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Hälfte der Solo-Selbstständigen sorgt nicht für das Alter vor

30. Mai 2016

Studie des DIW im Auftrag des BMAS vorgelegt

Mann auf Parkbank mit Laptop.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales hat einen neuen Forschungsbericht "Solo-Selbstständige in Deutschland - Strukturen und Erwerbsverläufe" vorgelegt. Die Studie, die vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) im Auftrag des BMAS durchgeführt wurde, zeigt, dass die Zahl der Solo-Selbstständigen seit 2012 zurückgegangen ist und damit der Trend des "Crowdworking" derzeit in Deutschland noch ein Randphänomen darstellt. Zudem zeigt die Studie, dass rund die Hälfte der Solo-Selbstständigen nicht in die gesetzliche oder eine private Altersvorsorge investiert.

Bundesministerin Andrea Nahles:

Die Selbstständigen von heute sind nicht mehr nur die klassischen Unternehmer von einst. Viele Solo-Selbstständige und junge Gründer prägen heute das Bild der Selbstständigen. Wenn die Hälfte der Solo-Selbstständigen nicht für das Alter vorsorgt, birgt das ein neues Risiko von Altersarmut und damit nicht zuletzt eine Belastung für die Allgemeinheit, die wir der Gesellschaft nicht abverlangen können. Diesen Fragen gehen wir im Dialogprozess unter dem Motto "Arbeiten 4.0" nach. Hierzu werde ich im November dieses Jahres ein Weißbuch mit konkreten Lösungsoptionen vorlegen.

Der Forschungsbericht "Solo-Selbstständige in Deutschland - Strukturen und Erwerbsverläufe" analysiert, dass die Zahl der Solo-Selbständigen seit 2012 abnimmt. Zuvor war die Zahl der Solo-Selbstständigen kontinuierlich seit den 90er Jahren angewachsen. 2014 waren 2,3 Mio. Personen in ihrer Haupterwerbstätigkeit Solo-Selbstständige. Der Arbeitsmarkt bietet angesichts der günstigen Konjunktur oft bessere Beschäftigungsalternativen. Ausgewertet wurden Daten des Mikrozensus und des sozio-ökonomischen Panels.

Anders als abhängig Beschäftigten ist es Selbstständigen in Deutschland größtenteils freigestellt, ob sie für das Alter vorsorgen und in welcher Form und Höhe. Nach Analyse des DIW haben in den vergangenen Jahren regelmäßige Versicherungszahlungen in die gesetzliche Rentenversicherung oder in eine private Vorsorge an Bedeutung verloren. Insgesamt war im Jahr 2013 etwas mehr als die Hälfte aller Solo-Selbstständigen nicht durch solche Zahlungen für das Alter abgesichert. Die Soloselbständigen sind eine sehr heterogene Gruppe. Neben vielen Solo-Selbständigen mit einfachen Jobs gibt es auch eine große Gruppe mit Tätigkeiten, die üblicherweise eine akademische Ausbildung voraussetzen. Entsprechend stark unterscheiden sich die Einkommens- und Vermögenssituationen.

Für die Diskussion über die möglichen Gestaltungsansätze sollen auch die Selbständigen in den Dialogprozess "Arbeiten 4.0" des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales eingebunden werden. Die Ergebnisse des Dialogprozesses werden im Weißbuch "Arbeiten 4.0" zusammengefasst, das Ende 2016 vorgestellt werden soll.

Weitere Informationen zum Dialog Arbeiten 4.0 finden Sie unter www.arbeitenviernull.de.

So­lo-Selb­stän­di­ge in Deutsch­land – Struk­tu­ren und Er­werbs­ver­läu­fe

Ziel der Kurzexpertise der Untersuchung "Solo-Selbständige in Deutschland – Strukturen und Erwerbsverläufe" von April 2016 war es, die aktuellen Strukturen und die Entwicklung der selbständigen Tätigkeit, insbesondere der solo-selbständigen Tätigkeit darzulegen.

www.arbeitenviernull.de

Mit dem Dialogprozess "Arbeiten 4.0" schafft das BMAS einen Rahmen für einen Dialog über die Zukunft der Arbeitsgesellschaft.