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Ist die Bevölkerungsentwicklung eine Belastung für das Sozialsystem?

27. Juni 2019

Ab 2025 wird der Altenquotient stark ansteigen, die Geburtenziffer aber niedrig bleiben.

Entwicklung des Alten-, Jugend- und Gesamtquotienten

19501955196019651970197519801985199019952000200520102015202020252030203520402045205020552060
Altenquotient16,2618,0519,2921,6824,5726,6126,8823,7423,5724,7426,7631,6933,8134,7436,640,8847,5753,0853,653,9755,2458,1359,72
Jugendquotient50,7950,2147,2750,0753,3651,1646,3438,1734,2534,2633,9832,9230,2730,2630,0931,3633,1333,8332,6631,6831,5832,4933,31
Gesamtquotient67,0568,2666,5671,7677,9377,7873,2161,9157,825960,7464,6164,086566,6972,2580,6986,9186,2685,6586,8290,6293,03

Hinweise zur Interpretation

Die Abhängigenquotienten (d.h. der Alten- und Jugendquotient sowie der entsprechende Gesamtquotient) spiegeln das jeweilige quantitative Verhältnis der Bevölkerung im nichterwerbsfähigen Alter (Zähler) zur Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (Nenner) wider. Ein Gesamtquotient unterhalb von 100 ergibt sich, wenn die Anzahl der Erwerbsfähigen höher ist als die der Summe aus Alten und Jungen. Sind beide Vergleichsgruppen gleich groß sind, ergibt sich ein Wert von 100.

Der Hintergrund der Kennzahlen ist die Überlegung, dass nur die Erwerbstätigen im engeren Sinne wirtschaftlich produktiv sind und das Leben der Jungen sowie der schon im Ruhestand weilenden Alten finanzieren müssen. Beide Quotienten folgen unterschiedlichen Entwicklungslinien. Niedrige Geburtenzahlen in den Kriegs- und Nachkriegsjahren, ihr starker Anstieg bis zu den Baby-Boomer-Jahrgängen und das darauffolgende Absinken führen dazu, dass der Jugendquotient zu Beginn der [19]70er Jahre seine Höchstwerte erreichte und anschließend deutlich abfiel. Seit Mitte der 80er Jahre geht der Wert geringfügig aber beständig zurück. Der Altenquotient ist von niedrigem Niveau ausgehend bis Ende der 70er Jahre angestiegen und wird nach aktuellen Vorausberechnungen etwa ab 2025 bis 2035 erneut stark steigen, weil dann die Babyboomer das Rentenalter erreichen. Danach erfolgt jedoch kein Rückgang, weil die Geburtenziffer seit 1970 auf niedrigem Niveau verharrt. Beide Quotienten spiegeln den demografischen Wandel und verdeutlichen die zunehmenden Herausforderungen für die sozialen Sicherungssysteme auf der Einnahmen- und Ausgabenseite.

Definition

Der Altenquotient wird als Verhältnis der 65-Jährigen und älteren zu den Personen im erwerbsfähigen Alter zwischen 20 und 64 gebildet, der Jugendquotient als Verhältnis der Personen im Alter von 0 bis 19 Jahren zu den Personen im erwerbsfähigen Alter. Angegeben ist die Anzahl Älterer bzw. Jüngerer je 100 Personen im erwerbsfähigen Alter. Der Gesamtquotient ist die Summe aus Alten- und Jugendquotient. So entfielen im Jahr 2017 auf 100 Personen im Erwerbsalter 66 Personen, die jünger als 20 Jahre oder 65 Jahre und älter waren. Daraus ergibt sich ein Quotient von 66.

Dargestellt sind Werte ab 2011 gemäß Zensus 2011; Werte ab 2018 gemäß aktualisierter 13. koordinierter Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes (aktualisierte Rechnung auf Basis 2015); Variante 2A - Kontinuität bei stärkerer Zuwanderung (langfristiger Wanderungssaldo: + 200.000 jährlich).