Mit dem Wandel der Arbeitswelt, der fortschreitenden Digitalisierung und schwindenden Grenzen von Arbeitszeit nehmen Stress und Belastung zu. Eine gute Arbeitsgestaltung fördert die Gesundheit, während eine schlecht gestaltete Arbeit sie negativ beeinflussen kann. So macht Stress nicht automatisch psychisch krank, doch der Grat zwischen Belastung und Überlastung ist schmal. Maßnahmen zum Schutz, der Förderung und Wiederherstellung der psychischen Gesundheit sind gut erforscht und verfügbar.
Handeln, bevor es zu spät ist
Psychische Störungen bilden anhaltend eine der häufigsten Ursachen für Arbeitsunfähigkeiten. Für die Betroffenen kann das im schlimmsten Fall den Abschied vom Berufsleben bedeuten. Die Ursachen für psychische Belastungen und Erkrankungen sind komplex und vielfältig. Sie lassen sich nicht auf das Arbeitsumfeld reduzieren.
Welche Rolle die Arbeitsgestaltung für die psychische Gesundheit der Beschäftigten spielt, hat die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) im Rahmen einer wissenschaftlichen Standortbestimmung 2017 aufbereitet.
In der Verantwortung der Arbeitgeber liegt es, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass sie die Gesundheit der Beschäftigten nicht gefährdet (§ 4 ArbSchG). Entscheidend hierfür ist eine Gefährdungsbeurteilung im Betrieb zu machen und dabei auch das Thema psychische Belastung im Blick zu haben.
Gute Arbeitsgestaltung bei psychischer Belastung ist bereits seit 2013 ein Schwerpunktthema in der Gemeinsamen deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA). Die Empfehlungen zur „Berücksichtigung psychischer Belastung in der Gefährdungsbeurteilung“ sind eine anerkannte Referenz für die betriebliche Arbeitsschutzpraxis. Aktuell wird eine staatliche Regel zu psychischer Belastung erstellt.
Die menschengerechte Gestaltung der Arbeitsbedingungen bildet die Grundlage zum Schutz der psychischen Gesundheit und kann sinnvoll durch Unterstützungsangebote auf betrieblicher und individueller Ebene flankiert werden. Krankenkassen sind nach dem Präventionsgesetz (§ 20b SGB V) dazu verpflichtet Betriebe bei der betrieblichen Gesundheitsförderung zu unterstützen.
Materialien, Informationen und Umsetzungshilfen für Betriebe zum Schutz und der Stärkung der psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt wurden im Rahmen des Projektes PsyGA „Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt“ der Initiative Neue Qualität erstellt.
Für mehr Offenheit und Vernetzung der Akteure