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Empfehlung für neue Berufskrankheit "Koxarthrose (Hüftgelenksarthrose) durch Heben und Tragen schwerer Lasten" beschlossen

16. April 2020

Ein Arbeiter hebt Holzlatten an.

Der Ärztliche Sachverständigenbeirat "Berufskrankheiten" beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine wissenschaftliche Empfehlung für eine neue Berufskrankheit "Koxarthrose (Hüftgelenksarthrose) durch Heben und Tragen schwerer Lasten" beschlossen. Die genaue Definition lautet: "Koxarthrose durch Lastenhandhabung mit einer kumulativen Dosis von mindestens 9.500 Tonnen während des Arbeitslebens gehandhabter Lasten mit einem Lastgewicht von mindestens 20 kg, die mindestens zehnmal pro Tag gehandhabt wurden".

Betroffen sein können z. B. Personen, die über viele Jahre in der Kranken- und Altenpflege, in Bauberufen, im Bergbau, als LKW-Fahrer oder in der Landwirtschaft gearbeitet haben. Aber auch Angehörige anderer Berufsgruppen können unter die Empfehlung fallen, wenn sie in ihrem Arbeitsleben entsprechende Lasten gehandhabt haben.

Mit der Empfehlung des Sachverständigenbeirats besteht für die Unfallversicherungsträger und Gutachter jetzt eine einheitliche und aktuelle wissenschaftliche Grundlage für die Prüfung der Fälle. Bei Vorliegen aller Voraussetzungen kann eine Hüftgelenksarthrose bereits jetzt als sog. "Wie-Berufskrankheit" anerkannt werden.

Die Empfehlung ist am 25. März 2020 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht worden (Ausgabe 11/2020 S. 218 ff.). Den vollständigen Text der Empfehlung finden Sie im Anhang unten. Dort finden Sie auch nähere Informationen über die betroffenen Berufsgruppen sowie über die medizinischen und wissenschaftlichen Grundlagen der Empfehlung. Informationen zum Berufskrankheitenrecht allgemein, zu Anerkennungsvoraussetzungen und Leistungsansprüchen sowie zu anderen Berufskrankheiten finden Sie hier .

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