Der ökologische Strukturwandel und die digitale Transformation verändern unsere Arbeitswelt auf vielfältige Weise.
Damit Klimaschutz gelingt, benötigen wir nicht nur die richtigen Technologien, sondern auch Arbeitskräfte mit den passenden Kompetenzen. Dabei entstehen neue Beschäftigungsmöglichkeiten und Berufsbilder z.B. in den Bereichen erneuerbare Energien, Elektromobilität sowie Umwelt- und Klimaschutztechnologie. Gleichzeitig verändern beispielsweise die Umstellung auf emissionsarme Produktionsverfahren oder Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz Kompetenzanforderungen in bestehenden Berufen. Sei es der Einsatz von Wasserstoff statt Kohlenstoff in der Stahlproduktion, der Einbau von Wärmepumpen oder eine verbesserte Gebäudeenergieeffizienz – ohne entsprechend qualifizierte Beschäftigte lässt sich keines dieser Ziele erreichen.
Auch im Zuge der digitalen Transformation entstehen neue und zukunftsträchtige Produktivitäts-, Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale, die es aktiv zu nutzen gilt. Beispielsweise erweitert die Nutzung von Künstlicher Intelligenz (KI) auf Basis der Datenökonomie die Arbeitswelt um neue Berufsbilder sowie neue Kompetenzprofile z. B. im produzierenden Gewerbe an der Schnittstelle zwischen Computerwissenschaften und Maschinenbau oder im Dienstleistungssektor. Als Querschnittstechnologie kommt KI in den verschiedensten Bereichen der Arbeitswelt zum Einsatz. Bis Ende dieses Jahrzehnts wird es in Deutschland keinen Job mehr ohne Berührungspunkte mit KI geben. Ziel muss es daher sein, Beschäftigte und Vertreter*innen der Mitbestimmung zu befähigen, sicher und kompetent mit neuen Technologien zu arbeiten, um ihre Chancen nutzen zu können.
Insbesondere zur Nutzung von KI braucht es nicht nur Fachkenntnisse und Anwendungskompetenzen, sondern auch ein kritisches Verständnis für das produktive Zusammenwirken von Mensch und Technologie ist wichtig, z. B. für die menschliche Aufsicht über automatisierte Prozesse. Daneben gewinnen berufsübergreifende Schlüsselkompetenzen wie Veränderungsbereitschaft, Kommunikations- und Problemlösungsfähigkeit im Strukturwandel an Bedeutung und auch interdisziplinäres Arbeiten wird immer wichtiger. Damit beispielsweise energieeffizientes Bauen gelingt, ist das Zusammenspiel von Berufen aus Handwerk, Bauplanung und Energieberatung erforderlich. Es braucht also zunehmend systemisches Denken und den Blick über den eigenen fachlichen Tellerrand.
Um die Chancen des digitalen und ökologischen Wandels nutzen zu können, kommen dem lebenslangen Lernen und der beruflichen Weiterbildung eine besondere Bedeutung zu. Mit Weiterbildungsförderung und -beratung werden Beschäftigte und Betriebe bei qualifikatorischen Anpassungen unterstützt, um auch in Zeiten des Umbruchs Beschäftigung zu sichern und neue Beschäftigungsperspektiven zu eröffnen.