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Rentenlexikon

Das Rentenlexikon erläutert die wichtigsten Fachbegriffe aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der zusätzlichen Altersvorsorge.

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  • Durch den Nachhaltigkeitsfaktor wird die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnerinnen und Rentnern zu Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern bei der Anpassung der Renten berücksichtigt. Steigt die Anzahl der Rentnerinnen und Rentner, so wirkt der Nachhaltigkeitsfaktor dämpfend und die Rentenanpassung fällt geringer aus. Steigt die Anzahl der Beitragszahlerinnen und Beitragszahler, wirkt der Nachhaltigkeitsfaktor anpassungssteigernd. Damit werden sowohl die Auswirkungen der verlängerten Lebenserwartung als auch die Entwicklung der Geburten und der Erwerbstätigkeit auf die Finanzierung der gesetzlichen Rentenversicherung zu einem Teil auf die Rentnerinnen und Rentner übertragen.

  • Die Träger der allgemeinen Rentenversicherung halten eine Nachhaltigkeitsrücklage (Betriebsmittel und Rücklage) bereit, der die Überschüsse der Einnahmen über die Ausgaben zugeführt werden und aus der Defizite zu decken sind. Zusammengefasst hat die Nachhaltigkeitsrücklage die Funktion, unterjährige Liquiditätsschwankungen auszugleichen und in Zeiten positiver wirtschaftlicher Entwicklung Mittel aufzubauen, um bei ungünstiger Konjunktur den Beitragssatz zu stabilisieren. Diese Funktion wird durch die Schwankungsbreite der Nachhaltigkeitsrücklage zwischen 0,2 und 1,5 Monatsausgaben gewährleistet.

  • Kindererziehende, die gleichzeitig zwei oder mehr Kinder unter 10 Jahren erziehen und deshalb nicht erwerbstätig sind, erhalten für jedes Jahr der Mehrfacherziehung außerhalb der Kindererziehungszeiten eine Gutschrift an Entgeltpunkten. Für Zeiten, in denen für den Versicherten oder die Versicherte Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung oder Zeiten der nicht erwerbsmäßigen Pflege eines pflegebedürftigen Kindes für ein Kind mit entsprechenden Zeiten für ein anderes Kind zusammentreffen, werden 0,33 Entgeltpunkte gutgeschrieben. Dies gilt für Zeiten ab 1992 und nur für diejenigen Versicherten, die 25 Jahre mit rentenrechtlichen Zeiten nachweisen können (Kinderberücksichtigungszeiten dabei zählen mit).

  • Die vom Gesetz zugrunde gelegte Größe zur Darstellung des Leistungsniveaus der gesetzlichen Rentenversicherung ist das Sicherungsniveau vor Steuern. Dieses Niveau beschreibt das Verhältnis von Rente zu Verdienst. Rente ist dabei eine jährliche sogenannte Standardrente nach 45 Jahren mit Durchschnittsverdienst gemindert um die vom Rentner zu leistenden Sozialabgaben (Kranken- und Pflegeversicherung). Verdienst ist ein rentenrechtliches Durchschnittsentgelt vermindert um die durchschnittlichen Sozialabgaben. Die Steuerbelastung wird bei beiden Größen nicht berücksichtigt.

    Durch die so genannte Niveausicherungsklausel hat die Bundesregierung den gesetzgebenden Körperschaften geeignete Maßnahmen vorzuschlagen, wenn das Sicherungsniveau vor Steuern in der mittleren Variante des 15-jährigen Vorausberechnungszeitraums des aktuellen Rentenversicherungsberichts bis zum Jahr 2020 einen Wert von 46 Prozent oder bis zum Jahr 2030 einen Wert von 43 Prozent unterschreitet (sogenanntes Mindestsicherungsniveau). Die aus Gründen der Generationengerechtigkeit erforderliche Absenkung des Sicherungsniveaus vor Steuern macht deutlich, dass für die jüngere Generation der eigenverantwortliche Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Altersvorsorge künftig unerlässlich ist, um den während des Erwerbslebens erreichten Lebensstandard im Alter zu erhalten. Die Niveausicherungsklausel definiert im Übrigen nur die Untergrenze und nicht das angestrebte Sicherungsziel. Die Niveausicherungsklausel ist mit den Beitragssatzobergrenzen (siehe dort) verknüpft.