Teilnehmer des G7-Arbeits- und Beschäftigungsministerinnen und -ministertreffens (G7-LEMM ): (v.l.n.r.) Roxana Mînzatu (EU), Staatssekretärin Lilian Tschan (BMAS), Andrew Western (Großbritannien), Keith Sonderling (USA), Jean-Pierre Farandou (Frankfreich), Patty Hajdu (Kanada), Elvira Calderone (Italien) und Yasumasa Nagasaka (Japan).
Am 9. Juni hat Staatssekretärin Lilian Tschan am Treffen der G7-Arbeits- und Beschäftigungsministerinnen und -minister (G7-LEMM) unter französischer Präsidentschaft in Genf teilgenommen. Das hochrangige Treffen wurde vom französischen Arbeitsminister Jean-Pierre Farandou geleitet. Zentrale Themen Frankreichs im Bereich Beschäftigung waren die Förderung hochwertiger Arbeitsplätze und die Stärkung menschenwürdiger Arbeit in den G7-Staaten und weltweit.
Insbesondere in Zeiten vielfältiger globaler Krisen stehen die G7 im Bereich Arbeit und Soziales vor großen Herausforderungen. Ich freue mich daher besonders, dass die französische G7-Präsidentschaft einen Fokus insbesondere auch auf die soziale Dimension im G7-Prozess gelegt hat.
Das Treffen fand am Rande der Internationalen Arbeitskonferenz in Genf statt. Zentrale Ergebnisse der französischen G7-Präsidentschaft im Bereich Arbeit und Beschäftigung waren ein interaktiver digitaler KI-Fortbildungshub für kleine und mittlere Unternehmen, die Vermeidung von Zwangsarbeit beim Abbau kritischer Rohstoffe und die gezielte Förderung von Arbeitsmarktmobilität, individuellen Karrierewegen und einer möglichst umfassenden Arbeitsmarktteilhabe aller Altersgruppen.
Die französische Präsidentschaft warb darüber hinaus für einen Leitfaden zu Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz vor dem Hintergrund des Klimawandels sowie für eine faire Anwerbung von ausländischen Arbeitskräften. Staatssekretärin Lilian Tschan unterstützte diese Anliegen ausdrücklich.
Es ist für mich ein wichtiges Anliegen, dass Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik ein zentraler Bestandteil der G7-Agenda bleiben, denn wir gestalten politische Maßnahmen, die im Alltag der Menschen einen Unterschied machen und sie unmittelbar betreffen.
Die G7-Ministerinnen und Minister einigten sich auf ein gemeinsames Kommuniqué. Im nächsten Jahr werden die USA den G7-Vorsitz übernehmen.
Staatssekretärin Lilian Tschan vertrat zudem die Bundesregierung auf der 114. Sitzung der Internationalen Arbeitskonferenz der ILO. Sie traf sich auf der Konferenz auch mit ILO-Generaldirektor Gilbert Houngbo und übergab der ILO die Ratifikationsurkunde, mit der das Übereinkommen Nr. 155 über Arbeitsschutz und Arbeitsumwelt für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft treten kann.
Die ILO hat im Jahr 2022 den Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit zu einem grundlegenden Recht erklärt. Als Kernarbeitsnorm haben Arbeitsschutz und die Arbeitssicherheit damit den Rang einer menschenrechtlichen Norm. Lilian Tschan betont, dass Deutschlands Ratifikation des Übereinkommens Nr. 155 ein klares Zeichen für den weltweiten Arbeitsschutz und den regelbasierten Multilateralismus setzt.
Lilian Tschan (2. v. l.) mit ILO-Generaldirektor Gilbert Houngbo (2. v. r.) bei der Übergabe der Ratifikationsurkunde, mit der das Übereinkommen Nr. 155 über Arbeitsschutz und Arbeitsumwelt für die Bundesrepublik Deutschland in Kraft treten kann.