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Programm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit

5. September 2017

Ziel des Programms ist es, arbeitsmarktferne langzeitarbeitslose Leistungsbezieher im SGB II nachhaltig in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Mann telefoniert

Zielsetzung

Mit dem Programm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit gibt die Bundesregierung den Jobcentern eine weitere Möglichkeit an die Hand, um arbeitsmarktferne Langzeitarbeitslose ohne bzw. ohne verwertbaren Berufsabschluss bei der Integration in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu unterstützen. Im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen die gezielte Ansprache und Beratung von Arbeitgebern, Arbeitnehmercoaching nach Beschäftigungsaufnahme sowie der Ausgleich von Minderleistung durch Lohnkostenzuschüsse.

Zielgruppe

Gefördert werden Personen, die

  • seit mindestens zwei Jahren arbeitslos sind,
  • mindestens 35 Jahre alt sind,
  • über keinen oder keinen verwertbaren Berufsabschluss verfügen und
  • voraussichtlich nicht auf andere Weise in den allgemeinen Arbeitsmarkt eingegliedert werden können.

Zur Zielgruppe der Intensivförderung zählen Personen, die darüber hinaus

  • in den letzten fünf Jahre arbeitslos waren und
  • mindestens ein weiteres in ihrer Person liegendes Vermittlungshemmnis (z. B. gesundheitliche Einschränkungen, keinen Schulabschluss, über 50 Jahre, mangelnde deutsche Sprachkenntnisse) aufweisen.

Was wird gefördert?

Das Programm ermöglicht den teilnehmenden Jobcentern, mittels Betriebsakquisiteuren gezielt Arbeitgeber für die Einstellung von arbeitsmarktfernen langzeitarbeitslosen Frauen und Männern anzusprechen und zu gewinnen. Nach Aufnahme einer Beschäftigung werden die Programmteilnehmenden intensiv betreut, um die Beschäftigungsverhältnisse auf diese Weise zu stabilisieren (Coaching). Darüber hinaus erhalten die Arbeitgeber zum Ausgleich anfänglicher Minderleistungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer degressiv ausgestaltete Lohnkostenzuschüsse. Bei Bedarf können zusätzlich auch arbeitsplatzbezogene berufliche Qualifizierungen sowie Qualifizierungen zur Verbesserung von zentralen Grundkompetenzen wie Lesen, Schreiben oder alltagsmathematische Kompetenz gefördert werden.

Programmumfang

Das Programm wird mit rund 770 Mio. Euro aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (403 Mio. Euro) und dem SGB II-Eingliederungstitel (367 Mio. Euro) über die Jahre 2015 bis voraussichtlich 2020 finanziert.

Insgesamt beteiligen sich 333 Jobcenter am Programm. Die Jobcenter beabsichtigen rd. 23.000 Langzeitarbeitslose in den allgemeinen Arbeitsmarkt zu integrieren.

Programmumsetzung

Das Bundesverwaltungsamt (BVAmt) übernimmt die administrative Abwicklung des Programms. Es ist unter anderem für die Bewilligung und Auszahlung von Zuwendungen an die Jobcenter zuständig. Die Jobcenter haben im zweiten Quartal 2015 mit der konkreten Umsetzung des Programms begonnen.

Im dritten Quartal 2016 erfolgt eine Umverteilung der Mittel. Diese beruht auf den bisherigen Erfahrungen der Jobcenter in der Umsetzung und der daraus resultierenden Schätzung für die kommenden Jahre.

Evaluation

Das Programm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit wird evaluiert. In einem Forschungsvorhaben sollen Erkenntnisse darüber gewonnen werden, inwieweit das Programm einen Beitrag zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit leistet.