Was wird sich bei der betrieblichen Altersversorgung durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz ändern?

Durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz, das am 1. Januar 2018 in Kraft getreten ist, soll eine weitere Verbreitung von Betriebsrenten erreicht werden, insbesondere in kleinen Unternehmen und bei Geringverdienenden. Dazu werden die gesetzlichen Rahmen- und Förderbedingungen verbessert:

  • Die  Rolle der Tarifparteien bei der Organisation der betrieblichen Altersversorgung wird gestärkt. Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände erhalten neue Instrumente an die Hand, um passgenaue und kostengünstige Betriebsrentenmodelle zu installieren (sog. „Sozialpartnermodell Betriebsrente“)
  • Sofern für die Betriebsrente die Entgeltumwandlung genutzt wird,  muss der Arbeitgeber spätestens ab 2022 grundsätzlich einen Arbeitgeberzuschuss von 15 Prozent des umgewandelten Gehalts zusätzlich an die Versorgungseinrichtung abführen.
  • Steuerfreie Zahlungen an Einrichtungen der betrieblichen Altersversorgung werden ausgeweitet. Ab 2018 sind Beiträge, die zur betrieblichen Altersvorsorge in eine Pensionskasse, einen Pensionsfonds oder eine Direktversicherung investiert werden, bis zu einer Grenze von acht Prozent der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung einkommensteuerfrei (also in 2018 bis zu 6.240 Euro) und bis zu einer Grenze von vier Prozent (3.120 Euro) sozialversicherungsfrei. Das bedeutet zum Beispiel, dass bis zu diesen Grenzen umgewandeltes Arbeitsentgelt „brutto wie netto“ in die Betriebsrente fließen kann. Die später ausgezahlten Betriebsrenten müssen dann allerdings versteuert werden. Sie unterliegen dann auch der vollen Beitragspflicht in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung.
  • Im Steuerrecht wird außerdem ein neues  Fördermodell für Beschäftigte eingeführt, die weniger als 2.200 Euro im Monat verdienen.  Zahlt der Arbeitgeber für Beschäftigte mit einem monatlichen Bruttoeinkommen von max. 2.200 Euro jährlich 480 Euro in eine betriebliche Altersversorgung ein, werden dem Arbeitgeber davon 144 Euro vom Staat erstattet.
  • Damit sich die betriebliche Altersversorgung (und auch sonstiges Sparen für eine Zusatzrente) am Ende auch für Geringverdiener wirklich auszahlt, wird künftig die Anrechnung von Zusatzrenten auf die Grundsicherung im Alter begrenzt. Damit wird sichergestellt, dass sich zusätzliches Sparen am Ende des Erwerbslebens auch für Geringverdiener immer lohnt.
  • In der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung über den Arbeitgeber organisierte Riester-Renten werden ab 2018 genauso behandelt wie private Riester-Verträge; sie bleiben also in der Verrentungsphase beitragsfrei.