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Digitalisierung in der Pflege: Pflegende sehen Technikeinsatz positiv

13. März 2018

Krankenpfleger vor einer Hologrammwand.

Pünktlich zum Deutschen Pflegetag 2018 präsentieren die Offensive Gesund Pflegen und die Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) eine neue Pflegebroschüre. Im Fokus stehen die professionell Pflegenden und ihr Blick auf die zunehmende Digitalisierung ihres Arbeitsumfeldes. Viele Pflegende versprechen sich Entlastung durch elektronische Dokumentation und technische Assistenzsysteme, sehen aber Ansätze wie Telecare und Robotik kritischer.

Die neue Broschüre soll aus der Sicht von professionell Pflegenden die Chancen, Hemmnisse und Entwicklungsperspektiven moderner Technik in der Pflege erschließen. Die Offensive Gesund Pflegen will Beschäftigte motivieren und sensibilisieren, sich mit diesen Entwicklungen auseinander zu setzen, sich einzubringen und mitzugestalten, so Claudia Stiller-Wüsten, die Leiterin der Offensive.

Dabei greift sie unter anderem die Ergebnisse des BGW-Forschungsberichts "Pflege 4.0 – Einsatz moderner Technologien aus der Sicht professionell Pflegender" auf, welcher den Ausgangspunkt eines Gemeinschaftsprojekts der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW), der Offensive Gesund Pflegen und des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales bildete. Das Kooperationsprojekt beleuchtet, wie professionell Pflegende zum Einsatz neuer Technik stehen.

Anwendungsfelder intelligenter Technik in der Pflege

Die Publikation analysiert die vier Anwendungsfelder: elektronische Dokumentation, technische Assistenzsysteme, Telecare (die Diagnose und Behandlung aus der Ferne) und Robotik (teil- oder vollautomatische "Pflegeroboter"). Unter der Überschrift "gesund Pflegen" werden der aktuelle Bekanntheits- und Anwendungsgrad, die Chancen und Herausforderungen sowie die Perspektiven für jedes der vier Anwendungsfelder aufgezeigt. Anhand von Praxisbeispielen wird anschaulich beschrieben, wie intelligente Technik in einem ambulanten Dienst, in einer stationären Einrichtung oder in einem Universitätsklinikum zum Einsatz kommt.

Elektronische Dokumentation verspricht Entlastung, Robotik schürt Angst vor Verlust der Beziehungsqualität

Auf Grundlage einer INQA-Befragung zu "Wertewelten in der Pflege" zeigt die Broschüre auf, dass 87 Prozent der Befragten dem Einsatz moderner Technik in der Pflege aufgeschlossen gegenüberstehen. Auch finden 71 Prozent es sehr wahrscheinlich, dass der Einsatz digitaler Technik die Sicherheit und Gesundheit der Pflegenden verbessert. Allerdings sehen nur 27 Prozent darin eine Maßnahme gegen den zunehmenden Personalmangel (s. Grafik).

Eine große Mehrheit der Befragten hofft auf Entlastung durch elektronische Dokumentation (91 Prozent) und technische Assistenzsysteme (61 Prozent). Hingegen gelten der flächendeckende Einsatz von Telecare und vor allem von Robotik als weniger wahrscheinlich und nützlich. Zu den schlimmsten Befürchtungen gehört, dass Roboter eines Tages vollautomatisiert die Versorgung in einem Pflegeheim übernehmen könnten. Auch wenn dies derzeit als wenig wahrscheinlich gilt, sorgen sich die Beschäftigten um die Pflege von Mensch zu Mensch.

Pflegende wünschen sich technische Unterstützung in der Pflege, aber nur, wenn sie nicht zulasten des persönlichen Kontakts geht, fasst Projektleiterin Dr. Ulrike Rösler von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin die Ergebnisse zusammen. Deshalb muss die Zeit, die durch den Einsatz digitaler Technologien im Arbeitsalltag gewonnen wird, für die Arbeit am und mit dem pflegebedürftigen Menschen zur Verfügung stehen.

Wichtig ist, dass neue Technik unter fachkundiger Begleitung eingeführt und getestet wird, auch im Rahmen von Lern- und Experimentierräumen (www.experimentierraeume.de). Diese werden durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales unter dem Dach der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) im Rahmen des Arbeiten 4.0-Prozesses gefördert. Sie erhalten die neue Pflegebroschüre als PDF oder Druckversion unter www.inqa-pflege.de. Die Broschüre ist außerdem erstmalig auf dem Deutschen Pflegetag am Stand der Offensive Gesund Pflegen erhältlich (Halle: 7, Standnummer G05).

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit: Zukunft sichern, Arbeit gestalten

Attraktive Arbeitsbedingungen sind heute mehr denn je ein Schlüssel für Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit am Standort Deutschland und bilden die Grundlage für eine erfolgreiche Fachkräftesicherung in Unternehmen und Verwaltungen. INQA bietet konkrete Beratungs- und Informationsangebote für Betriebe und Verwaltungen sowie vielfältige Austauschmöglichkeiten in zahlreichen – auch regionalen – Unternehmens- und Branchennetzwerken: www.inqa.de

INQA

Die Initiative Neue Qualität der Arbeit wurde vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales ins Leben gerufen. Ziel der Initiative ist eine Verbesserung der Qualität der Arbeit – für Unternehmen und Beschäftigte.

Experimentierräume

In den betrieblichen Lern- und Experimentierräumen werden Unternehmen und Verwaltungen dazu ermutigt, neue Ideen für die Arbeit von morgen auszuprobieren.

Ar­bei­ten 4.0

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat einen Dialogprozess Arbeiten 4.0 durchlaufen, der sich mit der Zukunft der Arbeitsgesellschaft beschäftigt hat. Erfahren Sie mehr über den Prozess und die Ergebnisse.