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Nationaler Aktionsplan Integration

19. Juni 2019

Themenforum "Integration in den Arbeitsmarkt" gestartet

Hubertus Heil und fünf weitere Personen halten ein Banner auf dem steht: „#Flagge für Vielfalt“.

Mit einer Auftaktveranstaltung im Bundeskanzleramt am 28. Mai 2019 startet das Themenforum „Integration in den Arbeitsmarkt" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) innerhalb des Nationalen Aktionsplans Integration (NAP-I).

Der Bundesminister für Arbeit und Soziales, Hubertus Heil, und die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Annette Widmann-Mauz, betonen die besondere Bedeutung, die der Arbeitsmarkt bei der Integration von Zuwanderern spielt.

Bundesminister für Arbeit und Soziales Hubertus Heil:

Für das Gelingen von Integration spielt der Arbeitsmarkt eine zentrale Rolle. Dabei bedeutet Arbeit mehr als die finanzielle Sicherung des Lebensunterhaltes. Sie ermöglicht ein selbstbestimmtes Leben einerseits und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben andererseits. Sie schafft Kontakte und fördert somit Verständigung zwischen Kulturen, auch jenseits sprachlicher Unterschiede. Kurzum: Sie macht den Weg frei, um in unserem Land nicht nur rein physisch anzukommen. Das ist umso wichtiger, als dass wir Zuwanderer brauchen, wenn wir unseren Wohlstand auch für die Zukunft sichern wollen. Voraussetzung ist, dass wir noch bessere Angebote machen, damit Zuwanderer ihren Beitrag für unser Land auch tatsächlich leisten können.

Seit dem Jahr 2015 hat sich die Zuwanderung nach Deutschland in Umfang und Zusammensetzung deutlich verändert. Unverändert ist, dass Migrantinnen und Migranten durch schlechtere Schul- und Bildungsabschlüsse und höhere Arbeitslosigkeit nach wie vor Benachteiligung erfahren.

Zugleich haben ausländische Arbeits- und Fachkräfte rund zur Hälfte zum Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre beigetragen und ohne Zuwanderung aus der EU wäre das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zwischen 2011 und 2016 um durchschnittlich 0,2 Prozentpunkte niedriger ausgefallen. Zugewanderte leisten einen unverzichtbaren Beitrag zu unserem Wohlstand und zur Stabilität unserer sozialen Sicherung.

Damit Deutschland auch in Zukunft erfolgreich sein kann und der Zusammenhalt gestärkt wird, müssen wir auch bewährte Maßnahmen zur Integration überdenken und anpassen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales nutzt den Nationalen Aktionsplan Integration für einen breitangelegten Austausch zwischen Staat und Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Praxis, sowie nicht zuletzt mit den Migrantenorganisationen.

Wie gelingt Integration von Zuwanderern in den Arbeitsmarkt?

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales geht hierfür gemeinsam mit der Integrationsbeauftragten der Bunderegierung den nächsten Schritt. Für die Menschen, die zu uns kommen, und jene, die in Deutschland leben. Für Wohlstand und Zusammenhalt in unserem Land.

Arbeitsmarkt- und Migrationsexperten diskutieren in sechs thematischen Feldern über substantielle Lösungen für die aktuellen Fragen von Zuwanderung und Arbeitsmarkt. Die Ergebnisse werden bis Frühjahr 2020 vorgelegt und auf einem Integrationsgipfel der Bundeskanzlerin präsentiert.

Ausbildungsförderung öffnen

Für eine nachhaltige Integration in den Arbeitsmarkt ist in Deutschland eine berufliche Ausbildung wichtig. Zuwanderer erwerben aber seltener einen beruflichen Abschluss. Daher wird die Ausbildungsförderung der Bundesagentur für Arbeit weiter für Ausländerinnen und Ausländer geöffnet. Damit werden die Aufnahme und der erfolgreiche Abschluss einer Ausbildung unterstützt. Auch kann hierüber die Mobilität junger Menschen in Europa zum Zweck einer beruflichen Ausbildung in Deutschland gefördert werden.

Reichweite arbeitsmarktbezogener Informationsmedien ausbauen

Migrantinnen und Migranten sind vergleichsweise schlecht durch klassische Formate der Information, Beratung und Kommunikation erreichbar. Digitale Angebote ermöglichen einen gezielteren Zugang zu spezifischen Migrantengruppen. Durch den verbesserten Zugang können arbeitsmarktrelevante Angebote mehr Wirkung entfalten.

Vermeidung der Prekarisierung von Arbeitsverhältnissen und von Arbeitsausbeutung

Migrantinnen und Migranten sind besonders betroffen von prekären Arbeitsverhältnissen und Arbeitsausbeutung. Unsichere Beschäftigung kann ein Einstieg in den Arbeitsmarkt sein, sollte sich aber nicht verfestigen.

Berufliche Aufwärtsmobilität ist daher gerade für Migrantinnen und Migranten wichtig. Kenntnisse über den Schutz, den das Arbeits- und das Strafrecht bieten, sowie ein besserer Zugang zu Informations- und Beratungsangeboten können Prekarisierung und Ausbeutung vorbeugen.

Erwerbsbeteiligung von Migrantinnen und geflüchtete Frauen erhöhen

Benachteiligungen von Migrantinnen und geflüchteten Frauen am Arbeitsmarkt zeigen sich in den deutlich geringeren Erwerbsquoten ausländischer Frauen.
Mehrdimensionale Aktivitäten insbesondere auch für geflüchtete Frauen sollen im Arbeitsprozess entwickelt und vereinbart werden.

Integrationsmanagement von Fachkräften und Familienangehörigen

Hochqualifizierte Fachkräfte sollen sich möglichst langfristig an Deutschland binden und hier eine neue Heimat finden. Dafür ist ein gutes Integrationsmanagement für Fachkräfte und ihre mitziehenden Familienangehörigen wichtig.

Berufliche Aufwärtsmobilität fördern

Häufig sind Migrantinnen und Migranten im niedrig qualifizierten Tätigkeiten beschäftigt, auch weil der Einstieg in diese Tätigkeiten leichter gelingt. Vorhandene Kompetenzen sollten jedoch genutzt und weiterentwickelt werden, um über das Erwerbsleben beruflichen Aufstieg zu ermöglichen. Dies ist auch geboten, da die volkswirtschaftlichen Bedarfe im mittleren und hohen Qualifikationssegment weiter zunehmen werden.

Zu­wan­de­rer in den Ar­beits­markt in­te­grie­ren

Statement von Hubertus Heil, Bundesminister für Arbeit und Soziales.

Bun­des­ar­beits­mi­nis­ter Heil und Staats­mi­nis­te­rin Wid­mann-Mauz wol­len Ar­beits­mark­tin­te­gra­ti­on kraft­voll vor­an­trei­ben

Mit einer Auftaktveranstaltung packt das BMAS die Umsetzung des Themenforums "Integration in den Arbeitsmarkt" innerhalb des Nationalen Aktionsplans Integration an.

Er­klär­film zum Na­tio­na­len Ak­ti­ons­plan In­te­gra­ti­on

In dem Filmbeitrag wird gezeigt, welchen Herausforderungen Migrantinnen und Migranten am Arbeitsmarkt gegenüberstehen und welche Schwerpunkte innerhalb des Themenforums "Integration in den Arbeitsmarkt" im Nationalen Aktionsplan Integration bearbeitet werden, damit Integration in Zukunft noch besser gelingen kann.

Ar­beits­mark­tin­te­gra­ti­on ist Kern­auf­ga­be

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstützt die Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten mit einer Vielzahl konkreter Maßnahmen.