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Altersrenten

15. März 2017

Auf welche Altersrenten Anspruch besteht und mit welchem Lebensalter diese bezogen werden können, wird im nachfolgenden Überblick dargestellt. Aufgrund von Übergangs- bzw. Vertrauensschutzregelungen können für abweichende Altersgrenzen als die nachfolgend überblicksartig dargestellten gelten. Bitte informieren Sie sich hierzu bei Ihrem zuständigen Rentenversicherungsträger.

Das Bild zeigt ein lächelndes, älteres Paar im freien.

Anspruch auf eine Rente wegen Alters hat nur der Versicherte selbst. Voraussetzung ist zunächst das Erreichen eines bestimmten Lebensalters (Altersgrenze). Leistungen aus der Rentenversicherung können außerdem nur beansprucht werden, wenn die Versicherten mindestens eine Zeit lang der Versicherung angehört haben. Diese Mindestversicherungszeit ist die Wartezeit. Je nach Art der Altersrente müssen gegebenenfalls weitere Voraussetzungen erfüllt werden.

Versicherte können eine Rente wegen Alters in voller Höhe (Vollrente) oder als Teilrente in Höhe von einem Drittel, der Hälfte oder zwei Dritteln der erreichten Vollrente in Anspruch nehmen.

Nach den Änderungen des Teilrentenrechts durch das Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand und zur Stärkung von Prävention und Rehabilitation im Erwerbsleben (Flexirentengesetz, Inkrafttreten: 1. Juli 2017) kann eine Teilrente künftig stufenlos in individueller Höhe bezogen werden. Die Höhe der Teilrente kann entweder in Höhe von mindestens zehn Prozent frei gewählt werden oder sie ergibt sich durch eine stufenlose Anrechnung des Hinzuverdienstes auf die Rente.

Regelaltersrente

Anspruch auf die Regelaltersrente haben Versicherte, die die Regelaltersgrenze erreicht und die allgemeine Wartezeit von fünf Jahren erfüllt haben. Durch das Gesetz zur Anpassung der Regelaltersgrenze an die demografische Entwicklung und zur Stärkung der Finanzierungsgrundlagen der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz) wird die Regelaltersgrenze seit 2012 bis zum Jahr 2029 stufenweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Die Stufen der Anhebung betragen zunächst einen Monat pro Jahrgang (Regelaltersgrenze von 65 auf 66 Jahre) und dann ab Geburtsjahrgang 1959 zwei Monate pro Jahrgang (Regelaltersgrenze von 66 auf 67 Jahre). Für alle nach 1963 Geborenen gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Für alle vor 1947 Geborenen verbleibt es bei der Regelaltersgrenze von 65 Jahren. Neben der Regelaltersrente darf unbeschränkt hinzuverdient werden.

Altersrente für besonders langjährig Versicherte

Mit Beginn der stufenweisen Anhebung der Regelaltersgrenze zum 1. Januar 2012 wurde für besonders langjährig Versicherte eine neue Altersrente eingeführt. Seitdem können Versicherte, die mindestens 45 Jahre mit Pflichtbeiträgen für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit und Pflege sowie Zeiten der Kindererziehung bis zum zehnten Lebensjahr des Kindes zurückgelegt haben, weiterhin ab Vollendung des 65. Lebensjahr eine abschlagsfreie Altersrente beanspruchen. Durch das RV-Leistungsverbesserungsgesetz ist die Altersgrenze für die Altersrente für besonders langjährig Versicherte zum 1. Juli 2014 vorübergehend auf 63 Jahre abgesenkt worden. Die Altersgrenze von 63 Jahren wird für Versicherte, die nach 1952 geboren sind, stufenweise wieder auf das vollendete 65. Lebensjahr angehoben.

Auch Zeiten der freiwilligen Beitragszahlung können nun auf die 45-jährige Wartezeit angerechnet werden, wenn für 18 Jahre Pflichtbeiträge vorliegen. Um besondere Härten aufgrund kurzzeitiger, arbeitslosigkeitsbedingter Unterbrechungen in der Erwerbsbiografie zu vermeiden, werden Zeiten des rentenversicherungspflichtigen Bezugs von Arbeitslosengeld berücksichtigt. Eine Ausnahme gilt jedoch für die letzten zwei Jahre vor Rentenbeginn: Zeiten des Arbeitslosengeldbezugs zählen während dieser Zeit nur für den Rentenanspruch, wenn sie durch eine Insolvenz oder eine vollständige Geschäftsaufgabe des Arbeitgebers verursacht wurden.

Altersrente für langjährig Versicherte

Anspruch auf Altersrente für langjährig Versicherte besteht, wenn das maßgebliche Lebensalter vollendet und die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt ist. Die Altersgrenze für die abschlagsfreie Altersrente für langjährig Versicherte wird ab Geburtsjahrgang 1949 entsprechend der Anhebung der Regelaltersgrenze stufenweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Die vorzeitige Inanspruchnahme dieser Altersrente ist ab Vollendung des 63. Lebensjahres möglich, aber mit Rentenabschlägen verbunden. Versicherte, die vor 1949 geboren wurden, können weiterhin abschlagsfrei mit Vollendung des 65. Lebensjahres in Rente gehen.

Altersrente für schwerbehinderte Menschen

Anspruch auf Altersrente für schwerbehinderte Menschen haben Versicherte, die das maßgebliche Lebensalter vollendet haben, bei Rentenbeginn als schwerbehinderte Menschen anerkannt sind und die Wartezeit von 35 Jahren erfüllt haben. Die Altersgrenze für einen abschlagsfreien Rentenzugang wird ab Geburtsjahrgang 1952 stufenweise vom 63. auf das 65. Lebensjahr und für die vorzeitige, mit Abschlägen verbundene Inanspruchnahme stufenweise vom 60. auf das 62. Lebensjahr angehoben.

Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit

Diese Altersrente erhalten Versicherte mit Abschlägen, wenn sie vor 1952 geboren wurden, das 63. Lebensjahr vollendet haben, die Wartezeit von mindestens 15 Jahren erfüllen und entweder bei Beginn der Rente arbeitslos sind und nach Vollendung eines Lebensalters von 58 Jahren und sechs Monaten insgesamt 52 Wochen arbeitslos waren oder mindestens 24 Kalendermonate Altersteilzeitarbeit nach dem Altersteilzeitgesetz ausgeübt haben. Zusätzlich müssen Versicherte innerhalb der letzten zehn Jahre vor Beginn der Rente mindestens acht Jahre Pflichtbeiträge für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit gezahlt haben.

Abschlagsfrei kann diese Altersrente nach Vollendung des 65. Lebensjahres bezogen werden. Für Versicherte, die nach 1951 geboren wurden, gibt es diese Altersrente nicht mehr.

Altersrente für Frauen

Anspruch auf Altersrente für Frauen mit Abschlägen haben vor dem 1. Januar 1952 geborene weibliche Versicherte, die das 60. Lebensjahr vollendet, die Wartezeit von 15 Jahren erfüllt und nach Vollendung des 40. Lebensjahres mehr als 10 Jahre an Pflichtbeitragszeiten zurückgelegt haben.

Abschlagsfrei kann diese Altersrente nach Vollendung des 65. Lebensjahres bezogen werden. Für Versicherte, die nach 1951 geboren wurden, gibt es diese Altersrente nicht mehr.

Drei ältere Männer unterhalten sich.

Ren­te

Eine zentrale Aufgabe des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales ist es, die Leistungsfähigkeit der gesetzlichen Rentenversicherung zu erhalten, zu sichern und fortzuentwickeln.

Ab­schlags­freie "Ren­te ab 63"

Besonders langjährig Versicherte können nach 45 Beitragsjahren ab 63 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen. Kurzzeitige Unterbrechungen der Erwerbsbiografie werden angerechnet.