Wenn ein Mensch einen gesundheitlichen Schaden erleidet und der Staat dafür als Gemeinschaft einstehen muss, gibt es Hilfe nach dem Sozialen Entschädigungsrecht. Dafür ist auch der Begriff "Opferentschädigung" gebräuchlich. Die meisten Leistungen müssen beantragt werden.
Sie sollen die Folgen des meisten Schadens abmildern, und zwar sowohl für die Gesundheit als auch für die finanzielle Lage. So kann zum Beispiel ein Einkommensverlust ausgeglichen werden. Auch die Kosten für ärztliche Behandlungen und für Reha-Maßnahmen können übernommen werden.
Entschädigung erhalten insbesondere Menschen, die durch folgende Ereignisse gesundheitlich geschädigt wurden:
- Körperliche und psychische Gewalttaten
- Ereignisse im Zusammenhang mit dem Zivildienst,
- Schutzimpfungen oder andere Maßnahmen der spezifischen Prophylaxe oder
- Einwirkungen der beiden Weltkriege
- Opfer des SED-Unrechts.
Leistungen können auch Hinterbliebene der genannten Personen erhalten, ebenso wie Angehörige und Nahestehende.
Art und Umfang der Leistungen ergeben sich seit 2024 aus dem Vierzehnten Buch des Sozialgesetzbuchs (SGB XIV).
Um Leistungen aus dem SGB XIV zu erhalten, müssen drei Bedingungen erfüllt sein. Erstens: Eine Person erlebt einen schädigenden Vorfall, zum Beispiel einen Raubüberfall. Zweitens: Die Tat verletzt die Person, ihr Bein wird zum Beispiel gebrochen. Drittens: Die Verletzung hat weitere Folgen. Das können Gesundheitsprobleme sein, etwa eine Gehbehinderung oder seelische Schäden. Das können auch Geldprobleme sein, etwa weniger Einkommen.
Die Begriffe "Opferentschädigung" und "Soziale Entschädigung" werden inzwischen synonym verwendet. Der Begriff "Opferentschädigung" stammt aus dem früheren Opferentschädigungsgesetz (OEG). Dieses Gesetz sah Hilfen für Menschen vor, die Opfer einer Gewalttat geworden waren. Inzwischen gilt das Sozialgesetzbuch XIV (SGB XIV). Es regelt die Soziale Entschädigung und gilt für mehr Menschen als das OEG. Neben Gewaltopfern haben andere Gruppen einen Anspruch, etwa Menschen mit Kriegsschäden oder Impfschäden sowie Opfer des SED-Regimes in der DDR.
Sehen Sie auf YouTube den Erklärfilm der Bundesarbeitsgemeinschaft der Integrationsämter und Hauptfürsorgestellen (BIH) zum Sozialen Entschädigungsrecht.
Erklärfilm "Was ist das Soziale Entschädigungsrecht?"
In dieser Broschüre werden die Hilfen und Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch Vierzehntes Buch für Personen dargestellt, die in der Bundesrepublik Deutschland Opfer einer Gewalttat geworden sind und dadurch eine gesundheitliche Schädigung erlitten haben.