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Empfehlung für neue Berufskrankheit "Lungenkrebs nach langjähriger und intensiver Passivrauchbelastung bei Nierauchern" beschlossen

19. Juli 2019

Ein Barkeeper zapft Bier, im Hintergrund sitzen Gäste am Tresen.
Quelle:  iStock

Der Ärztliche Sachverständigenbeirat "Berufskrankheiten" beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat eine wissenschaftliche Empfehlung für eine neue Berufskrankheit "Lungenkrebs nach langjähriger und intensiver Passivrauchbelastung bei Nierauchern" beschlossen.

Betroffen sein können Personen, die über viele Jahrzehnte einer sehr hohen Belastung durch Passivrauch ausgesetzt waren. Diese Bedingungen können etwa auf Personen zutreffen, die in Bars, Diskotheken oder Kneipen gearbeitet haben, wobei in der Regel eine Arbeitsdauer von rund 40 Jahren erforderlich ist. Nieraucher im Sinn dieser Berufskrankheit sind Personen, die selbst nie oder in ihrem Leben höchstens 400 Zigaretten geraucht haben.

Mit der Empfehlung des Sachverständigenbeirats besteht für die Unfallversicherungsträger und Gutachter jetzt eine einheitliche und aktuelle wissenschaftliche Grundlage für die Prüfung der Fälle. Bei Vorliegen aller Voraussetzungen kann Lungenkrebs bereits jetzt als sog. "Wie-Berufskrankheit" anerkannt werden.

Die Empfehlung ist am 11. Juli 2019 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht worden (Ausgabe 20/2019 S. 399 ff.). Den vollständigen Text der Empfehlung finden Sie im Anhang unten. Dort finden Sie auch nähere Informationen über die betroffenen Berufsgruppen sowie über die medizinischen und wissenschaftlichen Grundlagen der Empfehlung. Informationen zum Berufskrankheitenrecht allgemein, zu Anerkennungsvoraussetzungen und Leistungsansprüchen sowie zu anderen Berufskrankheiten finden Sie hier.