Am 28. April 2026 hat Bundesministerin Bärbel Bas das 10-jährige Jubiläum des Vision-Zero-Fonds (VZF) unter dem Motto "Von der Vision zur Realität: Ein Jahrzehnt Vision-Zero-Fonds" feierlich eröffnet. Mit der Eröffnung würdigte die Ministerin den Welttag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz.
Der VZF steht seit zehn Jahren für das gemeinsame Engagement von Regierungen und den Sozialpartnern für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz. Sein Ziel ist es, die Vision einer Welt ohne Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten zu erreichen. Die Arbeit des Fonds hilft konkret vor Ort und setzt sich dabei auch mit neuartigen Risiken für den Arbeitsschutz auseinander.
Das BMAS ist Initiator des während der deutschen G7-Präsidentschaft 2015 beschlossenen VZF und unterstützt den Fonds seitdem mit einem Beitrag von 1 Mio. Euro jährlich. Während der deutschen G7-Präsidentschaft 2022 hat das BMAS sein Engagement für den Fonds erneut bestätigt und um eine Klimakomponente erweitert, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zugutekommt, die besonders vom Klimawandel und insbesondere von den Auswirkungen höherer Temperaturen auf die Arbeitsumgebung betroffen sind.
Ministerin Bas bedankte sich bei den Partnern des Fonds und erinnerte an die Tragödie von Rana Plaza 2013, die schmerzlich vor Augen geführt habe, was passiert, wenn Arbeitsschutz nicht ernst genommen werde. Beim Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch sind damals mehr als 1.100 Menschen gestorben und zirka 2.500 verletzt worden. Auch in Reaktion auf die Rana-Plaza-Katastrophe haben die Staats- und Regierungschefs der G7 den VZF 2015 in Leben gerufen.
Seitdem haben wir viel gelernt – vor allem, dass Verantwortung nicht an Landesgrenzen endet: In unserem globalen Wirtschaftssystem müssen wir uns international für gute Arbeitsbedingungen stark machen. Die zehnjährige Geschichte des Vision-Zero-Fonds zeigt: Wir können die Bedingungen verändern, unter denen Menschen weltweit arbeiten. Wichtig ist jetzt: Wir dürfen auch in Zukunft nicht wegsehen!
Anlässlich des zehnjährigen Bestehens des VZF möchte ich das außerordentliche Engagement würdigen, das diesen Meilenstein ermöglicht hat. Was als kühne Vision der G7 begann, hat sich zu einer globalen Initiative entwickelt, die mehr als acht Millionen Arbeitnehmer erreicht und die Sicherheit und Gesundheit in Lieferketten weltweit verbessert. Der VZF zeichnet sich dadurch aus, dass er sich einer der größten Herausforderungen in der Arbeitswelt annimmt: sicherzustellen, dass die Menschen, die die Lieferketten am Laufen halten, dies sicher, geschützt und in Würde tun können.
Generaldirektor Houngbo sprach der G7 seinen Dank dafür aus, dass sie der IAO die Verwaltung des Fonds und die Umsetzung seiner Projekte anvertraut hat.
Für die Siemens AG als Gastgeberin hat Vorständin Judith Wiese Grußworte und Glückwünsche per Videobotschaft übermittelt. Dr. Ralf Franke, Leiter für globale Gesundheit, Sicherheit und Umwelt, hob hervor, warum die Siemens AG als erster privater Partner finanziell den VZF unterstützt hat. Insbesondere treiben VZF und die Siemens AG gemeinsam die Arbeitssicherheit bei einer Großbaustelle für das Hochgeschwindigkeitszugnetz in Ägypten voran.