Die INQA-Experimentierräume gehen in die nächste Runde. Fünf Projekte erproben über einen Zeitraum von zwei Jahren innovative Ansätze, um Vielfalt in der Arbeitswelt zu fördern.
Diverse Belegschaften sind heute ein zentraler Erfolgsfaktor für Unternehmen. Angesichts zunehmender Personalengpässe, alternder Belegschaften sowie veränderter Erwartungen von Mitarbeitenden und Kund*innen wird es immer wichtiger, Vielfalt im Betrieb gezielt zu stärken. Zudem sind Strukturen wichtig, die Integration und Teilhabe unterschiedlicher Beschäftigtengruppen ermöglichen. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) fördert daher im Rahmen der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) fünf innovative INQA-Experimentierraum-Projekte, die nach neuen Lösungen für mehr Vielfalt vor allem in kleinen und mittleren Unternehmen suchen.
Die INQA-Experimentierräume bilden dabei einen praxisnahen Rahmen, in dem Unternehmen, Beschäftigte und Sozialpartner gemeinsam neue Arbeitsansätze unter realen Bedingungen entwickeln und erproben können. Allen Projekten gemein sind ein hohes Maß an Innovation und Transfer, die konsequente Einbeziehung der Beschäftigten sowie eine externe wissenschaftliche Begleitung und Evaluation. So entstehen praxistaugliche Lösungen, die auch in anderen Betrieben und Branchen funktionieren und somit übergreifend zur Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen beitragen.
In INQA-Experimentierräumen entwickeln und erproben Akteur*innen aus betrieblicher Praxis und Wissenschaft gemeinsam innovative Lösungen für die Herausforderungen der Arbeitswelt. Im Fokus dabei: die Beschäftigten mit ihren Fähigkeiten und ihrem Erfahrungswissen.
INQA-Experimentierräume
Vielfalt gestalten – praktische Ansätze für unterschiedliche Branchen
Ausgewählt wurden fünf Experimentierraum-Projekte aus unterschiedlichen Regionen und Branchen, darunter Pflege, Handwerk, Baugewerbe und IT-Dienstleistung. Sie starteten am 1. Dezember 2025 und laufen jeweils zwei Jahre.
Ein Schwerpunkt liegt zum Beispiel in der Pflege: Dort geht es darum, Fachkräfte mit Migrationsgeschichte besser betrieblich zu integrieren und Vielfalt fest in Strukturen von Pflegeeinrichtungen zu verankern. In Branchen mit besonders engem Kontakt zu Kund*innen, Gästen oder Patient*innen – etwa in Handel, Gastronomie oder Pflege – steht der Umgang mit emotional belastenden Situationen und Diskriminierung im Mittelpunkt. Ziel ist es hier, die psychologische Sicherheit zu stärken und ein inklusiveres Miteinander fördern. Im Ausbau- und Bauhandwerk wird daran gearbeitet, das Erfahrungswissen älterer Beschäftigter systematisch zu sichern und für jüngere Generationen nutzbar zu machen. Für Mitarbeitende in der späten Erwerbsphase soll ein Instrument entwickelt werden, das sie gezielter einbezieht und somit der „Kultur des Frühausstiegs“ entgegenwirkt. Darüber hinaus wird ein branchenübergreifender Ansatz erprobt, der Diversity Management stärker an den unterschiedlichen Lebensphasen der Beschäftigten ausrichtet – und so Diversity-Maßnahmen zielgenauer und wirksamer macht.
Das BMAS verspricht sich von den Projekten wichtige Impulse, wie Vielfalt in Unternehmen nachhaltig gefördert und gleichzeitig ein Beitrag zur Fachkräftesicherung geleistet werden kann. Davon profitieren nicht nur die beteiligten Organisationen, sondern langfristig auch weitere Branchen, die nach praxiserprobten Lösungen für eine diversitätsbewusste Arbeitsgestaltung suchen.
Detaillierte Informationen zu den aktuellen Experimentierraum-Projekten finden Sie unter www.inqa.de/exp. Weitere Informationen zur Initiative Neue Qualität der Arbeit finden Sie unter www.inqa.de.