Wie hoch ist die Grundrente?

Der durchschnittliche Grundrentenzuschlag (also der Zuschlag zur regulären Rente) liegt bei gut 75 Euro (brutto). Maximal kann der Zuschlag rund 418 Euro (brutto) betragen.

Grundlage für die Berechnung des Zuschlags sind die Entgeltpunkte, die aufgrund der Beiträge während des gesamten Versicherungslebens aus den "Grundrentenbewertungszeiten" erworben wurden.

Wie in Antwort auf Frage 2 angeführt, wird die gesetzliche Rente um einen Zuschlag erhöht, wenn die Versicherten mindestens 33 Jahre "Grundrentenzeiten" vorweisen können. Voraussetzung ist außerdem, dass der Durchschnittswert der Entgeltpunkte aus so genannten "Grundrentenbewertungszeiten" des gesamten Versicherungslebens unter 80 Prozent des Durchschnittsverdienstes liegt. Zu Grundrentenbewertungszeiten zählen nur diejenigen Grundrentenzeiten, die mindestens einen Wert von 0,025 EP/Monat (0,3 EP/Jahr) aufweisen.

Liegen mindestens 35 Jahre "Grundrentenzeiten" vor, wird für den Zuschlag der Durchschnittswert an Entgeltpunkten für maximal 35 Jahre auf das 2-Fache erhöht, maximal jedoch auf 0,8 Entgeltpunkte (jährlich). Dieser Wert wird anschließend mit dem Faktor 0,875 vervielfältigt. Mit diesem Faktor wird erreicht, dass die Gesamtrente aus den eigenen Beiträgen und dem Zuschlag an Entgeltpunkten umso höher ausfällt, je höher die eigene Beitragsleistung ist. So findet sich das Äquivalenzprinzip auch bei der Grundrente wieder. Ab einem ermittelten Durchschnittswert von 0,8 EP besteht kein Anspruch auf einen Zuschlag.

Im Übergangsbereich zwischen 33 und 35 Jahren wird ein aufwachsender Grundrentenzuschlag gewährt: Bei 33 Jahren wird der EP-Durchschnittswert auf bis zu 0,4 EP hochgewertet. Mit jedem weiteren Monat an Grundrentenzeiten erhöht sich der maximale Aufstockungsbetrag kontinuierlich, bis er bei 35 Jahren 0,8 EP erreicht.

Neben den nötigen Beitragsjahren ist die Feststellung des Bedarfes entscheidend. Dazu findet eine Einkommensprüfung statt. Dabei gilt ein Einkommensfreibetrag in Höhe von 1.250 Euro für Alleinstehende und 1.950 Euro für Paare. Liegt das Einkommen über dem jeweiligen Einkommensfreibetrag für Alleinstehende bzw. für Paare, wird der darüber liegende Betrag zu 60 Prozent auf die Grundrente angerechnet. Bei einem Einkommen über 1.600 Euro (Alleinstehende) bzw. 2.300 Euro (Paare) wird das diesen Betrag übersteigende Einkommen vollständig auf die Grundrente angerechnet. Eine Vermögensprüfung erfolgt nicht.

Beispiele:

Hinweis:

Die Berechnungen erfolgen aus Gründen der vereinfachten Darstellung mit Jahreswerten und mit gerundeten Höchstwerten (0,8 EP statt 0,8004 EP). Dies führt zu Rundungsdifferenzen im Gegensatz zur Zugrundelegung monatlicher Werte.

Kathrin M. ist Bauingenieurin aus Leipzig. Sie hat bis zur Wende gut verdient. Dann jedoch ging die Firma insolvent und Kathrin M. war ein paar Jahre arbeitslos, bis sie als Angestellte in unterschiedlichen Bereichen wieder Arbeit fand - allerdings unterhalb ihrer Qualifikation. Mit dem Verdienst kam sie zwar einigermaßen zurecht, doch beläuft sich ihre Altersrente nur auf 778 Euro (brutto). Sie lebt allein und hat keine weiteren Einkünfte. Da sie (trotz der Arbeitslosigkeit) insgesamt auf über 35 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung kommt, hat die Leipzigerin nun mit der Grundrente eine Gesamtrente in Höhe von 982 Euro.

Berechnung:

durchschnittlicher Verdienst = 0,6 Entgeltpunkte (EP)

Rente aus eigener Beitragszahlung: 39 Jahre x 0,6 EP x 33,23 Euro (aktueller Rentenwert (Ost) - ab 7/2020) = rund 778 Euro

Grundrentenzuschlag: 35 x 0,2 EP x 0,875 x 33,23 Euro (aRW Ost ab 7/2020) = rund 204 Euro

Gesamtrente: 778 + 204 = 982 Euro (brutto)

Andreas K. aus Duisburg hat keinen Schulabschluss. Er hat sein Leben lang als Hilfsarbeiter gearbeitet. Er hat zunächst 20 Jahre lang 38,5 Wochenstunden und später aus gesundheitlichen Gründen 15 Jahre lang 25 Wochenstunden auf Niveau des Mindestlohns gearbeitet. Heute bekommt er eine Rente von 479 Euro brutto. Bisher stockt er mit der Grundsicherung im Alter auf und muss lange Formulare ausfüllen. Mit der Grundrente muss er das nicht mehr. Seine geringen Ersparnisse muss er nun auch nicht mehr offenlegen. Mit der Grundrente bekommt er 897 Euro - also rund 418 Euro zusätzlich.

Berechnung:

durchschnittlicher Verdienst = 0,4 EP (für 35 Jahre Grundrentenbewertungszeiten)

Rente aus eigener Beitragszahlung: 35 Jahre x 0,4 EP x 34,19 Euro (aktueller Rentenwert - aRW ab 7/2020) = rund 479 Euro

Grundrentenzuschlag: 35 x 0,4 EP x 0,875 x 34,19 Euro (aRW ab 7/2020) = rund 418 Euro

Gesamtrente: 479 + 418 = rund 897 Euro (brutto)

Andreas K. verfügt noch über Mieteinnahmen von mtl. 300 Euro. Zusammen mit der Rente (brutto) liegt das zu versteuernde Einkommen (unter Hinzurechnung des steuerfrei gestellten Anteils der Rente) unter dem Freibetrag von 1.250 Euro. Somit findet keine Einkommensanrechnung auf den Grundrentenzuschlag statt.