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Erfolgreicher Einsatz des EGF in Philippsburg (Baden-Württemberg)

15. Juli 2019

Ein Arbeiter mit Reifen.
Quelle:  iStock

Das Förderprojekt des Europäischen Globalisierungsfonds (EGF) für ehemalige Beschäftigte des Reifenherstellers Goodyear Dunlop Tires Germany am früheren Standort in Philippsburg ist operativ abgeschlossen. Von den 622 Projektteilnehmenden befanden sich zum Stichtag 31.05.2019 insgesamt 329 Personen wieder in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung und 4 Personen waren selbständig beschäftigt. Das entspricht einer Integrationsquote von 53,54%. Erfahrungsgemäß wird dieser Wert in den kommenden Monaten steigen, wenn derzeit in Arbeitslosigkeit befindliche Personen ihre Umschulungen bzw. Weiterbildungen abgeschlossen haben.

Im Oktober 2016 gab die Geschäftsführung von Goodyear bekannt, dass das Reifenwerk in Philippsburg im Jahr 2017 geschlossen werden soll. Das Philippsburger Werk produzierte seit den 1960er Jahren Reifen, insbesondere im B-Segment (für kleinere oder mittelgroße Fahrzeuge). Aufgrund sinkender PKW-Produktion in der EU und steigender asiatischer Reifenimporte kam es für das Unternehmen hier zu einer Überproduktion. Mit der Schließung des Werks als Philippsburgs größtem Arbeitgeber verloren 888 Menschen von einem Tag auf den anderen ihre Arbeit. 622 ehemalige Reifenbauer, viele von ihnen Ungelernte, gingen in eine Transfergesellschaft über.

Am 6. Oktober 2017 stellte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales bei der EU-Kommission einen EGF-Antrag. Die EU-Kommission bewilligte mit Zustimmung des Europäischen Rates sowie des Europäischen Parlaments 2,1 Millionen Euro aus dem Europäischen Globalisierungsfonds, um die entlassenen Goodyear Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei ihrer Suche nach einem neuen Arbeitsplatz gezielt zu unterstützen.

Durch die EGF-Förderung konnten bestehende Vermittlungs-, Beratungs- und Qualifizierungsangebote der Transfergesellschaft sinnvoll ergänzt werden. Ermöglicht wurden beispielsweise Fortbildungen im Bereich Fahrtraining, Schweißen, Strahlenschutzwerker, Staplerscheine, EDV- oder Sprachkurse. Weiterhin hatten die Teilnehmer durch den Einsatz der EU-Mittel die Möglichkeit, Beratungen zur Existenzgründung in Anspruch zu nehmen, an mehreren Jobmessen teilzunehmen oder sich auf bisher unveröffentlichte Stellengesuche zu bewerben, die ein Jobscout in der Region für sie ausfindig gemacht hatte.

EGF-Hintergrund

Der Europäische Fonds für die Anpassung an die Globalisierung (EGF) unterstützt seit 2007 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in der EU, die wegen nachteiliger Auswirkungen der Globalisierung oder aufgrund einer Finanz- und Wirtschaftskrise ihren Arbeitsplatz verloren haben. In den Jahren 2014-2020 stehen hierfür EU-weit jährlich 150 Mio. Euro zur Verfügung. In Deutschland haben bisher über 12.200 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in 10 Projekten von der Unterstützung durch den EGF profitiert.

Eu­ro­päi­scher Glo­ba­li­sie­rungs­fonds

Der Europäische Fonds zur Anpassung an die Globalisierung (EGF) – kurz Globalisierungsfonds – wurde Anfang 2007 ins Leben gerufen.