Mit den Regionalen Fachkräftewerkstätten vertieft das Bundesministerium für Arbeit und Soziales den Austausch mit der betrieblichen Praxis und den regionalen Arbeitsmarktakteuren. Das Dialogformat nimmt Herausforderungen, Bedarfe und Lösungen hinsichtlich der Fachkräftesicherung und Transformation der Arbeitswelt in den Blick. Die erste Fachkräftewerkstatt fand am 12. März 2026 beim Flugzeugtriebwerkshersteller Rolls Royce Deutschland in Blankenfelde-Mahlow statt. Rund 120 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik diskutierten Standortfaktoren, gesetzliche Rahmenbedingungen, alltägliche Hindernisse sowie Best Practice-Beispiele bei der Fachkräftesicherung vor Ort.
Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas, der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Dr. Dietmar Woidke, die Beauftragte der Bundesregierung für Ostdeutschland Elisabeth Kaiser und Rolls Royce Geschäftsführer Dr. Dirk Geisinger betonten nach einem Unternehmensrundgang die gemeinsame Verantwortung für eine wirksame Fachkräftepolitik. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels reiche die Mobilisierung des inländischen Fachkräftepotenzials nicht mehr aus. Es bedürfe beschleunigter Verfahren bei der Einwanderung und der Anerkennung von ausländischen Berufsqualifikationen sowie einer besseren regionalen Unterstützung für Unternehmen bei Fragen zu Visaverfahren, zur Anerkennung, zur Anmeldung einer Wohnung oder zum Eröffnen eines Kontos für ausländische Fachkräfte.
Vor der Fachkräftewerkstatt nahm Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (Mitte) an einem Unternehmensrundgang teil.
Bundesministerin Bas, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (links) und Ostbeauftragter Elisabeth Kaiser (Mitte) beim Rundgang.
Beim Unternehmensrundgang tauschte sich die Ministerin u.a. mit Auszubildenden aus.
Bundesministerin Bas traf außerdem auf Beschäftigte, die sich durch Qualifizierung und Weiterbildung für den Job fit machen.
Highlight des Rundgangs war die Turbinenhalle mit eindrucksvollen Triebwerken.
Bei der dritten Station kamen die Politiker*innen mit internationalen Fachkräften ins Gespräch.
Anschließend eröffnete Bundesministerin Bas mit Ministerpräsident Woidke die erste Regionale Fachkräftewerkstatt.
Zum praxisorientierten Dialog erschienen mehr als 120 Teilnehmende aus der Region.
Mit dabei waren auch Staatssekretärin Leonie Gebers und weitere Vertreter*innen des Bundesministeriums.
In vier Werkstattgesprächen erarbeiteten die Teilnehmenden Lösungswege zu den Themen Ausbildung, Weiterbildung, Vernetzung und Einwanderung.
In den Bereichen Ausbildung, Weiterbildung und Einwanderung konnten interessante Einblicke in die Sicherung von Fachkräften durch Rolls Royce gewonnen werden. Im anschließenden Unternehmensgespräch schilderten weitere Betriebe aus Brandenburg ihre Alltagsherausforderungen – von der internationalen Rekrutierung über Wohnraumsuche bis hin zu Aus- und Weiterbildungsangeboten. Das Land Brandenburg sei sich laut Dr. Friederike Haase, Staatssekretärin im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Klimaschutz des Landes Brandenburg, der Auswirkungen des demografischen Wandels und der Anforderungen eines Einwanderungslandes bewusst. Mit einer aktiven Standortpolitik lassen sich Fachkräfte für die Region gewinnen und halten. Das Land gehe das Thema Fachkräftesicherung inzwischen ressortübergreifend an: von Mobilität und Infrastruktur über Azubi-Wohnen bis zur Berufsbildung.
Vier Werkstätten zu zentralen Themen
In vier Werkstattgesprächen arbeiteten die Teilnehmenden Handlungsbedarfe und Lösungswege zu den Themen Ausbildung, Weiterbildung, Vernetzung und Einwanderung aus.
Im Bereich Ausbildung stand die Zusammenarbeit zwischen Kommunen, Unternehmen und Bildungseinrichtungen im Mittelpunkt. Diskutiert wurden unter anderem Fragen der regionalen Infrastruktur, der Mobilität und der Ansprache junger Menschen in Schulen durc Betriebspraktika oder Ausbildungsbotschafterinnen und -botschafter. Auch die Unterstützung von Betrieben durch überbetriebliche Ausbildungsteile und Assistierte Ausbildung wurden besprochen.
In der Werkstatt zum Thema Weiterbildung wurde auf die Passgenauigkeit und Flexibilität von Weiterbildungsangeboten und deren Förderung eingegangen. Systeme der Kompetenzerhebung, regelmäßige Qualifizierungsgespräche und tarifvertragliche Regelungen zur Weiterbildung seien hilfreich bei der Umsetzung von Weiterbildungen im Betrieb.
Im Bereich der Vernetzung stand der Mehrwert von Netzwerken im Fokus, wenn sich alle Beteiligten einbringen.
Bei der Einwanderung tauschten sich die Teilnehmenden vor allem über die Integration internationaler Fachkräfte im Betrieb und das Miteinander vieler verschiedener Kulturen am Arbeitsplatz aus. Verschiedene Unternehmen stellten Best Practice-Beispiele vor. Aber auch die Dauer von Visa- und Anerkennungsverfahren und das Bedürfnis nach einem übersichtlichen Informations- und Beratungsangebot waren hier erneut Thema. Verbesserungen erhoffen sich die Teilnehmenden durch die Bündelung und Digitalisierung der Prozesse im Rahmen der Work-and-Stay-Agentur.
Die Teilnehmenden bewerteten die Veranstaltung als gutes Format zur Vernetzung der Praxis untereinander sowie mit der Landes- und Bundespolitik. Gemeinsam konnten Herausforderungen ebenso wie gelungene Beispiele der Fachkräftesicherung diskutiert werden, wie Staatssekretärin Leonie Gebers in ihrem Schluss-Statement betonte.
Die Impulse aus den Regionalen Fachkräftewerkstätten fließen in die Weiterentwicklung der Fachkräftestrategie der Bundesregierung ein. Auch die Länder und weiteren Bundesressorts sind an diesem Prozess beteiligt, um Lösungen für die breite betriebliche Praxis sicht- und nutzbar zu machen.
Drei weitere Fachkräftewerkstätten sind in diesem Jahr in anderen Regionen Deutschlands geplant.