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450-Euro-Mini-Jobs / Geringfügige Beschäftigung

2. Januar 2013

Informationen zur Entgeltgrenze für geringfügig entlohnte Beschäftigungen in Privathaushalten oder in der Gleitzone.

Zwei Reinigungskräfte säubern den Fußboden mit Wischern.
Quelle:  colourbox.de

Für geringfügig entlohnte Beschäftigungen und geringfügig entlohnte Beschäftigungen in Privathaushalten (sog. Mini-Jobs) wurde mit dem Gesetz zu Änderungen im Bereich der geringfügigen Beschäftigung vom 5. Dezember 2012 (BGBl. I S. 2474) zum 1. Januar 2013 die Entgeltgrenze in Anlehnung an die allgemeine Lohnentwicklung um 50 Euro angehoben und beträgt 450 Euro monatlich.

Außerdem unterliegen geringfügig entlohnt Beschäftigte (einschließlich der geringfügig entlohnt Beschäftigten in Privathaushalten), die ihre Tätigkeit ab dem 1. Januar 2013 aufgenommen haben, grundsätzlich der Versicherungspflicht in der Rentenversicherung. Der damit verbundene volle Schutz der Rentenversicherung wirkt sich für die Beschäftigten regelmäßig rentensteigernd aus und ist Voraussetzung für verschiedene rentenrechtliche Ansprüche, zum Beispiel im Fall der Erwerbsminderung.

Für die Minijobber besteht jedoch die Möglichkeit, sich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen. Werden Minijobber von der Rentenversicherungspflicht befreit, liegt kein voller Rentenversicherungsschutz mehr vor. Der Verzicht auf einen vollen Schutz in der gesetzlichen Rentenversicherung setzt eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Vorsorge für den Fall einer Erwerbsminderung und den Eintritt in das Rentenalter voraus.

Minijobber, die bereits vor dem 1. Januar 2013 versicherungsfrei in der gesetzlichen Rentenversicherung waren, bleiben in diesem Minijob auch nach Inkrafttreten der Neuregelungen versicherungsfrei; sie können aber wie bisher mit Wirkung für die Zukunft auf die Versicherungsfreiheit verzichten (Übergangsregelung). Wurde allerdings nach dem 31. Dezember 2012 das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt auf einen Betrag von 400,01 bis 450 Euro erhöht, gilt auch für diese Beschäftigten das neue Recht, so dass grundsätzlich Versicherungspflicht in der Rentenversicherung eintritt und die Möglichkeit besteht, sich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien zu lassen.

Zum 1. Januar 2013 stieg auch die Entgeltgrenze für Beschäftigungen in der Gleitzone (sog. Midi-Jobs) um 50 Euro auf 850 Euro monatlich an, so dass die Gleitzone, innerhalb der der Arbeitnehmerbeitrag zur Sozialversicherung linear ansteigt, bei einem Verdienst von 450,01 bis 850 Euro im Monat liegt.

Gleitzonenbeschäftigte mit einem monatlichen Arbeitsentgelt im Bereich von 400,01 bis 450 Euro, die ihre Beschäftigung vor dem 1. Januar 2013 aufgenommen haben und bisher versicherungspflichtig in der gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung waren, bleiben bis zum 31. Dezember 2014 nach der bisherigen Gleitzonenregelung versicherungs- und beitragspflichtig (Übergangsregelung). Sie können sich aber auf Antrag von dieser Versicherungspflicht (Ausnahme: Rentenversicherung) befreien lassen.

Regelungen seit 1. Januar 2013 im Überblick

  • Entgeltgrenze beträgt im Monat 450 Euro.
  • Minijobber sind grundsätzlich versicherungsfrei. Eine Ausnahme gilt für die Rentenversicherung: Minijobber sind versicherungspflichtig in der Rentenversicherung und zahlen seit 1. Januar 2015 einen Beitrag in Höhe von 3,7 Prozent ihres Bruttoarbeitsentgelts. Sie können sich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.
  • Arbeitgeber zahlen 30 Prozent Pauschalbeiträge (15 Prozent gesetzliche Rentenversicherung, 13 Prozent gesetzliche Krankenversicherung und 2 Prozent Steuern), die Insolvenzgeldumlage sowie die Umlagen nach dem Mutterschutz- und dem Lohnfortzahlungsgesetz sowie den jeweiligen Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung. Auch im Falle der Befreiung des Minijobbers von der Rentenversicherungspflicht haben die Arbeitgeber den pauschalen Rentenversicherungsbeitrag von 15 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts zu entrichten.
  • Bei Mini-Jobs in Privathaushalten zahlen Arbeitgeber Pauschalbeiträge in Höhe von 12 Prozent (je 5 Prozent zur gesetzlichen Renten- und Krankenversicherung sowie 2 Prozent Steuern), einen einheitlichen Unfallversicherungsbeitrag von 1,6 Prozent sowie die Umlagen nach dem Mutterschutz- und dem Lohnfortzahlungsgesetz. Dabei ist der 5-prozentige Pauschalbeitrag zur Krankenversicherung jedoch nur dann zu zahlen, wenn der Minijobber in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist.
  • Minijobber in Privathaushalten sind versicherungspflichtig in der Rentenversicherung und zahlen einen Beitrag in Höhe von 13,7 Prozent des Bruttoarbeitsentgelts. Sie können sich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.
  • Mehrere gleichzeitig ausgeübte Mini-Jobs werden zusammengerechnet. Wird dabei die Geringfügigkeitsgrenze von 450 Euro überschritten, tritt grundsätzlich vom Tag des Überschreitens an Versicherungspflicht auch in den übrigen Zweigen der Sozialversicherung ein.
  • Neben einer sozialversicherungspflichtigen Hauptbeschäftigung ist die Ausübung eines Mini-Jobs möglich, der mit Ausnahme der grundsätzlichen Rentenversicherungspflicht sozialversicherungsfrei ist. Jeder weitere Mini-Job wird mit der Hauptbeschäftigung zusammengerechnet, so dass für den zweiten und alle weiteren Mini-Jobs Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung besteht.
  • Seit 1. Januar 2015: Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage (bis 31. Dezember 2014 sowie ab 1. Januar 2019: zwei Monate bzw. 50 Arbeitstage) im Kalenderjahr begrenzt ist und nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Die Höhe des Verdienstes ist dabei unerheblich.
    Von dem Drei-Monats-Zeitraum ist auszugehen, wenn der Minijob an mindestens fünf Tagen in der Woche ausgeübt wird. Bei Beschäftigungen von regelmäßig weniger als fünf Tagen in der Woche ist auf den Zeitraum von 70 Arbeitstagen abzustellen.
  • Zentrale Meldestelle: Minijob-Zentrale der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See.
  • Gleitzone liegt im Entgeltbereich von 450,01 und 850 Euro monatlich. Bei einem Arbeitsentgelt in diesem Bereich besteht Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung; der Arbeitnehmerbeitrag steigt linear von rund 11 Prozent bis zum vollen Arbeitnehmeranteil.
  • Für vor dem 1. Januar 2013 aufgenommene Mini-Jobs ist weiterhin grundsätzlich das bis zum 31. Dezember 2012 geltende Recht maßgeblich.
  • Für die Bereiche von 400,01 bis 450 Euro sowie von 800,01 bis 850 Euro bestehen bis zum 31. Dezember 2014 Übergangsregelungen (Einzelheiten dazu siehe Text oben).

Weitere ausführliche Informationen finden Sie:

Bei der Minijob-Zentrale als zentraler Einzugstelle für die Mini-Jobs.

Minjob-Zentrale
45115 Essen
www.minjob-zentrale.de
Telefon: 0355 2902-70799
Montag bis Freitag 7 Uhr bis 17 Uhr
Fax: 0201 384-979797

Haben Sie weitere Fragen? Ausführliche Auskünfte erhalten Sie bei der Minijob-Zentrale.

Weitere Informationen

Ge­ring­fü­gi­ge Be­schäf­ti­gung und Be­schäf­ti­gung in der Gleit­zo­ne

Die Broschüre informiert über die Regelungen der geringfügigen Beschäftigung.

Minijob-Zentrale

Informationen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zum Thema Minijob.