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Historikerkommission stellt Bericht zur Geschichte des Reichsarbeitsministeriums vor

27. Juni 2017

Syntheseband zur Geschichte des Reichsarbeitsministeriums im Nationalsozialismus an Bundesministerin Andrea Nahles übergeben

Unabhängige Historikerkommission: Das Reichsarbeitsministerium im Nationalsozialismus. Verwaltung - Politik - Verbrechen.

Die Unabhängige Historikerkommission zur Geschichte des Reichsarbeitsministeriums im Nationalsozialismus übergibt heute im Rahmen eines Symposiums in Berlin den ersten Band einer sechsteiligen Publikationsreihe an Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles. Die 2013 vom Bundesarbeitsministerium eingesetzte unabhängige Kommission sowie ein sechsköpfiges Forschungsteam haben die Geschichte der Vorgängerbehörden des heutigen Bundesarbeitsministeriums während der Zeit des Nationalsozialismus aufgearbeitet.

Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles:

Ich danke den Mitgliedern der Historikerkommission und ihrem Forschungsteam für ihre sehr gründliche und erkenntnisreiche Aufarbeitung der Geschichte des Reichsarbeitsministeriums. Eine Zusammenfassung ihrer Ergebnisse liegt mit dem Syntheseband nun vor. Er macht auf erschreckende Weise deutlich, dass das Reichsarbeitsministerium und seine nachgeordneten Behörden weitaus stärker in das NS-Regime und seine Verbrechen eingebunden waren als lange Zeit angenommen wurde. Vor allem bei der Organisation der Kriegswirtschaft war das Reichsarbeitsministerium eine zentrale Stütze des verbrecherischen Systems.

Im Zentrum der Forschungen standen das Personal und die Handlungsfelder des 1919 gegründeten Reichsarbeitsministeriums. Dabei wurde eingehend untersucht, wie das konkrete Verwaltungshandeln unter den Bedingungen der NS-Diktatur und im Kontext nationalsozialistischer Arbeits- und Sozialpolitik aussah und welche Rolle das Ministerium ab 1939 im Rahmen der Kriegswirtschaft und in den besetzten Gebieten Europas spielte.

Professor Dr. Alexander Nützenadel, Sprecher der Unabhängigen Historikerkommission:

Dieser Band arbeitet nicht nur die Vorgeschichte des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales auf, sondern liefert auch neue Erkenntnisse zur Rolle ministerieller Apparate im Nationalsozialismus. Wir wissen nun sehr viel besser, welche Bedeutung Bürokratie für das Funktionieren einer Diktatur besitzt.

Die weiteren fünf Bände werden im Verlauf des kommenden Jahres im Wallstein Verlag erscheinen.

Weitere Informationen zur Unabhängigen Historikerkommission und zum Forschungsprojekt finden Sie unter: www.bmas.de/geschichte.

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