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Altersteilzeit – Schrittweise in den Ruhestand

25. Februar 2020

Die Altersteilzeit ermöglicht einen gleitenden Übergang in den Ruhestand. Dabei wird die bis zur Rente verbleibende Arbeitszeit halbiert. Möglich ist die Altersteilzeit für Arbeitnehmer*innen ab dem 55. Lebensjahr.

Ein Rentner steht im Bus.

Was ist die Altersteilzeit?

Bei der Altersteilzeit handelt es sich um eine Teilzeitbeschäftigung, die durch das Altersteilzeitgesetz (AltTZG) geregelt ist. Da kein rechtlicher Anspruch auf Altersteilzeit besteht, ist sie nur aufgrund einer freiwilligen Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer möglich. Die wichtigsten Regelungen und Voraussetzungen sind zwar im AltTZG festgelegt, jedoch können viele Punkte individuell vereinbart werden. Häufig sind Regelungen zur Altersteilzeit auch in Tarifverträgen und Betriebsvereinbarungen enthalten.

Für wen kommt die Altersteilzeit in Frage?

Die Altersteilzeit ist möglich für ArbeitnehmerInnen ab dem 55. Lebensjahr, die noch mindestens 3 Jahre bis zum gesetzlichen Rentenalter haben und in den letzten 5 Jahren vor Beginn der Altersteilzeit wenigstens 1.080 Kalendertage sozialversicherungspflichtig – in Voll- oder Teilzeit – beschäftigt waren. Zeiten mit Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Arbeitslosengeld II werden hierbei mitberücksichtigt. Zu beachten ist, dass die Altersteilzeit mindestens bis zu dem Zeitpunkt gehen muss, ab dem eine Altersrente frühestmöglich beansprucht werden kann.

Wie funktioniert die Altersteilzeit?

Bei der Altersteilzeit wird die bisherige wöchentliche Arbeitszeit um die Hälfte reduziert. Die versicherungspflichtige Beschäftigung im Sinne des Dritten Buches Sozialgesetzbuch Arbeitsförderung (SGB III) wird fortgesetzt. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, entsprechend dem Altersteilzeitgesetz (AltTZG) das Gehalt aufzustocken und zusätzliche Beiträge zur Rentenversicherung zu leisten.

Arbeitszeit halbieren – verschiedene Zeitmodelle sind möglich

GleichverteilungsmodellDie Arbeitszeit wird über den gesamten Zeitraum der Altersteilzeit auf die Hälfte reduziert. Dies kann zum Beispiel mit halben Arbeitstagen oder weniger Arbeitstagen pro Woche realisiert werden.
BlockmodellDie Altersteilzeit wird in zwei gleich lange Phasen unterteilt. In der ersten Phase (Arbeitsphase) wird regulär weitergearbeitet, in der zweiten Phase (Freistellungsphase) wird gar nicht mehr gearbeitet.
Anderes ModellDie genaue Verteilung der Arbeitszeit können Arbeitgeber und Arbeitnehmer individuell vereinbaren. So ist zum Beispiel auch eine stufenweise Reduzierung der Arbeitszeit / Arbeitstage möglich.

Wie berechnet sich das Gehalt bei der Altersteilzeit?

Bei der Altersteilzeit wird das Gehalt halbiert und vom Arbeitgeber um 20 Prozent des reduzierten Gehalts aufgestockt. Der Aufstockungsbetrag ist steuer- und sozialabgabenfrei, unterliegt aber dem Progressionsvorbehalt*. Der Arbeitgeber ist darüber hinaus verpflichtet, mindestens 80 Prozent der bisherigen Rentenversicherungsbeiträge des Arbeitnehmers zu zahlen. Damit sollen die durch das reduzierte Gehalt verursachten Renteneinbußen abgefedert werden. Zu beachten ist, dass Sonderzahlungen des Arbeitgebers, wie Weihnachtsgeld, in der Altersteilzeit entfallen können.

*Der Betrag wird in der späteren Steuererklärung zur Berechnung des Steuersatzes herangezogen.


Seit 2010 keine Förderung mehr

Für ArbeitnehmerInnen, die ihre Altersteilzeit vor dem 1. Januar 2010 begonnen haben, konnte der Arbeitgeber eine staatliche Förderung der Altersteilzeit durch die Bundesagentur für Arbeit in Anspruch nehmen. Seitdem ist diese Regelung entfallen.

Rente ab 63 – Abschlagsfreier Vorruhestand für Langzeitarbeitende

Die Rente ab 63 ist eine weitere Möglichkeit, um frühzeitig in den Ruhestand zu gehen. Sie belohnt Menschen, die schon in jungen Jahren mit der Arbeit begonnen haben. ArbeitnehmerInnen, die 63 Jahre oder älter sind und seit 45 oder mehr Jahren in die Rentenversicherung einzahlen, können die abschlagsfreie Rente in Anspruch nehmen. Parallel zur Anhebung der Regelaltersgrenze auf 67 Jahre wird das Eintrittsalter hier stufenweise auf 65 Jahre angehoben.

FAQ zur Altersteilzeit

  • Ab 55 Jahre oder älter, wenn Sie innerhalb der letzten fünf Jahre vor Beginn der Altersteilzeit mindestens 1080 Kalendertage sozialversicherungspflichtig beschäftigt waren und noch mindestens drei Jahre bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter vor Ihnen liegen.

  • Nein, das Altersteilzeitgesetz (AltTZG) sieht keinen rechtlichen Anspruch vor. Die Vereinbarung wird auf freiwilliger Basis zwischen Ihnen und Ihrem Arbeitgeber getroffen. Häufig ist die Altersteilzeit allerdings in Betriebsvereinbarungen oder Tarifverträgen geregelt.

  • Ja, auch als Teilzeitbeschäftigte/r können Sie mit Ihrem Arbeitgeber eine Altersteilzeit vereinbaren.

  • In der Regel wird entweder das Gleichverteilungsmodell – Sie arbeiten über die gesamte Dauer halb so viel wie vorher – oder das Blockmodell – Sie arbeiten in der ersten Hälfte so viel wie bisher und in der zweiten Hälfte gar nicht mehr – angewendet.

  • Die folgenden 3 Schritte helfen Ihnen, Ihre Altersteilzeit zu organisieren:

    1. Informieren und berechnen
      Bei der deutschen Rentenversicherung können Sie sich ausführlich zur Altersteilzeit beraten lassen. Auskünfte erhalten sie auch unter der kostenlosen Servicetelefon-Nummer 0800 1000 4800.

      Überlegen Sie, ob sich die Altersteilzeit für Sie lohnt und mit welchen finanziellen Einbußen Sie rechnen müssen. Eine erste Orientierung kann Ihnen der Teilzeitrechner des BMAS geben.

    2. Mit dem Arbeitgeber reden
      Klären Sie vorab, ob es bereits Regelungen zur Altersteilzeit in Ihrer Arbeitsstelle gibt, zum Beispiel aufgrund einer Betriebsvereinbarung. Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber über mögliche Zeitmodelle und die Höhe der Aufstockungsleistungen und zusätzlichen Rentenversicherungsbeiträge.
    3. Vertrag abschließen
      Wenn alles geklärt ist, können Sie mit Ihrem Arbeitgeber die Vereinbarung abschließen. Dieser meldet dann die Umstellung bei der Rentenversicherung.
  • Die Altersteilzeit geht mindestens drei Jahre, kann aber auch länger vereinbart werden. Den Aufstockungsbetrag und die zusätzlichen Rentenbeiträge muss der Arbeitgeber allerdings nur maximal 6 Jahre zahlen. Daher ergibt sich in der Regel eine Zeitspanne von 3 bis 6 Jahren.

  • Durch das herabgesetzte Gehalt müssen Sie mit Renteneinbußen rechnen. Da der Arbeitgeber gesetzlich verpflichtet ist, mindestens 80 Prozent der bisherigen Beiträge zur Rentenversicherung auch in der Altersteilzeit zu zahlen, fallen die Einbußen jedoch relativ gering aus.

  • Während der Altersteilzeit wird das ursprüngliche Gehalt halbiert. Hinzu kommt der Aufstockungsbetrag von 20 Prozent des reduzierten Gehalts sowie Beiträge zur Rentenversicherung durch den Arbeitgeber. Aufstockungsbetrag und Rentenbeiträge können aufgrund arbeitsrechtlicher Vereinbarungen oder Verträge (z.B. Tarifvertrag) auch höher ausfallen.

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