Navigation und Service

Sie sind hier:

Migranten und Migrantinnen

5. September 2017

Arbeit ist eine Voraussetzung für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Wie alle anderen Arbeitslosengeld II-Bezieher und Bezieherinnen haben Migranten und Migrantinnen, die erwerbsfähig und hilfebedürftig sind, Anspruch auf Förderung, Service und Geldleistungen der Grundsicherung

Eine Frau und ein Mann mit Migraftionshintergrund.
Quelle:  iStock

Alle Ausländer und Ausländerinnen, die über eine Bleibeperspektive in Deutschland verfügen, haben Anrecht auf intensive individuelle Förderung. Eingeschränkt sind nur die Ansprüche der Leistungsbezieher nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (d.h. insbesondere Asylbewerber und Duldungsinhaber), weil ihr Aufenthalt im Bundesgebiet voraussichtlich nur vorübergehender Natur ist. Sie sind von den Leistungen nach dem SGB II generell ausgenommen. Allerdings haben Asylbewerber und Geduldete mit Arbeitsmarktzugang, sofern sie keine Leistungen nach dem SGB II beziehen, Zugang zur öffentlichen Arbeitsvermittlung nach den Bestimmungen des Dritten Buches Sozialgesetzbuch (weitere Informationen dazu unter www.arbeitsagentur.de).

Mangelnde Deutschkenntnisse sind nach wie vor die Hauptursache für Integrationsprobleme. Manchmal aber eröffnet die Muttersprache eines Migranten bzw. einer Migrantin aber auch Chancen auf die Vermittlung in Arbeit. Wenn der persönliche Ansprechpartner mit einem Migranten bzw. einer Migrantin eine Eingliederungsvereinbarung trifft, fließen diese besonderen Aspekte ebenso ein wie persönliche Fähigkeiten. Zugleich stellt der Ansprechpartner den individuellen Förderbedarf fest. Auch hier geht es oft darum, ob der Migrant oder die Migrantin gut genug Deutsch spricht. Seit Inkrafttreten des Zuwanderungsgesetzes müssen Ausländer und Ausländerinnen, die in Deutschland bleiben wollen, deshalb gegebenenfalls einen Integrationskurs belegen. Die Ausländerämter wie auch die leistungsbewilligenden Stellen können zur Teilnahme auffordern; bei Weigerung besteht die Möglichkeit von Sanktionen. Auch für Menschen, die schon einen Integrationskurs besucht haben gibt es die Möglichkeit ihre Sprachkenntnisse weiter zu verbessern. Dazu hat die Bundesregierung mit der berufsbezogenen Deutschsprachförderung nach §45a Aufenthaltsgesetz ein dauerhaft finanziertes Regelinstrument geschaffen. Mit Integrationskursen und berufsbezogener Deutschsprachförderung ist so das Sprachlernen vom Niveau A0 des Gemeinsamen Referenzrahmens für Europäische Sprachen bis zum Niveau C2, so wie auch in berufsspezifischen Modulen möglich (weitere Informationen dazu unter www.bamf.de).

Das sog. "Anerkennungsgesetz", mit dem der Bund für die in seiner Zuständigkeit geregelten Berufe den Rechtsanspruch auf ein Anerkennungsverfahren ausgeweitet und die Voraussetzung für eine stärkere Vereinheitlichung der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen geschaffen hat, verbessert zudem die Chancen für Menschen mit einer ausländischen Berufsqualifikationen, in Deutschland in ihrem erlernten Beruf zu arbeiten (weitere Informationen dazu unter www.anerkennung-in-deutschland.de). Im Förderprogramm Integration durch Qualifizierung - IQ wurden flächendeckend Erstberatungsstellen für Anerkennungssuchende eingerichtet.