Können britische Staatsangehörige nach dem Ende der Übergangsphase noch in Deutschland arbeiten?

Das Austrittsabkommen schützt das Recht der Staatsangehörigen des Vereinigten Königreichs, die am Ende der Übergangsphase in einem der 27 EU-Mitgliedstaaten wohnen, sofern ihr Aufenthalt im Einklang mit den EU-Vorschriften über die Freizügigkeit steht. Das Austrittsabkommen schützt unter bestimmten Bedingungen auch ihre Familienangehörigen.

Während der Übergangsphase wird das Vereinigte Königreich grundsätzlich weiter wie ein EU-Mitgliedstaat behandelt. Auch die Regelungen über die EU-Freizügigkeit gelten damit in diesem Zeitraum entsprechend. Damit haben britische Staatsangehörige während der Übergangsphase im Wesentlichen dieselben Rechte wie vor dem Austritt. Sie können beispielsweise in Deutschland arbeiten oder eine Arbeit suchen, wie zu der Zeit als sie noch EU-Bürgerinnen und EU-Bürger waren. Sie können eine Beschäftigung aufnehmen oder eine Erwerbstätigkeit als Selbstständige ausüben. Darüber hinaus behalten sie alle ihre Rechte als Erwerbstätige auf der Grundlage des Unionsrechts – beispielsweise das Recht, nicht aus Gründen der Staatsangehörigkeit in Bezug auf Beschäftigung, Entlohnung und sonstige Arbeits- und Beschäftigungsbedingungen diskriminiert zu werden; das Recht auf Beschäftigungsbeihilfen unter den gleichen Bedingungen wie die Staatsangehörigen des Aufnahmestaates; das Recht auf Gleichbehandlung hinsichtlich der Beschäftigungs- und Arbeitsbedingungen; das Recht auf soziale und steuerliche Vergünstigungen; kollektive Rechte und das Recht ihrer Kinder auf Zugang zu Bildung.

Für die Zeit nach der Übergangsphase, also ab dem 1. Januar 2021, enthält das Austrittsabkommen Regelungen für Britinnen und Briten, die zum Ende der Übergangsphase in einem EU-Mitgliedstaat leben. Sie können unter anderem weiter auf Lebenszeit in dem jeweiligen EUMitgliedstaat arbeiten, in dem sie zum Ende der Übergangsphase arbeiteten. Wie diese Rechte im Einzelnen umgesetzt werden, wird auf Ebene der Mitgliedstaaten gesetzlich geregelt.

Das Recht zur Erwerbstätigkeit von Britinnen und Briten, die zum Ende der Übergangsphase nicht in Deutschland leben, richtet sich nach den aufenthaltsrechtlichen Regelungen für Drittstaatsangehörige, d.h. vor allem nach dem Aufenthaltsgesetz und der Beschäftigungsverordnung.