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Arbeitsmarktintegration ist Kernaufgabe

5. Februar 2019

Eine Frau und ein Mann mit Migraftionshintergrund.
Quelle:  iStock

In Deutschland lebten 2016 rund 18,6 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund. Das entspricht fast 22 Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands. Gleichzeitig verzeichnet Deutschland in den vergangenen Jahren eine wachsende Neuzuwanderung – insbesondere aus den EU-Ländern und den Krisenregionen der Welt. Viele Faktoren führen dazu, dass Menschen mit Migrationsgeschichte etwa doppelt so stark von Arbeitslosigkeit betroffen sind wie Personen ohne Migrationshintergrund. Die gleichberechtigte Teilhabe am Erwerbsleben ist jedoch eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass ihre Integration in Deutschland gelingen kann. Denn Erwerbsarbeit bedeutet nicht nur ein gesichertes Einkommen und wirtschaftliche Eigenständigkeit, sondern auch die Möglichkeit zur aktiven Teilhabe an der Gesellschaft. Die Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten ist deshalb eine Kernaufgabe der Integrationspolitik der Bundesregierung.

Trotz vieler Verbesserungen in den vergangenen Jahren besteht weiterhin Handlungsbedarf. Denn die Arbeitslosigkeit von Migrantinnen und Migranten liegt noch immer deutlich über dem Niveau der Deutschen. Ursachen hierfür sind häufig Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache und geringere schulische und berufliche Qualifikationen, aber auch Beratungs- und Informationsdefizite in Arbeitsmarktfragen. Um diese Schwierigkeiten zu überwinden, unterstützt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Verbesserung der Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen und Migranten mit einer Vielzahl konkreter Maßnahmen.

Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung – IQ"

Als ein zentrales arbeitsmarktpolitisches Instrument der Bundesregierung hat sich in den letzten Jahren das vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales initiierte und inzwischen in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung und der Bundesagentur für Arbeit durchgeführte Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" (nachfolgend Förderprogramm IQ) etabliert. Dieses Förderprogramm hat sich zu einer leistungsfähigen, bundesweiten Struktur mit drei zentralen Aufgabenschwerpunkten ausgebaut und weiterentwickelt:

  1. Schaffung einer bundesweiten Unterstützungsstruktur für das am 1. April 2012 in Kraft getretene Gesetz zur Verbesserung der Feststellung und Anerkennung von im Ausland erworbenen Berufsqualifikationen (Anerkennungs- und Qualifizierungsberatung).
  2. Anpassungsqualifizierungen, die zur vollen Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen benötigt werden.
  3. Unterstützung der für die Integration in den Arbeitsmarkt zuständigen Regelinstitutionen, insbesondere die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter sowie weiterer Arbeitsmarktakteure sowie kleinerer und mittlerer Unternehmen beispielsweise durch Schulungsangebote zur Stärkung der interkulturellen Kompetenz.

Die Aufgabenschwerpunkte werden durch zwei Förderrichtlinien gesetzt und aus nationalen Mitteln sowie aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.

In allen 16 Bundesländern arbeiten Landesnetzwerke mit knapp 400 Teilprojekten auf der Grundlage verbindlicher Verabredungen der arbeitsmarktrelevanten Akteure (Akteure sind insbesondere Landesministerien, Kommunalverwaltungen, Arbeitsagenturen, Jobcenter, Migrantenorganisationen, Kammern, regionale Wirtschaft und Bildungsträger).

Zudem wurden fünf Fachstellen mit dem Ziel eingerichtet, die wissenschaftliche Expertise in den wesentlichen arbeitsmarktpolitischen Handlungsfeldern bereitzustellen (Beratung und Qualifizierung, berufsbezogene Sprachförderung, Migrantenökonomie, Interkulturelle Kompetenzentwicklung/Antidiskriminierung, Einwanderung). Sie wirken bundesweit als Fachgremien und haben sich als Stelle der Impulsgebung, Dienstleistung und (Weiter-)Entwicklung von Qualitätsstandards für Handlungskonzepte und Instrumente im jeweiligen Themenfeld etabliert.

Für nähere Informationen siehe auch:  www.netzwerk-iq.de und www.esf.de.

Gesamtprogramm Sprache (GPS)

Das Erlernen der deutschen Sprache ist Voraussetzung, um möglichst schnell in Deutschland Fuß zu fassen. Insbesondere erhöhen sich die Arbeitsmarktchancen von Zuwanderern enorm, wenn Kenntnisse der deutschen Sprache vorhanden sind.

In Zusammenarbeit von Bundesministerium für Arbeit und Soziales und Bundesministerium des Inneren hat die Bundesregierung die gesamte Sprachförderung integrierter gestaltet. Allgemeine und berufsbezogene Sprachförderung sind nun miteinander verzahnt. Über den Integrationskurs wird das Sprachlevel bis zum Niveau B1 (nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen) erlernt, im Anschluss kann die berufsbezogene Sprachförderung bis zum Niveau C2 besucht werden. Darüber hinaus werden u.a. berufsbegleitende Kurse in Teilzeit sowie Spezialkurse für einzelne Berufsgruppen und die Kombination von Sprachkursen mit Arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen angeboten.

1. Integrationskurse

Für jeden der in Deutschland leben möchte ist das Erlernen der deutschen Sprache sehr wichtig. So werden Deutschkenntnisse u.a. benötigt um Arbeit zu suchen, Anträge auszufüllen, Kinder in der Schule zu unterstützen und sich allgemein in der Gesellschaft zu integrieren. Um dafür die Grundlagen zu erlernen bietet der Integrationskurs des Bundesministeriums des Inneren die Möglichkeit. Jeder Integrationskurs besteht aus einem Sprachkurs und einem Orientierungskurs. Zudem gibt es spezielle Kursarten mit Alphabetisierung, für Frauen, Eltern und junge Erwachsene.

Informationen erhalten Sie direkt von der der Ausländerbehörde Ihres Aufenthaltsorts oder Ihrem Jobcenter.

2. Berufsbezogene Deutschsprachförderung (gem. § 45a AufenthG)

Um Arbeit zu finden und erfolgreich im Beruf zu sein, sind weitergehende Deutschkenntnisse wichtig. Daher wurde zum 1. Juli 2016 die berufsbezogene Deutschsprachförderung als Regelinstrument verankert. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bietet die Kurse für berufsbezogene Sprachförderung gemäß § 45a Aufenthaltsgesetz an. In diesen Kursen werden in Sprach- und Weiterqualifizierungsmodulen u.a. Migranten und Flüchtlinge die Arbeitslosengeld II beziehen kontinuierlich auf den Arbeitsmarkt vorbereitet. Die nationale berufsbezogene Deutschsprachförderung setzt sich aus verschiedenen Berufssprachkursen zusammen, die sich baukastenähnlich individuell kombinieren lassen und den Deutschunterricht mit Maßnahmen der Bundesagentur für Arbeit verbinden.

Informationen zu den berufsbezogenen Deutschkursen erhalten Sie beim BAMF, der Bundesagentur für Arbeit und den Jobcentern.

IvAF – Integration von Asylbewerberinnen, Asylbewerbern und Flüchtlingen

Seit Juli 2015 werden im Handlungsschwerpunkt IvAF "Integration von Asylbewerber/-innen und Flüchtlingen - IvAF", angesiedelt unter dem Dach der ESF-Integrationsrichtlinie Bund, Asylbewerberinnen, Asylbewerber, Geduldete und Flüchtlinge mit humanitärem Aufenthaltstitel bei der Integration in Arbeit, Ausbildung oder bei der Erlangung eines Schulabschlusses unterstützt. Im Mittelpunkt stehen eine verbesserte Beratung, betriebsnahe Qualifizierung sowie die Vermittlung der Teilnehmenden. Gefördert werden 41 Projektverbünde mit rund 300 Einzelprojekten im gesamten Bundesgebiet, die eng mit der BA und den Jobcentern kooperieren. Die Maßnahmen sind sehr vielfältig und umfassen auf Ebene der Teilnehmenden u. a. Beratung, Qualifizierung, Coaching, Vermittlung und Betriebsakquise. Auf struktureller Ebene werden bundesweit einheitliche Schulungen insbesondere für Jobcenter, Agenturen für Arbeit und zugelassener kommunaler Träger (zkT) zur aufenthalts- und arbeitsrechtlichen Situation von Flüchtlingen durchgeführt, um den Zugang zu Arbeit und Ausbildung strukturell zu verbessern. IvAF wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds und aus Mitteln des Bundes gefördert. Die 41 Projektverbünde bringen einen Eigenanteil von 10% in die Förderung ein.

Nähere Informationen zur ESF Integrationsrichtlinie Bund finden Sie unter: www.integrationsrichtlinie.de

Bundesagentur für Arbeit

Hier finden Sie Informationen rund um die Themen Deutsch lernen, Jobs und Praktika suchen sowie die Anerkennung von Abschlüssen für Menschen aus dem Ausland.

Netzwerk Integration durch Qualifizierung

Als ein zentrales arbeitsmarktpolitisches Instrument der Bundesregierung hat sich in den letzten Jahren das vom BMAS initiierte und inzwischen gemeinsam mit dem BMBF und der BA durchgeführte Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung (IQ)" etabliert.

Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF)

Das BAMF bietet Migranten und Flüchtlingen Integrationskurse sowie Deutschangebote.

www.esf.de

Ziel der ESF-Integrationsrichtlinie Bund ist es, Personen mit besonderen Schwierigkeiten beim Zugang zu Arbeit oder Ausbildung stufenweise und nachhaltig in den Arbeitsmarkt zu integrieren.