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Vergleichende Analyse nationaler Arbeitslosenversicherungen

Titelblatt des Forschungsberichts 552
  • Stand Oktober 2020
  • Verfügbarkeit als PDF
  • Artikelnummer FB552

Die Kurzexpertise beleuchtet die Frage einer langfristigen institutionellen Konvergenz nationaler Arbeitslosenversicherungen in Europa am Beispiel der Systeme Deutschlands und Frankreichs. Der Vergleich zeigt viele Gemeinsamkeiten der Arbeitslosenversicherung in beiden Ländern. In einem europaweiten Vergleich müssen beide Systeme als relativ ähnlich eingestuft werden. In den Bereichen Finanzierung, Leistungsorganisation und Governance-Strukturen gibt es große traditionelle Ähnlichkeiten. Auch der Leistungsumfang ist in beiden Ländern insgesamt vergleichbar. Seit den 2000er Jahren haben sich die beiden Systeme im Zuge der Hartz-Reformen in Deutschland zunächst in etwas unterschiedliche Richtungen entwickelt. Allerdings haben Reformen im französischen System in den vergangenen Jahren wieder Annäherungen an den deutschen Entwicklungspfad gebracht (zum Beispiel durch eine stärkere Aktivierung und Sanktionierung). In beiden Ländern waren problematische Arbeitsmarktlagen der zentrale Grund für die Reformbemühungen. Insgesamt lässt sich festhalten, dass Deutschland und Frankreich über Leistungssysteme verfügen, die – trotz wichtiger Unterschiede in Detailfragen- in ihrer Grundphilosophie, der Leistungsart und –höhe sowie der Finanzierung ein hohes Maß an Kompatibilität aufweisen. Die Studie verweist aber auch auf sozialpolitische Herausforderungen, die in beiden Ländern zu ähnlichem Reformbedarf führen. Dies beinhaltet den Umgang mit kurzfristigen Arbeitsverträgen, den Umgang mit zurzeit ausgenommenen Berufsgruppen, die Absicherung der wachsenden Zahl prekärer Selbständiger sowie eine stärker ausgebaute „vorausschauende“ Arbeitsmarktpolitik durch Humankapitalinvestitionen. In dieser Hinsicht kann beiden Ländern attestiert werden, durch die Erfahrung ihres jeweiligen Nachbarn zu lernen und zu profitieren.

Arbeiter bei Autoproduktion

Ar­beits­markt

Arbeitssicherung und Bekämpfung der Arbeitslosigkeit sind Kernaufgaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales.

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