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Europäischer Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen in Deutschland (EHAP)

22. Juni 2016

Der EHAP leistet einen Beitrag zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung als ein Kernziel der Europa-2020-Strategie.

Logo des Europäischen Hilfsfonds EHAP

Ziel des Europäischen Hilfsfonds für die am stärksten benachteiligten Personen (EHAP) in Deutschland ist die Förderung des sozialen Zusammenhalts und der sozialen Eingliederung von armutsgefährdeten und von sozialer Ausgrenzung bedrohten Personen. Der EHAP leistet somit einen Beitrag zur Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung als ein Kernziel der Europa-2020-Strategie. Der Fonds ist erstmalig für die Förderperiode 2014-2020 eingerichtet worden. Offiziell eingeführt wurde der Fonds in Deutschland am 22. Februar 2016 im Rahmen einer Auftaktveranstaltung mit rund 200 Gästen in Berlin.

Wer kann aus Mitteln des EHAP unterstützt werden?

Aus Mitteln des EHAP werden Menschen in Deutschland unterstützt, die unter Armut leiden und keinen oder nur unzureichenden Zugang zu den Beratungs- und Unterstützungsangeboten des regulären Hilfesystems haben. Das sind:

  1. Besonders benachteiligte neuzugewanderte Unionsbürger/-innen
  2. Kinder von besonders benachteiligten neuzugewanderten Unionsbürgern/-innen
  3. Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen

Der EHAP ist ein wichtiges Instrument, um betroffene Kommunen insbesondere dabei zu unterstützen, sich den Herausforderungen, die die wachsende Zuwanderung von Unionsbürgern/-innen aus anderen EU-Staaten mit sich bringt, stellen zu können.

Ein kleinerer Teil der neuzugewanderten Unionsbürger/-innen sowie der neuzugewanderten Kinder von Unionsbürgern/-innen, ist aufgrund seiner persönlichen Lebensumstände besonders belastet. Diese Menschen lebten in ihren Herkunftsstaaten in Verhältnissen, die von Armut und sozialer Ausgrenzung geprägt waren und finden auch in Deutschland nur schwer Zugang in die Gesellschaft. Viele von ihnen haben mangelnde Sprachkenntnisse, eine fehlende oder geringe schulische sowie berufliche Qualifikation, sind gesundheitlich eingeschränkt oder leben unter problematischen Wohnbedingungen.

Das Ziel, den Zugang für zugewanderte Kinder zu Angeboten der frühen Bildung und der sozialen Betreuung zu verbessern, setzt das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) um.

Eine weitere Zielgruppe sind Wohnungslose und von Wohnungslosigkeit bedrohte Personen, auf die insbesondere der Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hinweist. Sie sind schon länger von dem Problem des fehlenden oder nicht ausreichenden Zugangs zum regulären Hilfesystem betroffen. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Tatsache, dass sie neben der Wohnungsproblematik in der Regel weitere Belastungen aufweisen.

Wie hilft der EHAP? Welche Aktivitäten werden unterstützt?

Der EHAP erfüllt eine Brückenfunktion zwischen den Zielgruppen und bestehenden Beratungs- und Unterstützungsangeboten des regulären Hilfesystems. Gefördert werden zusätzliche Personalstellen, insbesondere Berater/innen für aufsuchende Arbeit oder in lokalen Beratungsstellen. Sie sollen den Betroffenen helfen, Zugang zu finden zu bestehenden Angeboten, z.B. Sprachkursen oder medizinischer Beratung. Kinder von EU-Zugewanderten sollen herangeführt werden an bestehende Angebote der frühen Bildung und der sozialen Betreuung, wie Kindertagesstätten oder andere vorschulische Angebote oder Freizeitangebote. Dieser Schwerpunkt wird in Kooperation mit dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) durchgeführt.
Die Träger sind zur Kooperationen zwischen Kommunen und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege oder sonstigen freigemeinnützigen Trägern verpflichtet. Das befördert die Transparenz und Effizienz der Projekte.
Rein materielle Leistungen können aus Mitteln des EHAP nicht gefördert werden.
Eine wesentliche Voraussetzung für die Förderung ist das Eingehen einer Kooperationsvereinbarung zwischen Kommunen und Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege oder anderen freigemeinnützigen Trägern.

Besonderes Gewicht legt der EHAP auf die Gleichbehandlung von Männern und Frauen und die Vermeidung jeglicher Art von Diskriminierung.

Finanzielle Rahmenbedingungen

Das finanzielle Volumen für die gesamte Förderperiode beträgt rund 93 Millionen Euro. In einer ersten Förderrunde werden rund 55 Prozent der Mittel ausgegeben. Die Förderquote von 85 Prozent seitens der EU stockt der Bund um weitere 10 Prozent auf, so dass der Eigenmittelanteil möglicher Projektträger bei fünf Prozent liegt.

EHAP-För­der­richt­li­nie

Informationen zur ersten Förderrunde

Zu sehen sind die EU-Flaggen vor dem EU-Parlament.

Eu­ro­päi­scher Hilfs­fonds für die am stärks­ten be­nach­tei­lig­ten Per­so­nen

Links zur Webseite der EU-Kommission.

Fund for Eu­ro­pean Aid to the Most De­pri­ved (FEAD) in Ger­ma­ny

The FEAD contributes to the fight against poverty and social exclusion as one of the targets of the Europe 2020 Strategy.

Bürgertelefon zum Thema "Europäischer Sozialfonds / EHAP / Soziales Europa"

Unter der Telefonnummer 030 221 911 007 ist das Bürgertelefon zum Thema "Europäischer Sozialfonds / EHAP / Soziales Europa" montags bis donnerstags zwischen 8:00 und 20:00 Uhr erreichbar.