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Biologische Arbeitsstoffe

6. Februar 2007

Unter biologischen Arbeitsstoffen werden alle Mikroorganismen - einschließlich gentechnisch veränderter - verstanden, die beim Menschen Infektionen hervorrufen können oder sensibilisierende oder toxische Eigenschaften besitzen.

Verschlossene Reagenzgläser in einem Ständer.

Unter biologischen Arbeitsstoffen werden alle Mikroorganismen - einschließlich gentechnisch veränderter - verstanden, die beim Menschen Infektionen hervorrufen können oder sensibilisierende oder toxische Eigenschaften besitzen.

Darüber hinaus werden mit dem Begriff auch Endoparasiten (Parasiten, die im Menschen leben) sowie die Erreger von BSE/TSE erfasst. Biologische Arbeitsstoffe sind allgegenwärtig und jeder ist ihnen täglich ausgesetzt. Allein das Anfassen einer Türklinke bringt uns in Kontakt mit unzähligen Mikroorganismen, von denen manche auch human pathogen sind. Dieses reine "Ausgesetzt sein" gegenüber biologischen Arbeitstoffe gehört zum normalen Lebensrisiko.

Darüber hinaus gibt es aber eine Vielzahl von beruflichen Tätigkeiten bei denen biologische Arbeitstoffe hergestellt, verwendet oder freigesetzt werden. Für Beschäftigte, die mit diesen Mikroorganismen in direkten Kontakt kommen, besteht ein zusätzliches Risiko. Hier ist es Aufgabe des Arbeitgebers, die erforderlichen Maßnahmen zum Schutz dieser Beschäftigten zu treffen.

Die Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffe - kurz Biostoffverordnung oder BioStoffV -, mit der die EG-Richtlinie 2000/54/EG in nationales Recht umgesetzt wird, fasst diese Maßnahmen zusammen. 

Kernvorschrift der Verordnung sind die Regelungen zur Gefährdungsbeurteilung, die die Anforderungen des § 5 Arbeitsschutzgesetz speziell für den Bereich der biologischen Einwirkungen untersetzen. Sie umfasst die Schritte Informationsbeschaffung, Beurteilung der Gefährdung und Festlegung der Schutzmaßnahmen und die Dokumentation.

Ein wichtiges Instrumentarium für die Gefährdungsbeurteilung ist das Schutzstufensystem das dem Arbeitgeber insbesondere bei gezielten Tätigkeiten die Festlegung der erforderlichen Schutzmaßnahmen sehr erleichtert, da die Schutzstufe mit der Risikogruppe des verwendeten Mikroorganismus korrespondiert. Bei nicht gezielten Tätigkeiten, bei denen Mischexpositionen verschiedener biologischer Arbeitsstoffe in wechselnder Zusammensetzung und Konzentration vorliegen, ist die Schutzstufenzuordnung dagegen nicht so einfach.

Der Ausschuss für biologische Arbeitsstoffe (ABAS) hat deshalb bereits seit in Kraft treten der Verordnung im April 1999 insbesondere für die Bereiche mit nicht gezielten Tätigkeiten kontinuierlich an der Erstellung eines technischen Regelwerks mehr gearbeitet, um dem Arbeitgeber durch transparente, praxisnahe und Anwender freundliche Konkretisierungen der Verordnung Hilfestellung zu geben.

Ziel der Regelungen ist es, durch biologische Arbeitsstoffe hervorgerufene, berufsbedingter Gesundheitsschäden zu verhindern. Da gerade bei Tätigkeiten mit biologischen Arbeitsstoffen arbeitsmedizinische Aspekte wesentliche Bestandteile der Prävention sind, verpflichtet die BioStoffV - analog zur Gefahrstoffverordnung - den Arbeitgeber, für eine angemessene arbeitsmedizinische Vorsorge zu sorgen.

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