Was bedeutet Equal Pay und was ist der Gleichstellungsgrundsatz?

Equal Pay bedeutet, dass einem Leiharbeitnehmer für die Zeit der Überlassung an einen Entleiher das Arbeitsentgelt eines vergleichbaren Arbeitnehmers des Entleihers gewährt wird. Der Leiharbeitnehmer erhält somit ein Arbeitsentgelt, was er erhalten hätte, wenn er für die gleiche Tätigkeit beim Entleiher eingestellt worden wäre.

Zum Arbeitsentgelt zählt jede Vergütung, die aus Anlass des Arbeitsverhältnisses gewährt wird bzw. aufgrund gesetzlicher Entgeltfortzahlungstatbestände gewährt werden muss, insbesondere Urlaubsentgelt, Entgeltfortzahlung, Sonderzahlungen, Zulagen und Zuschläge sowie vermögenswirksame Leistungen. Ebenso gehören zum Arbeitsentgelt auch Sachbezüge, die der Entleiher seinen Stammarbeitnehmern gewährt. Maßgebend sind sämtliche auf den Lohnabrechnungen vergleichbarer Stammarbeitnehmer des Entleihers ausgewiesenen Bruttovergütungsbestandteile.

Im Unterschied dazu geht der im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz normierte Gleichstellungsgrundsatz über das Entgelt hinaus. Der Gleichstellungsgrundsatz bedeutet, dass dem Leiharbeitnehmer für die Zeit der Überlassung an einen Entleiher die gleichen wesentlichen Arbeitsbedingungen gewährt werden müssen, die einem im Betrieb des Entleihers arbeitenden vergleichbaren Stammarbeitnehmer gewährt werden. Diese Arbeitsbedingungen schließen das Arbeitsentgelt mit ein, beschränken sich aber nicht auf dieses. In der EU-Leiharbeitsrichtlinie vom 19. November 2008 ist festgelegt, dass neben dem Arbeitsentgelt auch die Arbeitszeit (einschließlich Überstunden, Pausen, Ruhezeiten, Nachtarbeit, Urlaub, arbeitsfreie Tage) zu den wesentlichen Arbeitsbedingungen zählt. Dies gilt auch für das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz, welches die EU-Leiharbeitsrichtlinie in deutsches Recht umsetzt.