Navigation und Service

Deutsch lernen für den Beruf

29. Mai 2020

Das Erlernen der deutschen Sprache ist Voraussetzung, um möglichst schnell in Deutschland Fuß zu fassen. Hier erfahren Sie, wo Sie Hilfe zum Spracherwerb erhalten.

Junger Mann im Anzug schreibt etwas mit einem Bleistift.

Gesamtprogramm Sprache (GPS)

Das Erlernen der deutschen Sprache ist für die meisten Zugewanderten in Deutschland der erste Schritt und die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration in Gesellschaft und Arbeit. Mit dem Gesamtprogramm Sprache hat die Bundesregierung deshalb im Inland ein flächendeckend ausgebautes, ausdifferenziertes und zugleich kohärentes Angebot der Deutschsprachförderung geschaffen, das sich an Neuzugewanderte aus Drittstaaten und der EU ebenso richtet wie an Migrantinnen und Migranten, die bereits länger in Deutschland leben, sowie Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler sowie Deutsche mit Migrationshintergrund und Sprachförderbedarf.

Das Gesamtprogramm Sprache besteht aus einem modularen Angebot für verschiedene Zielgruppen mit dem Basisangebot der bereits 2005 eingeführten Integrationskurse und den darauf aufbauenden Kursen der berufsbezogenen Deutschsprachförderung, die Mitte 2016 in den Strukturen der Regelförderung etabliert wurden. Für die Integrationskurse ist das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und für die berufsbezogene Deutschsprachförderung das Bundesministerium für Arbeit und Soziales zuständig. Beide Sprachförderangebote werden vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) administriert.

Das Ziel aller Angebote des Gesamtprogramms ist die bestmögliche Förderung der Teilnahmeberechtigten beim Erlernen der deutschen Sprache. Je nach Vorkenntnissen und individuellem Lernfortschritt ist eine durchgehende Förderung bis C 1 (nach dem gemeinsamen europäischen Referenzrahmen GER) und künftig auch bis zur kompetenten Sprachbeherrschung möglich, die dem Sprachniveau C 2 des GER entspricht.

1. Integrationskurse

Das Ziel der Integrationskurse ist die Vermittlung von Sprachkenntnissen auf dem Niveau B 1 GER sowie von Kenntnissen der Rechtsordnung, der Kultur und Geschichte der Bundesrepublik. Diese Kenntnisse sollen die Kursteilnehmenden in die Lage versetzen, eigenständig im Alltag zu agieren. Der allgemeine Integrationskurs umfasst in der Regel 600 Unterrichtseinheiten im Sprachkurs und zusätzlich 100 Unterrichtseinheiten im Orientierungskurs.

Daneben gibt es spezielle Integrationskurse mit einem Umfang von bis zu 900 Unterrichtseinheiten im Sprachkurs für Analphabeten, Zweitschriftlernende, Jugendliche, Eltern und Frauen sowie für Teilnehmende mit Behinderungen. Viele Integrationskurse finden zurzeit als Alphabetisierungskurse statt. Bei diesen Kursen geht das Curriculum bereits konzeptuell von einem Kursergebnis auf dem Sprachniveau A 2 aus.

Am 1. August 2019 trat das Gesetz zur Förderung der Ausbildung und Beschäftigung von Ausländerinnen und Ausländern – Ausländerbeschäftigungsförderungsgesetz (ABFG) in Kraft. Darin ist ein deutlich erweiterter Zugang von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern (Gestattete) sowie Geduldeten zu den bundesgeförderten Sprachfördermaßnahmen geregelt.

So können seit dem 1. August 2019 auf Antrag nicht nur weiterhin Asylbewerberinnen und Asylbewerber (Gestattete) mit guter Bleibeperspektive (seit dem 1. August 2019 aus den Herkunftsländer Syrien und Eritrea) an Integrationskursen und bei Bedarf auch an Berufssprachkursen teilnehmen, sondern auch arbeitsmarktnahe Gestattete mit unklarer Bleibeperspektive (z. B. aus Afghanistan, Iran, Irak, Somalia), wenn sie vor dem 1. August 2019 eingereist sind und sich seit mindestens drei Monaten gestattet in Deutschland aufhalten (mehr dazu im Faktenpapier).

Informationen erhalten Sie direkt von der Ausländerbehörde Ihres Aufenthaltsorts oder der Bundesagentur für Arbeit oder Ihrem Jobcenter.

2. Berufsbezogene Deutschsprachförderung

Die Kurse der berufsbezogenen Deutschsprachförderung, die in besonderem Maße darauf ausgerichtet sind, die Chancen der Teilnehmenden auf dem Ausbildungs- und Arbeitsmarkt zu verbessern, knüpfen in der Regel an die allgemeine Sprachförderung der Integrationskurse an und dienen dem Spracherwerb ab dem Niveau B 1 bis zum Niveau C 2. Unabhängig vom Eingangssprachniveau darf die Berufssprachkurse zur Erreichung der Sprachniveaus B 1 und A 2 aber auch besuchen, wer das Sprachniveau B 1 trotz ordnungsgemäßer Teilnahme an einem Integrationskurs nicht erreichen konnte oder als Geduldeter keinen Zugang zum Integrationskurs hat.

Darüber hinaus werden Spezialberufssprachkurse mit fachspezifischem Unterricht für einzelne Berufsgruppen oder im Zusammenhang mit Verfahren zur Berufsanerkennung angeboten.

Die Teilnahme an den Kursen der berufsbezogenen Deutschsprachförderung ist für Zugewanderte aus Drittstaaten (einschließlich vieler Asylbewerberinnen und Asylbewerber und vieler Geduldeter), EU-Bürgerinnen und EU-Bürger sowie Deutsche mit Migrationshintergrund grundsätzlich kostenfrei, wenn der Teilnehmende ausbildungssuchend, arbeitsuchend oder arbeitslos gemeldet ist oder eine Ausbildung im Dualen System absolviert oder sich in einer Aus- oder Weiterbildungsmaßnahme befindet oder Leistungen nach dem SGB II bezieht oder begleitend zur Anerkennung seines ausländischen Berufsabschlusses oder für die Erteilung einer Berufserlaubnis ein bestimmtes Sprachniveau benötigt.

Seit dem 1. August 2019 teilnahmeberechtigt sind auch arbeitsmarktnahe Gestattete mit unklarer Bleibeperspektive, wenn sie vor dem 1. August 2019 eingereist sind und sich seit mindestens drei Monaten gestattet in Deutschland aufhalten.

Geduldete, die bisher nur dann Zugang zu den Berufssprachkursen ab Sprachniveau B 1 hatten, wenn ihre Duldung aus dringenden humanitären oder persönlichen Gründen oder erheblichen öffentlichen Interessen (einschließlich der Ausbildungsduldung, ab dem 1. Januar 2020 auch einschließlich der Beschäftigungsduldung) erfolgte, können nach sechs Monaten geduldetem Aufenthalt auch ohne die genannten Voraussetzungen an den Berufssprachkursen des Bundes teilnehmen, wenn sie arbeitsmarktnah sind. Für diese Gruppe der Geduldeten werden die Berufssprachkurse auch unterhalb des Sprachniveaus B 1 geöffnet, da sie keinen Zugang zu den Integrationskursen haben (mehr dazu im Faktenpapier).

Für die Ausstellung der Teilnahmeberechtigung zum Berufssprachkurs sind die Arbeitsagenturen und Jobcenter zuständig. Zudem kann das BAMF auf Antrag Beschäftigten, Auszubildenden sowie Personen, die begleitend zur Anerkennung eines ausländischen Berufsabschlusses oder die für die Erteilung einer Berufserlaubnis ein bestimmtes Sprachniveau benötigen, eine Teilnahmeberechtigung ausstellen. Weitere Informationen zu den berufsbezogenen Deutschkursen erhalten sie beim BAMF , der Bundesagentur für Arbeit und den Jobcentern.

Hier fin­den Sie die­se In­for­ma­tio­nen in fol­gen­den Spra­chen:

Deutsch ler­nen

Sprachlernangebote für Flüchtlinge auf der Website des Goethe-Instituts.

In­te­gra­ti­ons­kurs

Im Integrationskurs lernen Sie, wie Sie nach Arbeit suchen, Anträge ausfüllen, Ihre Kinder in der Schule unterstützen oder neue Menschen kennen lernen.

Deutsch für den Be­ruf

Informationen zur berufsbezogenen Sprachförderung.

Seite teilen