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Deutsch lernen

19. Juli 2019

Das Erlernen der deutschen Sprache ist Voraussetzung, um möglichst schnell in Deutschland Fuß zu fassen. Hier erfahren Sie, wo Flüchtlinge Hilfe zum Spracherwerb erhalten.

Junger Mann im Anzug schreibt etwas mit einem Bleistift.
Quelle:  iStockphoto

Das Erlernen der deutschen Sprache ist Voraussetzung, um möglichst schnell in Deutschland Fuß zu fassen. Insbesondere erhöhen sich die Arbeitsmarktchancen von Zuwanderern enorm, wenn Kenntnisse der deutschen Sprache vorhanden sind.

Gesamtprogramm Sprache (GPS)

In Zusammenarbeit von Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Bundesministerium des Inneren hat die Bundesregierung die gesamte Sprachförderung integrierter gestaltet. Allgemeine und berufsbezogene Sprachförderung sind nun miteinander verzahnt. Über den Integrationskurs wird das Sprachlevel bis zum Niveau B1 (nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen) erlernt, im Anschluss kann die berufsbezogene Sprachförderung bis zum Niveau C2 besucht werden. Darüber hinaus werden u.a. berufsbegleitende Kurse in Teilzeit sowie Spezialkurse für einzelne Berufsgruppen und die Kombination von Sprachkursen mit Arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen angeboten.

1. Integrationskurse

Mit der Anerkennung Ihres Asylantrages und der Erteilung einer Aufenthaltsgenehmigung sind Sie meist zur Teilnahme an einem sogenannten Integrationskurs verpflichtet. Jeder Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Zudem gibt es spezielle Kursarten mit Alphabetisierung, für Frauen, Eltern und junge Erwachsene.

Am 1. August 2019 tritt das Gesetz zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern – Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetz (ABFG) in Kraft. Darin ist ein deutlich erweiterter Zugang von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern (Gestattete) sowie Geduldeten zu den bundesgeförderten Sprachfördermaßnahmen geregelt.

So können ab dem 1. August 2019 auf Antrag nicht nur weiterhin Asylbewerberinnen und Asylbewerber (Gestattete) mit guter Bleibeperspektive (ab dem 1. August 2019 aus den Herkunftsländer Syrien und Eritrea) an Integrationskursen und bei Bedarf auch an Berufssprachkursen teilnehmen, sondern auch arbeitsmarktnahe Gestattete mit unklarer Bleibeperspektive (z. B. aus Afghanistan, Iran, Irak, Somalia), wenn sie vor dem 1. August 2019 eingereist sind und sich seit mindestens drei Monaten gestattet in Deutschland aufhalten (mehr dazu im Faktenpapier).

Informationen erhalten Sie direkt von der Ausländerbehörde Ihres Aufenthaltsorts oder der Bundesagentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter.

2. Berufsbezogene Deutschsprachförderung

Mit der Verordnung über die berufsbezogene Deutschsprachförderung (Deutschsprachförderverordnung – DeuFöV) wurde in Deutschland erstmals in den Strukturen der Regelförderung ein bundesweites Angebot von Berufssprachkursen etabliert, das Ausländerinnen und Ausländern ebenso offensteht wie deutschen Staatsangehörigen mit Migrationshintergrund und berufsbezogenem Sprachförderbedarf.

Die Kurse der berufsbezogenen Deutschsprachförderung, die in besonderem Maße darauf ausgerichtet sind, die Chancen der Teilnehmenden auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu verbessern, knüpfen in der Regel an die allgemeine Sprachförderung der Integrationskurse an und dienen dem Spracherwerb ab dem Niveau B 1 bis zum Niveau C 2. Unabhängig vom Eingangssprachniveau darf die Berufssprachkurse zur Erreichung der Sprachniveaus B 1 und A 2 aber auch besuchen, wer das Sprachniveau B 1 trotz ordnungsgemäßer Teilnahme an einem Integrationskurs nicht erreichen konnte oder als Geduldeter keinen Zugang zum Integrationskurs hat

Darüber hinaus werden Spezialberufssprachkurse (mit fachspezifischem Unterricht für einzelne Berufsgruppen oder im Verbund mit Verfahren zur Berufsanerkennung) und in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit Kombinationsmaßnahmen angeboten, die zeitgleich oder in hintereinander geschalteten Kursen berufsbezogene Sprachvermittlung und berufliche Qualifikation vermitteln.

Die Teilnahme an den Kursen der berufsbezogenen Deutschsprachförderung ist für Zugewanderte aus Drittstaaten (einschließlich vieler Asylbewerberinnen und Asylbewerber und vieler Geduldeter), EU-Bürgerinnen und EU-Bürger sowie Deutsche mit Migrationshintergrund grundsätzlich kostenfrei, wenn der Teilnehmende ausbildungssuchend, arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet ist oder eine Ausbildung im Dualen System absolviert oder sich in einer Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme befindet oder Leistungen nach dem SGB II bezieht oder begleitend zur Anerkennung seines ausländischen Berufsabschlusses oder für die Erteilung einer Berufserlaubnis ein bestimmtes Sprachniveau benötigt.

Ab dem 1. August 2019 teilnahmeberechtigt sind auch arbeitsmarktnahe Gestattete mit unklarer Bleibeperspektive, wenn sie vor dem 1. August 2019 eingereist sind und sich seit mindestens drei Monaten gestattet in Deutschland aufhalten.

Geduldete, die bisher nur dann Zugang zu den Berufssprachkursen ab Sprachniveau B 1 hatten, wenn ihre Duldung aus dringenden humanitären oder persönlichen Gründen oder erheblichen öffentlichen Interessen (einschließlich der Ausbildungsduldung, ab dem 1. Januar 2020 auch einschließlich der Beschäftigungsduldung) erfolgte, können künftig nach sechs Monaten geduldetem Aufenthalt auch ohne die genannten Voraussetzungen an den Berufssprachkursen des Bundes teilnehmen, wenn sie arbeitsmarktnah sind. Für diese Gruppe der Geduldeten werden die Berufssprachkurse auch unterhalb des Sprachniveaus B 1 geöffnet, da sie keinen Zugang zu den Integrationskursen haben (mehr dazu im Faktenpapier).

Informationen zu den berufsbezogenen Deutschkursen erhalten sie beim BAMF, der Bundesagentur für Arbeit und den Jobcentern.

Deutsch ler­nen

Sprachlernangebote für Flüchtlinge auf der Website des Goethe-Instituts.

In­te­gra­ti­ons­kurs

Im Integrationskurs lernen Sie, wie Sie nach Arbeit suchen, Anträge ausfüllen, Ihre Kinder in der Schule unterstützen oder neue Menschen kennen lernen.

Deutsch für den Be­ruf

Informationen zur berufsbezogenen Sprachförderung.