Gibt es darüber hinaus in Einzelfällen/Notfällen die Möglichkeit einer zusätzlichen Bedarfsdeckung?

Es gibt sowohl im Sozialhilferecht (Sozialgesetzbuch XII = SGB XII) als auch im Rahmen der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Sozialgesetzbuch II = SGB II) die Möglichkeit, einen etwaig zusätzlichen Bedarf im Einzelfall durch Gewährung eines Darlehens zu gewähren. Ein solches „Regelsatzdarlehen“ dient dazu, erforderliche und damit nicht auf-schiebbare Ausgaben zu finanzieren, die eigentlich durch Ansparen aus dem Regelbedarf zu decken wären, im konkreten Einzelfall aber nicht aus diesem gedeckt werden können (bspw. Kauf von Möbeln oder einer neuen Waschmaschine).

Die Rückzahlungsmodalitäten sind je nach Leistungsgrundlage unterschiedlich: Ein Darlehen im SGB II ist mit monatlichen Raten von 10 Prozent des Regelbedarfs zurückzuzahlen. Im SGB XII hingegen ist eine Darlehensrückzahlung auf monatliche Raten von bis zu 5 Prozent des Regelbedarfs begrenzt.