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Unterstützung bei der Vermittlung in Arbeit

17. Dezember 2018

In Deutschland erhalten Sie Beratung und Hilfe bei der Vermittlung in Arbeit von der Bundesagentur für Arbeit und den Jobcentern. Abhängig vom Status Ihres Asylverfahrens können Sie zudem weitere Bildungs- und Unterstützungsleistungen erhalten, sodass Sie schnell eine Arbeit aufnehmen können.

Junger Mann mit Schutzhelm auf einer Baustelle.
Quelle:  iStockphoto

Ob bei der Ausbildungs- oder Arbeitsplatzsuche, in Deutschland können Sie vielfältige Unterstützungsleistungen erhalten. Dabei sind für Sie je nach Aufenthaltsstatus unterschiedliche Institutionen zuständig. Das sind entweder die Bundesagentur für Arbeit (BA) oder die Jobcenter mit ihren Dienststellen vor Ort. Beide können Ihnen aber bei allen Fragen rund um den Einstieg in den Arbeitsmarkt helfen. Neben einer Beratung zu Ihren Qualifikationen und den beruflichen Anforderungen erhalten Sie Vermittlung auf konkrete Stellen, aber auch weitergehende Hilfe,sofern Ihnen für den Einstieg noch Kenntnisse fehlen. Dann kann z. B. auch die Teilnahme an Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung oder Weiterbildung gefördert werden.

Zuständige Institution

So bald Sie in Deutschland registriert sind oder eine aufenthaltsrechtliche Duldung erhalten, ist die Agentur für Arbeit (AA) vor Ort (Bundesagenturen für Arbeit, BA) für Sie zuständig. Dort können Sie das Beratungsangebot nutzen und in diesem Rahmen Ihre Qualifikationen im Hinblick auf den deutschen Arbeitsmarkt überprüfen lassen. Sobald Sie in der Regel nach drei Monaten Zugang zum Arbeits- oder Ausbildungsmarkt bekommen, steht Ihnen auch die Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung offen. Sie können auch mit Maßnahmen (z.B. Bewerbungstraining) gefördert werden, die für eine berufliche Eingliederung erforderlich sind.

Mit der Anerkennung eines Asylantrags wechselt die Zuständigkeit in den Rechtskreis des Zweiten Buches Sozialgesetzbuch (SGB II). Dieses regelt die Grundsicherung für Arbeitsuchende für die nicht die BA, sondern die lokalen Jobcenter zuständig sind. Ab diesem Zeitpunkt ist es möglich, bei Vorliegen der sonstigen Voraussetzungen, Leistungen der Grundsicherung für Arbeitsuchende zu erhalten. Die nachfolgenden Unterstützungsleistungen werden dann überwiegend durch die Jobcenter erbracht.

Hilfe bei der Aufnahme einer Tätigkeit

Neben der Beratung und Vermittlung können Sie von der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter eine Unterstützung für Bewerbungskosten und Vorstellungsgespräche erhalten. Spezielle Maßnahmen bei Trägern mit Praxisanteil in Unternehmen und berufliche Erprobungen bei Arbeitgebern sind weitere Möglichkeiten, um Berufsbilder und Arbeitsplätze kennen zu lernen. Für Asylbewerberinnen und -bewerber mit guter Bleibeperspektive können diese vermittlungsunterstützenden Leistungen bereits frühzeitig vor dem Arbeitsmarktzugang erbracht werden.

Arbeitgeber können mit dem sogenannten Eingliederungszuschuss Zuschüsse zum Arbeitsentgelt erhalten, wenn sie Arbeitsuchende einstellen, deren Vermittlung erschwert und die Förderung für zur beruflichen Eingliederung erforderlich ist. Arbeitslose können zudem unter bestimmten Voraussetzungen bei Aufnahme einer selbständigen Tätigkeit gefördert werden. Zuletzt können geförderte Arbeitsgelegenheiten in gemeinnütziger Arbeit ein Sprungbrett in den Arbeitsmarkt darstellen.

Weitere Leistungen bieten BA und Jobcenter mit Unterstützung des Europäischen Sozialfonds (ESF) an. Im Handlungsschwerpunkt IvAF "Integration von Asylbewerber/-innen und Flüchtlingen", angesiedelt unter dem Dach der ESF-Integrationsrichtlinie Bund, werden Asylbewerberinnen, Asylbewerber, Geduldete und Flüchtlinge mit humanitärem Aufenthaltstitel bei der Integration in Arbeit, Ausbildung oder bei der Erlangung eines Schulabschlusses unterstützt. Im Mittelpunkt stehen eine verbesserte Beratung, betriebsnahe Qualifizierung sowie Vermittlung. Gefördert werden 41 Projektverbünde im gesamten Bundesgebiet, die eng mit der BA und den Jobcentern kooperieren.

Das ESF-Bundesprogramm Berufseinstiegsbegleitung finanziert spezielle Berufseinstiegsbegleiter/innen, die junge Menschen kontinuierlich und individuell von der Schule bis in die Berufsausbildung fördern. Zudem bietet das Förderprogramm "Integration durch Qualifizierung" (IQ) Weiterqualifizierung an, die zur vollen Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen benötigt werden.

Aus- und Weiterbildung

Die Bundesagentur für Arbeit bietet jungen Menschen sowohl Berufsberatung als auch Berufsorientierung an. Die Berufseinstiegsbegleitung unterstützt insbesondere Schüler/innen, die Gefahr laufen, den Übergang aus der Schule ins Berufsleben nicht erfolgreich zu meistern. Berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen helfen Jugendlichen zur Vorbereitung auf eine Berufsausbildung. Sie können die Vorbereitung auf den nachträglichen Erwerb des ersten Schulabschlusses beinhalten. Über die Einstiegsqualifizierung (EQ) werden Langzeitpraktika bei Arbeitgebern mit dem Ziel des Einstiegs in eine Berufsausbildung gefördert.

Die Berufsausbildungsbeihilfe wird als finanzielle Unterstützungen an Auszubildende zur Überwindung wirtschaftlicher Schwierigkeiten geleistet. Darüber hinaus werden Zuschüsse für die Ausbildung schwerbehinderter Menschen erbracht. Durch das Instrument der Assistierten Ausbildung werden benachteiligte junge Menschen intensiv, individuell und kontinuierlich auf eine betriebliche Berufsausbildung vorbereitet und zum erfolgreichen Abschluss dieser Ausbildung begleitet. Auch die Ausbildungsbetriebe können über die Assistierte Ausbildung Hilfe bekommen und werden in die Unterstützung eng mit einbezogen. Jungen Menschen, die zusätzliche Hilfen zur Aufnahme und zum erfolgreichen Abschluss einer Berufsausbildung benötigen, bieten ausbildungsbegleitende Hilfen Unterstützung zum Abbau von Sprach- und Bildungsdefiziten und zur Förderung der Fachtheorie sowie sozialpädagogische Begleitung.

Darüber hinaus ist de berufliche Weiterbildung ein wichtiger Baustein auf dem Weg in den deutschen Arbeitsmarkt, für den Jobcenter und die Agenturen für Arbeit Hilfen leisten. Bei der Förderung beruflicher Weiterbildung werden Ihre Fähigkeiten, Ihr bisheriger beruflicher Werdegang und Vorkenntnisse und Ihre persönlichen Voraussetzungen wie Eignung und Mobilität berücksichtigt. Nach diesen Faktoren entscheidet die Agentur für Arbeit oder das Jobcenter nach ausführlicher Beratung, ob Sie zur beruflichen Eingliederung eine Qualifizierung benötigen. Eine berufliche Weiterbildung können Sie unter Umständen aber auch dann noch gefördert erhalten, wenn Sie bereits eine Beschäftigung aufgenommen haben. Im Hinblick auf die Wichtigkeit eines Berufsabschlusses für die Beschäftigungschancen auf dem deutschen Arbeitsmarkt wird die Initiative zur Nachqualifizierung junger Erwachsener im Alter von 25 bis 35 Jahren unter der Bezeichnung "ZUKUNFTSSTARTER" fortgesetzt. Mit der Initiative sollen junge Erwachsene für das Nachholen eines Berufsabschlusses gewonnen werden.

Studierende Flüchtlinge erhalten zudem abhängig vom Einkommen der Eltern finanzielle Unterstützung während des Studiums durch das sogenannte Bundesausbildungsförderungsgesetz (BAföG).

In sogenannten Jugendberufsagenturen werden die Leistungen für unter 25-Jährige gebündelt angeboten, damit eine noch besser auf die Bedürfnisse der Jugendlichen abgestimmte Betreuung erfolgen kann. "Jugendberufsagentur" steht dabei als Sammelbegriff für regional unterschiedliche Modelle der Kooperation zwischen den Agenturen für Arbeit, den Jobcentern, der Jugendhilfe und zum Teil auch mit den Schulbehörden.

Persönliche Hilfen

Neben der Förderung der aktiven Arbeitsmarkthilfe enthält das SGB II weitere Unterstützungsleistungen für Langzeitarbeitslose im persönlichen Umfeld. Dazu gehören notwendige Hilfen wie die Betreuung minderjähriger oder behinderter Kinder oder die häusliche Pflege von Angehörigen, die Schuldnerberatung, die psychosoziale Betreuung oder die Suchtberatung.

Neue Möglichkeiten für Geduldete

Die oben genannten Leistungen stehen Ihnen nicht erst nach der Anerkennung Ihres Asylantrags zur Verfügung. Durch das Integrationsgesetz wird die Förderung der Berufsausbildung geöffnet. Dazu stehen ausbildungsbegleitende Hilfen, assistierte Ausbildung, berufsvorbereitende Bildungsmaßnahmen, die Berufsausbildungsbeihilfe und das Ausbildungsgeld für weitere Personengruppen erstmalig, bzw. je nach Zielgruppe früher als bisher zur Verfügung.

Wenn Sie als Geduldeter eine schulische oder betriebliche Ausbildung absolvieren, gilt Ihre Duldung für die Gesamtdauer der Ausbildung, unabhängig vom Alter. Bei einem Ausbildungsabbruch wird die Duldung um sechs Monate verlängert, um einen neuen Ausbildungsplatz zu finden. Bei anschließender ausbildungsadäquater Beschäftigung wird ein Aufenthaltsrecht für zwei weitere Jahre erteilt (sog. "3+2-Regel"). Auch wenn keine direkte Anschlussbeschäftigung gefunden wurde, sollen damit die Potentiale der hier Ausgebildeten im Land gehalten werden. Daher wird es für eine Dauer von sechs Monaten eine Duldung zur Arbeitsplatzsuche geben.

Ansprechpartner

Asylbewerber oder geduldete Flüchtlinge werden durch die regional zuständigen Agenturen für Arbeit betreut (Bundesagentur für Arbeit). Nach einer Anerkennung Ihres Asylantrags können Sie alle Leistungen vom vor Ort zuständigen Jobcenter erhalten.

Bundesagentur für Arbeit

Finden Sie Ihre Dienststelle vor Ort: Anschriften und Kontaktangaben der Agenturen für Arbeit, Jobcenter und Familienkassen sowie regionale Informationen.

Bundesagentur für Arbeit – Übersetzungen

Übersetzungen der deutschen Bescheide, Formulare und Merkblätter

www.inarbeit.inqa.de

Das Angebot "In Arbeit“ der Initiative Neue Qualität der Arbeit bietet praxisorientierte Lösungsansätze für eine gute und langfristig ausgerichtete Zusammenarbeit interkultureller Belegschaften.