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Inklusives Wachstum fördern: Verpflichtung der G20

19. Januar 2018

Junge Näherinnen in Birma.
Quelle:  colourbox

Zu den wichtigsten Verpflichtungen der G20 gehört es, das Bruttoinlandsprodukt der G20-Staaten bis zum Jahr 2018 um zwei Prozent zu steigern (Gipfelerklärung Brisbane 2014). Die G20 haben sich auch darauf verständigt, dass dieses Wirtschaftswachstum stark, nachhaltig, ausgewogen und inklusiv sein soll. Der Begriff "inklusiv" bedeutet in diesem Zusammenhang, dass wirtschaftliches Wachstum möglichst allen Menschen in allen Ländern zugute kommen soll - insbesondere am Arbeitsmarkt benachteiligten Gruppen wie zum Beispiel Frauen oder junge Menschen. Es geht darum, mehr gute Arbeit zu schaffen und Armut und Ungleichheit zu bekämpfen, so dass niemand zurückbleibt. Dieses Ziel hat die G20 jüngst noch stärker in ihren Fokus genommen und damit die Überwindung sozialer Ungleichheiten als eine zentrale Herausforderung in den G20-Ländern und auch weltweit erkannt (Gipfelerklärung Hangzhou 2016).

Unter chinesischer Präsidentschaft 2016 haben sich die G20 darüber hinaus vorgenommen, weltweit eine Vorreiterrolle bei der Umsetzung der "Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung" der Vereinten Nationen einzunehmen. Die sogenannten Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sollen zukünftig als Richtschnur für das Handeln der G20 dienen. Zu diesen Zielen zählen die Beseitigung von Armut (SDG 1), die Förderung von Geschlechtergerechtigkeit (SDG 5), die Schaffung guter Arbeitsplätze sowie die Förderung von dauerhaftem, inklusivem und nachhaltigem Wachstum (SDG 8), die Beseitigung von Ungleichheiten innerhalb eines Landes und zwischen Staaten (SDG 10) und verantwortungsvolle Produktions- und Konsummuster (SDG 12).

Für eine faire und soziale Zukunft - die Arbeitswelt von morgen gestalten

Diese Aufgabe der G20 - die Förderung von inklusivem Wirtschaftswachstum und die Bekämpfung von Ungleichheiten - hat das BMAS während der deutschen Präsidentschaft konsequent vorangebracht. Aus diesem Grund haben wir vier Themenschwerpunkte gesetzt, die wir in die Arbeitsgruppe Beschäftigung (Employment Working Group) der G20 eingebracht haben. Diese Arbeitsgruppe bereitet unter anderem die Abschlusserklärung vor, die die G20-Arbeitsministerinnen und -minister im Mai 2017 in Bad Neuenahr verabschieden werden. Sie besteht aus hochrangigen Vertreterinnen und Vertretern aller G20-Arbeits- und Beschäftigungsministerien.

Gemeinsam mit den G20-Partnern haben wir konkrete Handlungsoptionen und Politikempfehlungen erarbeitet, um unserem Ziel - der Schaffung von inklusiven, produktiven und zukunftsfähigen Arbeitsmärkten - einen wesentlichen Schritt näherzukommen. Die Themenschwerpunkte lauteten:

  1. Verbesserung der Qualität von Frauenerwerbstätigkeit
  2. Arbeitsmarktintegration von Migrantinnen, Migranten und Geflüchteten
  3. Förderung nachhaltiger globaler Lieferketten
  4. Gestaltung der Zukunft der Arbeit

Zusätzlich zu den vier Themenschwerpunkten wurden die Querschnittsthemen "Förderung Jugendbeschäftigung" und "Sozialpartnerschaft" bei allen Themenschwerpunkten berücksichtigt. So spielen für die gelungene Integration insbesondere junger Migrantinnen und Migranten passgenaue Unterstützungsmaßnahmen während der Berufsausbildung eine wichtige Rolle.

Darüber hinaus wurden die Sozialpartner - also Arbeitgeber und Gewerkschaften - stärker in den G20-Beratungsprozess eingebunden. Ihre Perspektiven sind unverzichtbar, wenn es um den Ausgleich wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Interessen geht - so wie es die deutschen Erfahrungen mit der Sozialpartnerschaft seit Jahrzehnten zeigen.

Die Welt im Wandel: Strukturelle Veränderungen

Die Auswahl unserer Themenschwerpunkte ist auch eine Reaktion auf strukturelle Veränderungen, die auf die G20-Arbeitsmärkte einwirken und stetig neue politische Antworten erfordern: Globalisierung, Digitalisierung, Migration, demographischer Wandel und einem kulturellen Wandel. Diese Veränderungen bieten zahlreiche Chancen, inklusives Wachstum voranzubringen. Um diese Chancen jedoch nutzen zu können, ist eine aktive politische Gestaltung ganz entscheidend.

www.g20germany.de

Die offizielle Website der Bundesregierung zur deutschen G20 Präsidentschaft 2017.