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Drei Stellungnahmen zur Berufskrankheit Nummer 1302 "Erkrankungen durch Halogenkohlenwasserstoffe" beschlossen

18. April 2018

Eine Hand hält einen Erlenmeyerkolben und eine Pipette in einem Chemielabor.
Quelle:  iStock

Der Ärztliche Sachverständigenbeirat "Berufskrankheiten" beim Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat drei wissenschaftliche Stellungnahmen zur Berufskrankheit Nummer 1302 "Erkrankungen durch Halogenkohlenwasserstoffe" beschlossen.

Die erste Stellungnahme befasst sich mit der Verursachung von Nierenkrebs durch Trichlorethen. Der Stoff wurde früher als Reinigungs- und Entfettungsmittel vor allem in der Metallindustrie, in der chemischen Reinigung und in der Textilbearbeitung eingesetzt und hat heute noch Bedeutung als Zwischenprodukt in der chemischen Industrie.

Die beiden anderen Stellungnahmen befassen sich mit Erkrankungen durch Polychlorierte Biphenyle (PCBs). In einem Allgemeinen Teil werden die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu Vorkommen und Gefahrenquellen sowie zu Aufnahme und zum Stoffwechsel beim Menschen abgehandelt, die andere Stellungnahme bezieht sich auf Hauterkrankungen mit Ausnahme von Hautkrebs. Stellungnahmen zu weiteren Erkrankungen durch PCBs werden noch beraten. PCBs wurden früher insbesondere als Weichmacher in Farben, Lackharzen und Kunststoffen sowie in Schmier- und Imprägniermitteln oder als Flammschutzmittel verwendet. Herstellung und Verkauf PCB-haltiger Produkte sind in Deutschland seit 1989, weltweit seit 2004 verboten, stellen aber auch heute noch als Altlasten eine Gefahrenquelle dar.

Die Stellungnahmen sind am 6. April 2018 im Gemeinsamen Ministerialblatt veröffentlicht worden (Ausgabe 12/13 S. 220 ff.). Den vollständigen Text der Stellungnahme finden Sie im Anhang unten. Informationen zum Berufskrankheitenrecht allgemein, zu Anerkennungsvoraussetzungen und Leistungsansprüchen sowie zu anderen Berufskrankheiten finden Sie hier.