Arbeitsförderung Aktuelles und Übersicht: Arbeitsförderung Leistungen der Arbeitsförderung Beratung und Vermittlung Förderung der Erwerbstätigkeit Beschäftigungssicherung Programme für Beschäftigungschancen (SGB III) Arbeitslosengeld Übersicht: Arbeitslosengeld Anspruchsvoraussetzungen Höhe Anspruchsdauer Bürgergeld Das Bürgergeld im Detail Was ist das Bürgergeld? Das Bürgergeld – Fakten auf einen Blick Beratung und Vermittlung Beschäftigungschancen im SGB II Organisation der Jobcenter Anspruchsvoraussetzungen Leistungen und Bedarfe im Bürgergeld Bildungspaket Übersicht: Bildungspaket Leistungen Anlaufstellen Aus- und Weiterbildung Aktuelles und Übersicht: Aus- und Weiterbildung Berufliche Ausbildung Übersicht: Berufliche Ausbildung Leistungen zur Ausbildungsförderung Jugendberufsagenturen Berufsberatung und Berufsorientierung Jugendgarantie Ausbildungsgarantie Bildungsketten Allianz für Aus- und Weiterbildung Berufliche Weiterbildung Übersicht: Berufliche Weiterbildung Nationale Weiterbildungs­strategie Förderung der beruflichen Weiterbildung Weiterbildungsverbünde Zukunftszentren Nationales Onlineportal für berufliche Weiterbildung Ansprechpartner*innen Fachkräftesicherung Übersicht: Fachkräftesicherung Deutscher Fachkräftepreis Übersicht: Deutscher Fachkräftepreis Unsere Jury Fachkräftekongress Fachkräftestrategie der Bundesregierung Gesetze und Maßnahmen Fachkräftemonitoring Migration und Arbeit Übersicht: Migration und Arbeit Rechtliche Rahmenbedingungen Übersicht Voraussetzungen für Zugang zum deutschen Arbeitsmarkt Schutzrechte für Arbeitnehmer*innen Fachkräfte­­einwanderungs­gesetz Anerkennung und Qualifizierung Übersicht Anerkennung Ihrer Qualifikationen Erlangen einer Qualifikation Deutsch lernen für den Beruf Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung – IQ" Orientierung und Vermittlung Übersicht Wer? Was? Wo? Orientierung auf dem Arbeitsmarkt Arbeitsvermittlung aus dem Ausland Arbeitsvermittlung ins Ausland Flucht und Asyl Übersicht Job-Turbo zur Arbeitsmarktintegration von Geflüchteten ESF-Plus Programm "WIR" Der Asylprozess und staatliche Unterstützung Arbeitsmarktzugang für Geflüchtete Digitalisierung der Arbeitswelt Aktuelles und Übersicht: Digitalisierung der Arbeitswelt Transformation der Arbeitswelt Austausch mit der betrieblichen Praxis Übersicht: Austausch mit der betrieblichen Praxis Initiative Neue Qualität der Arbeit Lern-und Experimentierräume Zukunftszentren Denkfabrik Digitale Arbeitsgesellschaft Rat der Arbeitswelt Arbeitsschutz Aktuelles und Übersicht: Arbeitsschutz Arbeitsschutzausschüsse Gesundheit am Arbeitsplatz Übersicht Präventive Arbeitsmedizin Psychische Gesundheit Betriebliche Gesundheitsförderung Betriebliches Eingliederungsmanagement Arbeitsmedizinische Vorsorge Nationaler Asbestdialog Nichtraucherschutz für Beschäftigte Lastenhandhabung Technischer Arbeitsschutz Übersicht Gefahrstoffe Sicherheit in Arbeitsstätten Lärm- und Vibrationsschutz Arbeitsschutzorganisation Biologische Arbeitsstoffe Arbeitsschutz auf Baustellen Betriebs- und Anlagensicherheit Künstliche optische Strahlung am Arbeitsplatz Elektromagnetische Felder Produktsicherheit Arbeitsrecht Aktuelles und Übersicht: Arbeitsrecht Arbeitnehmerrechte Übersicht: Arbeitnehmerrechte Betriebliche Mitbestimmung Kündigungsschutz Jugendarbeitsschutz Datenschutz Arbeitszeitschutz Schutz für Paketboten Mindestlohn Aktuelles und Übersicht: Mindestlohn Mindestlohn-Rechner Mindestlohnkommission Mindestlohn-Glossar Einführung und Anpassungen des Mindestlohns Leiharbeit / Werkverträge Tarifverträge Übersicht: Tarifverträge Allgemeinverbindliche Tarifverträge Tarifregister Tarifvertragliche Sozialkassen Stärkung der Tarifbindung Übersicht: Stärkung der Tarifbindung Öffentliche Konsultation zur Tariftreue Teilzeit und flexible Arbeitszeit Entsendung von Arbeitnehmern
Sozialversicherung Aktuelles und Übersicht: Sozialversicherung Sozialversicherungspflichtige Beschäftigung Geringfügige Beschäftigung Künstlersozialversicherung Sozialversicherungswahlen Unfallversicherung Übersicht: Gesetzliche Unfallversicherung Unfallversicherung im Überblick Was sind Arbeitsunfälle? Was sind Berufskrankheiten? Sachverständigenbeirat Berufskrankheiten Aktuelles aus dem Berufskrankheitenrecht Fragen und Antworten Rente & Altersvorsorge Aktuelles und Übersicht: Rente und Altersvorsorge Was ist Gesetzliche Rentenversicherung? Aktuelles und Übersicht: Gesetzliche Rentenversicherung Wer ist versichert? Geschichte der Gesetzlichen Rentenversicherung Finanzierung der Gesetzlichen Rentenversicherung Rentenberechnung Leistungen der Gesetzlichen Rentenversicherung Übersicht Altersrenten Erwerbsminderungsrenten Hinterbliebenenrenten Grundrente Leistungen zur Teilhabe Zusätzliche Altersvorsorge Übersicht Betriebliche Altersversorgung Private Altersvorsorge Fragen und Antworten zur Zusätzlichen Altersvorsorge Rentenlexikon Fakten zur Rente Übersicht Alternde Gesellschaft Gesetzliche Rentenversicherung Alterseinkommen und zusätzliche Vorsorge Grundsicherung im Alter Alterssicherung im internationalen Vergleich Dialogprozess "Arbeit & Rente" Sozialhilfe Aktuelles und Übersicht: Sozialhilfe Grundsätze der Sozialhilfe Leistungen der Sozialhilfe Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung Übersicht Rundschreiben zur Grundsicherung Leistungssätze Asylbewerberleistungsgesetz Soziale Entschädigung Aktuelles und Übersicht: Soziale Entschädigung Soziale Entschädigung Neues Soziales Entschädigungsrecht Übersicht Schnelle Hilfen Krankenbehandlung Leistungen zur Teilhabe Leistungen bei Pflegebedürftigkeit Besondere Leistungen im Einzelfall Leistungen bei Gewalttaten im Ausland Gesetze und Verordnungen Antragstellung Entschädigte nach dem alten SER Rundschreiben Zahlen und Daten zur Sozialen Entschädigung Stiftung Anerkennung und Hilfe Übersicht Infos über die Stiftung Aufarbeitung Anerkennung und Erinnerung Weitere Informationen Härtefallfonds Übersicht: Härtefallfonds Leistung der Stiftung und Voraussetzungen Fragen und Antworten Kontakt zur Stiftung Härtefallfonds Über die Stiftung Versorgungsmedizin Übersicht: Versorgungsmedizin Überarbeitung der Versorgungsmedizin-Verordnung Teilhabe und Inklusion Aktuelles und Übersicht: Teilhabe und Inklusion Politik für Menschen mit Behinderungen Übersicht Politik für Menschen mit Behinderungen Formen der Hilfe für Menschen mit Behinderungen Leistungen nach dem SGB IX Beratungsleistungen Beschäftigung schwerbehinderter Menschen Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen Assistenzhunde Rehabilitation und Teilhabe Übersicht Rehabilitation und Teilhabe Was ist Teilhabe von Menschen mit Behinderungen? Förderung der Ausbildung und Beschäftigung Persönliches Budget Bundesteilhabegesetz Hilfsfonds des Bundes für Rehabilitation und Teilhabe Förderprogramm rehapro Bundesinitiative Barrierefreiheit Teilhabeforschung
Europa Aktuelles und Übersicht: Europa Informationen für Geflüchtete aus der Ukraine Beschäftigungs- und Sozialpolitik in der EU Übersicht Überblick: Themen der europäischen Arbeitswelt Institutionen und Gremien Europäische Säule sozialer Rechte Jugendgarantie Menschen mit Behinderung Arbeiten innerhalb der EU Übersicht Rechtsgrundlagen Arbeitnehmerfreizügigkeit Arbeitnehmerentsendung Zugang zu Sozialleistungen und Leistungsausnahmen Informationen und Beratung Koordinierung sozialer Rechte Faire Mobilität Freihandelsabkommen Migration aus Drittstaaten Konferenz zur Zukunft Europas Europäische Fonds Aktuelles und Übersicht: Europäische Fonds Europäischer Sozialfonds (ESF) Europäischer Globalisierungsfonds (EGF) Europäischer Hilfsfonds (EHAP) Programm für Beschäftigung und soziale Innovation (EaSI) International Aktuelles und Übersicht: International Internationale Beschäftigungs- und Sozialpolitik Beschäftigungs- und Sozialpolitik im Rahmen von G7 / G20 Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR) Übersicht Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen Menschenrechte und gute Arbeit in globalen Wertschöpfungsketten Lieferkettengesetz Twinning (Verwaltungspartnerschaften) Sozialversicherungsabkommen Internationale Organisationen Übersicht Europarat Internationale Arbeitsorganisation (ILO) Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) Vereinte Nationen
Wir stellen uns vor Übersicht: Wir stellen uns vor Aufgaben des BMAS Geschäftsbereich des BMAS Informationsstand des BMAS Gremien nach dem Bundes­gremien­besetzungs­gesetz Informationsfreiheit und Akteneinsicht Geschichte des BMAS Minister und Hausleitung Beauftragte der Bundesregierung Arbeiten und Ausbildung im BMAS Übersicht: Arbeiten und Ausbildung im BMAS Arbeiten im BMAS Ausbildung im BMAS Referendariat und Praktikum Besucherzentrum Veranstaltungen Bürgerbeteiligung Übersicht: Bürgerbeteiligung Dialogtour Hin. Gehört. Mission Fachkraft. Ein Zukunftsdialog
Bürgertelefon / Kontakt Übersicht: Bürgertelefon / Kontakt Bürgertelefon Kontaktformular Presse Newsroom Pressekontakt Leitungstermine Pressemitteilungen Meldungen Reden Interviews Zitate Pressefotos Newsletter Newsletter bestellen und verwalten Newsletter-Archiv RSS Newsletter Newsletter bestellen und verwalten Newsletter-Archiv RSS Gesetze und Verordnungen Publikationen Mediathek Übersicht: Mediathek Videos Bildergalerien Podcasts Übersicht: Podcasts Video-Podcast "Hin.Gehört.Spezial" Podcast - Das Arbeitsgespräch Webdokus Statistiken (Open Data) Digitale Verwaltung Aktuelles und Übersicht: Digitale Verwaltung Das Onlinezugangsgesetz Digitale Angebote für Arbeit und Berufsleben Digitale Angebote für Sozialleistungen Digitale Angebote für Fördermittel Informationen zu Corona Übersicht Fragen und Antworten
Arbeit Arbeitsförderung Arbeitslosengeld Bürgergeld Bildungspaket Aus- und Weiterbildung Berufliche Ausbildung Berufliche Weiterbildung Fachkräftesicherung Deutscher Fachkräftepreis Migration und Arbeit Rechtliche Rahmenbedingungen Anerkennung und Qualifizierung Orientierung und Vermittlung Flucht und Asyl Digitalisierung der Arbeitswelt Austausch mit der betrieblichen Praxis Arbeitsschutz Gesundheit am Arbeitsplatz Technischer Arbeitsschutz Arbeitsrecht Arbeitnehmerrechte Mindestlohn Tarifverträge Stärkung der Tarifbindung Soziales Sozialversicherung Unfallversicherung Rente & Altersvorsorge Was ist Gesetzliche Rentenversicherung? Leistungen der Gesetzlichen Rentenversicherung Zusätzliche Altersvorsorge Fakten zur Rente Sozialhilfe Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung Soziale Entschädigung Neues Soziales Entschädigungsrecht Stiftung Anerkennung und Hilfe Härtefallfonds Versorgungsmedizin Teilhabe und Inklusion Politik für Menschen mit Behinderungen Rehabilitation und Teilhabe Europa und die Welt Europa Beschäftigungs- und Sozialpolitik in der EU Arbeiten innerhalb der EU Europäische Fonds International Gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen (CSR) Internationale Organisationen Ministerium Wir stellen uns vor Arbeiten und Ausbildung im BMAS Bürgerbeteiligung Service Bürgertelefon / Kontakt Presse Newsletter Newsletter Mediathek Podcasts Digitale Verwaltung Informationen zu Corona
Soziale Entschädigung

Infos über die Stiftung

Was war die Stiftung?

Die Stiftung Anerkennung und Hilfe hat in den Jahren 2017 bis 2022 Menschen unterstützt, die in der Zeit vom 23. Mai 1949 bis zum 31. Dezember 1975 in der Bundesrepublik Deutschland bzw. vom 7. Oktober 1949 bis zum 2. Oktober 1990 in der ehemaligen DDR als Kinder und Jugendliche in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder stationären psychiatrischen Einrichtungen untergebracht waren, dort Leid und Unrecht erfahren haben und zum Zeitpunkt der Anmeldung noch an den Folgen gelitten haben.

Geschichte

Sie wurde zum 1. Januar 2017 errichtet. Alle Anmeldungen, die innerhalb der mehrfach verlängerten Anmeldefrist bis zum 30. Juni 2021 eingegangen waren, sind bis zum 31. Dezember 2022 geprüft und abschließend bearbeitet worden.

Ziel

Ziel der Stiftung war die Anerkennung des während der Unterbringung erlittenen Leids und erlebten Unrechts sowie die Abmilderung noch bestehender Folgewirkungen zur Verbesserung der Lebenssituation.

Zusammensetzung

Die Stiftung wurde von Bund, Ländern und Kirchen errichtet (Errichter der Stiftung; siehe unten). Sie hatte einen Lenkungsausschuss, einen überregionalen Fachbeirat, eine Geschäftsstelle und regionale Anlauf- und Beratungsstellen.

Lenkungsausschuss

Der Lenkungsausschuss bestand aus 12 Mitgliedern und setzte sich zusammen aus Vertreterinnen und Vertretern der Errichter der Stiftung (Bund, Länder und Kirchen) sowie aus Vertreterinnen und Vertretern von Betroffenen, deren Interessensvertreterinnen und Interessensvertretern und Sachverständigen (entsendet vom überregionalen Fachbeirat). Er nahm die Aufgabe der Steuerung und Kontrolle der Stiftung für die Errichter wahr und entschied sowohl in Grundsatzangelegenheiten als auch in besonderen Einzelfällen.

Überregionaler Fachbeirat

Der überregionale Fachbeirat aus neun ehrenamtlich tätigen Mitgliedern (Betroffene, Interessensvertreterinnen und Vertretern und Sachverständige) unterstützte die Stiftung. Eine zentrale Aufgabe des überregionalen Fachbeirats war es, den Lenkungsausschuss fachlich zu beraten und die Anlauf- und Beratungsstellen mit seinem Expertenwissen zu unterstützen.

Anlauf- und Beratungsstellen in den Ländern

Ansprechpartner für Betroffene waren die Anlauf- und Beratungsstellen in den Ländern. Eine zentrale Aufgabe der Anlauf- und Beratungsstellen war es, Betroffene zu beraten, sie bei dem Prozess der persönlichen Aufarbeitung ihrer eigenen Geschichte zu begleiten, ihnen ein Gespräch anzubieten und sie bei der Anmeldung zu unterstützen. Die Beratung erfolgte unter bestimmten Voraussetzungen auch aufsuchend.

Rolle des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales

Die Geschäftsstelle der Stiftung war an das Bundesministerium für Arbeit und Soziales angegliedert. Sie hat das Stiftungsvermögen verwaltet und die Leistungen erbracht. Außerdem hat sie den Kontakt und Austausch mit den Anlauf- und Beratungsstellen gepflegt sowie Hinweise zu einer möglichst bundeseinheitlichen Beratungspraxis gegeben.

Errichter der Stiftung

Wer konnte sich anmelden?

Anmelden konnten sich Personen, die als Kinder oder Jugendliche während der Unterbringung in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe bzw. der Psychiatrie Leid und Unrecht erfahren hatten und zum Zeitpunkt der Anmeldung bei der Stiftung noch an Folgewirkungen litten.

Es handelte sich einerseits um Personen, die im Zeitraum zwischen dem ersten Lebensjahr und dem vollendeten 18. bzw. 21. Lebensjahr (Volljährigkeit) in einer stationären Einrichtung der Behindertenhilfe bzw. Psychiatrie untergebracht waren.

Auf der linken Seite ist die Karte der heutigen Bundesrepublik mit den historischen Grenzen der Bundesrepublik Deutschland (BRD) zu sehen. Für dieses Gebiet gilt eine Unterbringung zwischen dem 23. Mai 1949 und dem 31. Dezember 1975.

Auf der rechten Seite ist die Karte der heutigen Bundesrepublik mit den historischen Grenzen der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) zu sehen. Für dieses Gebiet gilt eine Unterbringung zwischen dem 7. Oktober 1949 und dem 2. Oktober 1990.

Zudem ging es um Personen, die während ihrer Unterbringung individuelles Leid und Unrecht erfahren hatten und noch zum Zeitpunkt der Anmeldung unter daraus resultierenden Folgewirkungen litten

und / oder

Personen, die im Zeitram zwischen dem vollendeten 14. Lebensjahr und dem vollendeten 18. bzw. 21. Lebensjahr (Volljährigkeit) in der bzw. für die Einrichtung gearbeitet hatten, ohne dass für sie Sozialversicherungsbeiträge gezahlt worden waren.

Was ist mit Leid und Unrecht gemeint?

Erfahrungen von Leid und Unrecht sind individuell geprägt, weshalb ihrer Schilderung eine wichtige Bedeutung zukam. Das Erlebte konnte z. B. in Zusammenhang stehen mit

  • körperlicher Gewalt, z. B. durch Betreuungspersonal oder andere Kinder und Jugendliche,
  • psychischer Gewalt, z. B. Demütigung, Fremdbestimmung, Zuschreibung negativer Rollen, Miterleben belastender Situationen,
  • sexualisierter Gewalt, z. B. durch Betreuungspersonal oder andere Kinder und Jugendliche,
  • Verweigerung von Schul- und Ausbildung,
  • der Arbeitsleistung, z. B. Arbeit ohne Lohn,
  • der gesundheitlichen Versorgung und Ernährung, z. B. Mangelernährung, Schlafentzug.

Diese Erfahrungen wirken oft ein Leben lang nach. Die zum Zeitpunkt der Anmeldung noch bestehenden Folgewirkungen der verschiedenen Typen von Leid und Unrecht sowie einer z. B. unzureichenden gesundheitlichen Versorgung reichten von körperlichen bis psychischen Beeinträchtigungen wie Traumatisierungen, Depressionen oder Schlafstörungen. Ein verweigerter oder erschwerter Zugang zu Bildung konnte zu fehlender Schulbildung und frühzeitiger Erwerbslosigkeit führen. Ebenso bedeuteten nicht gezahlte Sozialversicherungsbeiträge finanzielle Nachteile bei der Rente.

Welche Einrichtungen sind gemeint?

Zur damaligen Zeit war weder in der Bundesrepublik Deutschland noch in der DDR die Unterbringung von Kindern und Jugendlichen in stationären Einrichtungen einheitlich geregelt. Zudem gab es viele Bezeichnungen für die verschiedenen Einrichtungen. Daher musste zunächst im Gespräch mit der Anlauf- und Beratungsstelle geklärt werden, ob eine Einrichtung in die Zuständigkeit der Stiftung fiel.

Als stationäre Einrichtungen der Behindertenhilfe galten grundsätzlich nichtklinische Einrichtungen zur Betreuung, Förderung oder Pflege von Menschen mit Behinderungen, in denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner in der Regel tagsüber und nachts aufhielten und die alle Lebensbereiche (Wohnen, Arbeit, Freizeit) umfassten. Beispielsweise:

  • Wohnheime und Wohnstätten mit oder ohne Tagesstruktur,
  • Schulen mit angeschlossenem Internatsbetrieb,
  • Heime bzw. Anstalten der geschlossenen Erziehungsfürsorge (vor 1962 in der Bundesrepublik Deutschland),
  • Sonderschulheime, (Alten-)Pflegeheime mit Plätzen für Menschen mit Behinderung.

Als stationäre Einrichtungen der Psychiatrie galten grundsätzlich psychiatrische Krankenhäuser zur stationären Behandlung psychisch kranker Menschen in offenen oder geschlossenen Stationen, in denen sich die Patientinnen und Patienten in der Regel tagsüber und nachts aufhielten und die sie ohne Einwilligung der Leitung nicht verlassen konnten, z. B.:

  • Kinderkliniken bzw. Allgemeinkrankenhäuser mit psychosomatisch-psychotherapeutischen Abteilungen oder Stationen,
  • Universitätskliniken mit Abteilungen oder Stationen der Kinder- und Jugendpsychiatrie bzw. Kinderneuropsychiatrie,
  • psychiatrische Fachkrankenhäuser mit Abteilungen oder Stationen für Kinder und Jugendliche bzw. Bezirkskliniken für Neuropsychiatrie.

In beiden Bereichen konnte es sich sowohl um öffentliche und kirchliche Einrichtungen als auch um Einrichtungen freier und privater Träger handeln.

Wie unterstützte die Stiftung?

Die Stiftung unterstützte mit folgenden Anerkennungs- und Unterstützungsleistungen:

Öffentliche Anerkennung

Die Stiftung thematisierte die Geschehnisse in betroffenen Einrichtungen öffentlich und machte somit in der Gesellschaft darauf aufmerksam. Bund, Länder und Kirchen erkannten auf diese Weise die Missstände und Versäumnisse der Vergangenheit an und kommunizierten sie umfänglich. Nähere Informationen hierzu finden Sie unter Anerkennung und Erinnerung.

Anerkennung durch wissenschaftliche Aufarbeitunglevel=3

Begleitend zur Arbeit der Stiftung wurden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler beauftragt, die damaligen Geschehnisse aufzuarbeiten und die Ergebnisse der Öffentlichkeit zur Verfügung zu stellen. Auf diese Weise wurden die Vorkommnisse in vielen Einrichtungen erstmals intensiv beleuchtet und öffentlich sichtbar; Art und Umfang des Leids und Unrechts wurden nachvollziehbar. Nähere Informationen zur wissenschaftlichen Aufarbeitung finden Sie im Bereich Aufarbeitung.

Individuelle Anerkennung und finanzielle Hilfe

Qualifizierte Beraterinnen und Berater in den Anlauf- und Beratungsstellen unterstützten die Betroffenen in persönlichen Gesprächen bei der Aufarbeitung der Erlebnisse.

Darüber hinaus wurde eine einmalige Geldpauschale ausgezahlt, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt und nachgewiesen bzw. glaubhaft gemacht worden sind. Diese sollte die Folgewirkungen des Erlebten abmildern und damit einen Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation leisten.

Betroffene, die während ihres Aufenthaltes in der Einrichtung sozialversicherungspflichtig gearbeitet haben, ohne dass die Einrichtung dafür Sozialversicherungsbeiträge gezahlt hat, konnten einen Ausgleich für entgangene Rentenansprüche erhalten (Rentenersatzleistung).

Folgende Beträge konnten ausgezahlt werden:

  • eine einmalige Geldleistung von 9.000 Euro zur selbstbestimmten Verwendung,
  • eine einmalige Rentenersatzleistung von 5.000 Euro für sozialversicherungspflichtige Arbeit von mehr als zwei Jahren,
  • eine einmalige Rentenersatzleistung von 3.000 Euro für sozialversicherungspflichtige Arbeit von bis zu zwei Jahren.

Abschlussbericht

Der Lenkungsausschuss der Stiftung Anerkennung und Hilfe hat einen Abschlussbericht über die Arbeit der Stiftung Anerkennung und Hilfe erstellt.

Den Bericht können Sie hier herunterladen.

Über die Arbeit der Stiftung Anerkennung und Hilfe.

Über die Arbeit der Stiftung Anerkennung und Hilfe.

Informationen über die Stiftung in Deutscher Gebärdensprache (DGS)