Navigation und Service

Sind wir fit bis zur Rente?

27. Juni 2019

Immer mehr Menschen sind bis zum Erreichen der Altersrente gesetzlich versichert und immer weniger müssen wegen verminderter Erwerbsfähigkeit früher in Rente gehen.

Rentenzugang (in Tausend)

Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit Renten wegen Alters
1971 292.371 310.305
1973 269.333 448.939
1975 288.257 403.455
1977 282.641 339.517
1979 284.217 288.805
1981 322.287 301.660
1983 324.964 321.319
1985 228.667 380.953
1987 194.851 471.018
1989 201.029 523.568
1991 186.590 470.390
1993 271.541 787.820
1995 293.994 1001.255
1997 264.203 836.625
1999 218.187 878.102
2001 200.579 818.642
2003 174.361 826.809
2005 163.960 773.267
2007 161.515 704.461
2009 173.028 696.957
2011 180.238 698.753
2013 176.682 648.259
2015* 174.328 888.521
2017 165.638 758.819

* Sondereffekt durch "neue Mütterrenten" im Jahr 2014 und 2015: Viele westdeutsche Frauen im Alter ab 65 Jahren haben durch die Anerkennung eines weiteren Kindererziehungsjahres pro Kind mit Geburt vor 1992 die Wartezeit von 5 Jahren für einen erstmaligen Rentenanspruch erlangt.

Hinweise zur Interpretation

Im Jahr 1970 wechseln noch etwa gleich viele Menschen in eine Altersrente wie in eine Erwerbsminderungsrente. Im Zeitverlauf steigt allerdings die Zahl der Altersrentner deutlich an, während die Zahl der Zugänge in eine Erwerbsminderungsrente sinkt. Der Anstieg bei den Altersrenten erklärt sich einerseits durch Reformen. So wurden 1972 und 2012 neue Arten vorgezogener Altersrenten eingeführt und Mitte der 1980er Jahre die Wartezeit als Anspruchsvoraussetzung für eine Altersrente von 15 auf 5 Jahre reduziert und somit der Zugang in eine Altersrente erleichtert. Andererseits gab es wirtschaftliche Schwächeperioden, in denen ein vorzeitiger Altersrentenübergang genutzt wurde, um die Lage am Arbeitsmarkt zu entschärfen. So zur Ölkrise Anfang der 1970er Jahre, während des Umbaus der Industriesektoren in den 1980er Jahren und während der wirtschaftlichen Transformation in Ostdeutschland Anfang der 1990er Jahre.

Dadurch, dass der vorzeitige Übergang in eine Altersrente erleichtert wurde, war die Verrentung über eine Erwerbsminderung nur noch eine nachrangige Alternative und folglich ging die Zahl der Erwerbsminderungsrentner tendenziell zurück. Darüber hinaus wurden durch die Reformen in den Jahren 1984 und 2001 die Zugangsvoraussetzungen in eine Erwerbsminderungsrente verändert.

Zusammengenommen spiegeln die Rentenzugänge auch die historische und demografische Entwicklung wieder. So ist der Anstieg im Zuge der Wiedervereinigung deutlich zu erkennen. Die tendenziell rückläufige Entwicklung der Zugänge ist demografisch bedingt und auf die geburtenschwachen Jahrgänge Mitte des letzten Jahrhunderts zurückzuführen.

Definition

Eine Altersrente können Personen beziehen, wenn sie bestimmte Altersgrenzen erreicht haben und die notwendige Dauer an Versicherungszeiten (sogenannte Wartezeit) vorliegt. Bis 2011 lag die Regelaltersgrenze bei 65 Jahren. Seit 2012 wird die Regelaltersgrenze jährlich stufenweise bis auf 67 Jahre im Jahr 2029 angehoben. Ältere Menschen können auch vorzeitig in eine Altersrente wechseln, wenn sie bestimmte Anspruchsvoraussetzungen erfüllen. Das früheste Zugangsalter und die Bedingungen für einen vorgezogenen Altersrentenbezug haben sich seit 1970 mehrmals verändert. Hat eine Person die Altersgrenze noch nicht erreicht und kann aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten, hat sie Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente, sofern eine Mindestversicherungszeit in den letzten Kalenderjahren vorliegt. Auch bei der Erwerbsminderungsrente – vor dem Jahr 2000 Erwerbs- und Berufsunfähigkeitsrente – wurden die rechtlichen Rahmenbedingungen seit 1970 einige Male angepasst.

Seite teilen