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Soziale Sicherung

Wohnungslosen­berichterstattung des Bundes nimmt erste wichtige Hürde

Erstmals hat das Statistische Bundesamt amtliche Zahlen dazu veröffentlicht, wie viele wohnungslose Personen in Deutschland Leistungen zur Unterbringung in Anspruch genommen haben. Zum Stichtag am 31. Januar 2022 waren es 178.000 Personen. Für diese Gruppe liegen valide Informationen bei den auskunftspflichtigen Stellen vor. Damit erfüllt das Statistische Bundesamt seinen gesetzlichen Auftrag aus dem im Jahr 2020 beschlossenen Wohnungslosenberichterstattungsgesetz.

Das Statistische Bundesamt hat erstmals eine bundesweite Statistik zu untergebrachten wohnungslosen Personen in Deutschland veröffentlicht.

Der betroffene Personenkreis stellt jedoch nur einen Ausschnitt aller Wohnungslosen dar. Deshalb hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) ergänzend eine umfangreiche repräsentative Erhebung in Auftrag gegeben, die bundesweit verlässliche Zahlen zur Wohnungslosigkeit liefert. Damit werden unter anderem auch Erkenntnisse dazu vorliegen, wie viele wohnungslose Menschen ohne Unterkunft (Straßenobdachlosigkeit) oder verdeckt wohnungslos sind, also bei Bekannten oder Angehörigen unterkommen.

Wir haben einen starken Sozialstaat in Deutschland, der mit umfangreichen Hilfen für alle Menschen da ist, die ihn brauchen. Dennoch sind viele Menschen in Deutschland wohnungslos. Sie leben auf der Straße, in Behelfsunterkünften oder bei Bekannten. Wohnungslosigkeit hat viele Gesichter und ist nicht immer auf den ersten Blick zu erkennen. Deshalb schärfen wir den Blick des Sozialstaats auf das Thema Wohnungslosigkeit mit einer besseren Datenbasis. Auf dieser Grundlage können wir zielgenaue Hilfen entwickeln, um das Übel der Wohnungslosigkeit zurückzudrängen.

Die aktuellen Zahlen des Statistischen Bundesamtes geben uns einen guten Überblick darüber, wie viele Menschen bundesweit staatlich untergebracht sind, was aber nicht mit dem Ende von Wohnungslosigkeit verbunden ist. Als Bundesregierung haben wir die Aufgabe, das Menschenrecht auf Wohnen zu wahren. Menschen ohne Obdach sind nicht nur schutzlos, sondern für die Mehrheit der Gesellschaft auch namenlos. In einem Wohnungslosenbericht der Bundesregierung wollen wir zudem im Herbst mit diesen und weiteren Forschungserkenntnissen einen Gesamtüberblick über die Situation wohnungsloser Menschen geben. Mit dieser Datengrundlage haben wir dann eine gute Basis für unsere Planungen im Rahmen des Nationalen Aktionsplans. Er ist die Grundlage für das Ziel, die Obdach- und Wohnungslosigkeit in Deutschland bis 2030 zu überwinden.

Auf der Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamtes und der Forschungsergebnisse wird das BMAS den ersten Wohnungslosenbericht mit einem umfassenden Bild über die Struktur von Wohnungslosigkeit hinsichtlich soziodemografischer Merkmale (Alter, Geschlecht, Nationalität) und Dauer der Wohnungslosigkeit erstellen. Der Bericht wird auch Empfehlungen für die Fortentwicklung der Wohnungslosenberichterstattung unterbreiten. Die Veröffentlichung ist für den Herbst 2022 vorgesehen.

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