Warum werden Zeiten der Arbeitslosigkeit in den letzten zwei Jahren vor Renteneintritt nicht angerechnet?

Phasen der Arbeitslosigkeit werden auf die Wartezeit angerechnet, um besondere Härten aufgrund der Unterbrechung der Erwerbsbiografie zu vermeiden. Um Missbräuche von vornherein auszuschließen, werden Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs in den letzten zwei Jahren vor der abschlagsfreien "Rente ab 63" nicht mehr mitgezählt. Eine Ausnahme ist für Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs vorgesehen, die durch eine Insolvenz oder eine vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers verursacht wurden.

Durch die zweijährige Nichtanrechnung soll verhindert werden, dass Versicherte willentlich zwei Jahre vor dem eigentlichen Eintritt in die abschlagsfreie Rente in die Arbeitslosigkeit gehen – sei es, weil der Arbeitgeber sie entlässt oder weil sie selbst kündigen. So werden eine systematische Frühverrentung und damit ein Missbrauch des solidarischen Systems der Arbeitslosenversicherung verhindert, die zulasten aller Versicherten gingen.