorgelegt.
Zur Finanzierung der Umsetzung der Jugendgarantie erhalten Mitgliedstaaten mit einer hohen Jugend-Arbeitslosigkeit finanzielle Unterstützung aus EU-Mitteln im Rahmen der Beschäftigungsinitiative junge Menschen. Hierfür werden Finanzmittel in Höhe von insgesamt 8,8 Milliarden EUR bereitgestellt.

Die nationale Umsetzung der Jugendgarantie wird im Rahmen des Europäischen Semesters, also der wirtschaftspolitischen Koordinierung auf europäischer Ebene, regelmäßig von der Europäischen Kommission überwacht. Hierzu werden die nationalen Implementierungspläne ausgewertet und es werden in jedem Land Indikatoren erhoben, welche die Effektivität der Leistungserbringung für junge Menschen messen.

Die Jugendgarantie hat in zahlreichen Mitgliedstaaten wichtige Reformen angestoßen. So wurden die nationalen Arbeitsverwaltungen ausgebaut oder auf junge Menschen spezialisierte Beratungseinrichtungen geschaffen. Viele Mitgliedstaaten haben sich außerdem die Verbesserung der Qualität der Aus- und Weiterbildung zum Ziel gesetzt. Darüber hinaus wurden 18 Pilotprojekte auf den Weg gebracht, um neue Ansätze zur Integration junger Menschen in den Arbeitsmarkt zu erproben.