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Rentenlexikon

Das Rentenlexikon erläutert die wichtigsten Fachbegriffe aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der zusätzlichen Altersvorsorge.

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  • Bei einem Banksparplan wird ein Guthaben mit festgelegter Verzinsung angespart. Dabei kann der Zinssatz von der Laufzeit oder dem Sparbetrag abhängig sein oder sich nach einem Referenzwert wie z. B. der Umlaufrendite festverzinslicher Anleihen richten. Es besteht nur ein sehr geringes Risiko. Allerdings wachsen die Erträge auch nur langsam. Zusätzliche Kosten entstehen in der Regel nicht.

    Banksparpläne eignen sich besonders für ältere Anleger, deren Ansparzeitraum kürzer ist, und für Menschen mit hohem Sicherheitsbedürfnis. Banksparpläne gehören zu den im Rahmen der Riester-Förderung förderfähigen Altersvorsorgeprodukten. Voraussetzung ist, dass sie die im Altersvorsorgeverträge-Zertifizierungsgesetz (AltZertG) vorgeschriebenen Förderkriterien erfüllen und durch das Bundeszentralamt für Steuern (Zertifizierungsstelle) zertifiziert sind.

  • Bestimmte Personengruppen können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Dazu zählen die in berufsständischen Versorgungseinrichtungen Pflichtversicherten (z.B. Ärzte, Apotheker, Architekten), Gewerbetreibende in Handwerksbetrieben nach 18 Jahren Beitragszahlung, versicherungspflichtige Selbstständige mit einem Auftraggeber in den ersten drei Jahren nach Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit und nach Vollendung des 58. Lebensjahres sowie geringfügig entlohnte Beschäftigte, die nach dem 31.Dezember 2012 einen sogenannten Minijob aufgenommen haben.

  • Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, Witwen- und Witwerrenten, Erziehungsrenten und Waisenrenten werden unter bestimmten Voraussetzungen nur befristet bis zu einem im Rentenbescheid genannten Zeitpunkt geleistet.

    Eine große Witwen- oder Witwerrente zum Beispiel wird befristet gewährt, wenn diese wegen verminderter Erwerbsfähigkeit des Hinterbliebenen für Zeiten vor Vollendung des 47. Lebensjahres (diese Altersgrenze wird seit dem Jahr 2012 stufenweise vom 45. auf das 47. Lebensjahr angehoben) gezahlt wird. Eine Waisenrente wird auf das Ende des Monats befristet, in dem voraussichtlich der Anspruch entfällt (z. B. Vollendung des 18. Lebensjahres, Ende der Ausbildung).

    Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit werden grundsätzlich als sogenannte Zeitrenten geleistet. Die Befristung erfolgt für längstens drei Jahre und kann wiederholt werden. Diese Renten werden nur dann unbefristet gezahlt, wenn unwahrscheinlich ist, dass die Minderung der Erwerbsfähigkeit behoben werden kann. Hiervon ist auszugehen, wenn die Rente insgesamt neun Jahre als Zeitrente gezahlt worden ist. Hängt der Rentenanspruch nicht allein vom Gesundheitszustand, sondern auch von der Arbeitsmarktlage ab, kann die Befristung allerdings regelmäßig - also auch über neun Jahre hinaus - wiederholt werden.

  • Renten aus eigener Versicherung (Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit, Altersrenten und Erziehungsrenten) werden von dem Kalendermonat an geleistet, zu dessen Beginn die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt sind. Die Beantragung dieser Renten sollte spätestens innerhalb der ersten drei Kalendermonate nach Erfüllung aller Voraussetzungen erfolgen. Für nach dieser Zeit gestellte Anträge wird die Rente erst ab dem Antragsmonat geleistet.

    Befristete Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit beginnen grundsätzlich nicht vor Beginn des siebten Kalendermonats nach Eintritt der Erwerbsminderung. In Fällen, in denen jedoch ein Anspruch auf Arbeitslosengeld oder Krankengeld beziehungsweise Krankentagegeld bereits vor dem Beginn einer aus medizinischen Gründen befristet bewilligten Rente wegen voller Erwerbsminderung endet, beginnt diese Rente abweichend von der grundsätzlichen Regelung tagegenau unmittelbar im Anschluss an diese Leistungen.

    Hinterbliebenenrenten werden ebenfalls grundsätzlich von dem Kalendermonat an geleistet, zu dessen Beginn die Anspruchsvoraussetzungen für die Rente erfüllt sind. Allerdings gilt hier keine 3-Monats-Frist für die Beantragung der Leistung, sondern die Hinterbliebenenrente wird bei ausgehend vom Zeitpunkt der Antragstellung längstens für zwölf Kalendermonate rückwirkend gezahlt. Hat der verstorbene Versicherte zum Zeitpunkt des Todes keine Rente bezogen, beginnt die Hinterbliebenenrente mit dem Todestag.

  • Die Höhe der Beitragszahlung berechnet sich bei pflichtversicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt (bis zur Beitragsbemessungsgrenze) und dem Beitragssatz.

  • Sie bildet die Grenze in der gesetzlichen Rentenversicherung, bis zu der Arbeitsentgelt bzw. Arbeitseinkommen versicherbar ist. Für diejenigen Teile des Arbeitsentgelts bzw. Arbeitseinkommens, die oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegen, sind keine Beiträge zu zahlen. Ein Überschreiten ändert also nichts am Bestehen der Versicherungspflicht. Solange das Einkommensniveau in den alten und neuen Bundesländern differiert, gibt es unterschiedliche Beitragsbemessungsgrenzen: 2018 betragen sie monatlich in der allgemeinen Rentenversicherung 6.500 Euro (West) und 5.800 Euro (Ost) sowie in der knappschaftlichen Rentenversicherung 8.000 Euro (West) und 7.150 Euro (Ost). Die Beitragsbemessungsgrenze (Ost) wird beginnend ab 2019 - ebenso wie die anderen besonderen Berechnungsgrößen für die neuen Bundesländer - schrittweise auf den Westwert angehoben, bis sie am 1. Januar 2025 100 Prozent des jeweiligen Westwerts erreicht.

  • Sie ist der Betrag, von dem Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen sind. Bei pflichtversicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern ist die Beitragsbemessungsgrundlage das beitragspflichtige Bruttoarbeitsentgelt, aus dem durch Multiplikation mit dem Beitragssatz der Beitrag berechnet wird. Die Beitragsbemessungsgrundlage ist gleichzeitig der Betrag, der im Versicherungsverlauf und in den Anlagen zum Rentenbescheid als versichertes Einkommen ausgewiesen ist und aus dem die Rente berechnet wird.

  • Beitragsfreie Zeiten sind Ersatzzeiten, Anrechnungszeiten und Zurechnungszeiten. Sie können von Bedeutung sein für die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzung für bestimmte Rentenarten und bei der Rentenberechnung.

  • Beitragsgeminderte Zeiten sind Kalendermonate, die sowohl mit Beitragszeiten als auch mit beitragsfreien Zeiten belegt sind. Maßgebend hierfür ist die Überlegung, dass ein Zusammentreffen von Tatbeständen, die zur Anerkennung beitragsfreier Zeit führen (z. B. Arbeitslosigkeit, Schulausbildung), in aller Regel den Umfang der daneben noch möglichen Erwerbstätigkeit einschränkt und demzufolge nur eine „geminderte“ Beitragszahlung zu erwarten ist. Für beitragsgeminderte Zeiten werden die Anwartschaften zunächst aus den gezahlten Beiträgen ermittelt. Zusätzlich ist zu prüfen, ob ein Zuschlag an Entgeltpunkten zu ermitteln ist, um sicherzustellen, dass diese Zeiten insgesamt den Wert erhalten, den sie als beitragsfreie Zeiten erhalten würden. Für die Wartezeit zählen beitragsgeminderte Zeiten als Beitragszeiten.

  • Der Beitragssatz bestimmt als Prozentsatz die Höhe der Beiträge, die von der Beitragsbemessungsgrundlage (bei pflichtversicherten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Arbeitsentgelt bis zur Beitragsbemessungsgrenze) zur gesetzlichen Rentenversicherung zu zahlen sind. Er beträgt seit dem 1. Januar 2018 in der allgemeinen Rentenversicherung 18,6 Prozent und in der knappschaftlichen Rentenversicherung 24,7 Prozent.

  • Die Bundesregierung hat den gesetzgebenden Körperschaften geeignete Maßnahmen vorzuschlagen, wenn der Beitragssatz in der allgemeinen Rentenversicherung in der mittleren Variante des 15-jährigen Vorausberechnungszeitraums des aktuellen Rentenversicherungsberichts bis zum Jahr 2020 einen Wert von 20 Prozent oder bis zum Jahr 2030 einen Wert von 22 Prozent überschreitet (sogenannte Beitragssatzobergrenzen). Die gesetzlichen Beitragssatzobergrenzen sind mit der Niveausicherungsklausel verknüpft.

  • Beitragszeiten sind Zeiten, für die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung gezahlt werden oder als gezahlt gelten. Hierzu zählen sowohl Pflichtbeiträge als auch freiwillige Beiträge. Beitragszeiten sind die wichtigsten rentenrechtlichen Zeiten. Der Wert einer Beitragszeit wird nach Entgeltpunkten ermittelt. Beitragszeiten sind nicht nur Zeiten, in denen Beiträge an die bundesdeutsche Rentenversicherung entrichtet wurden, sondern auch solche, in denen an die Sozialversicherung der ehemaligen DDR oder an die frühere reichsdeutsche Rentenversicherung Beiträge gezahlt wurden. Zu den Pflichtbeitragszeiten gehören auch Kindererziehungszeiten, Wehr- und Zivildienstzeiten, seit 1992 Zeiten mit Entgeltersatzleistungen (z. B. Kranken- oder Arbeitslosengeld) und seit 1. April 1995 Pflegezeiten.

  • Beitragszeiten, die anerkannte Vertriebene, Spätaussiedlerinnen oder Spätaussiedler in ihrem Herkunftsland nachweisen können, sind Beitragszeiten im Bundesgebiet gleichgestellt (siehe unter Fremdrentenrecht).

  • Für alle unmittelbar förderberechtigten Riester-Sparer gibt es einen Sonderbonus für Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger. Auf diese Weise sollen insbesondere Auszubildende und Berufseinsteiger mit geringem Einkommen animiert werden, früh mit der Zusatzversorgung zu beginnen. Alle Förderberechtigten unter 26 Jahre erhalten einen einmaligen Sonderbonus von 200 Euro, wenn sie einen Riester-Vertrag abschließen.

  • Berufsunfähig sind Personen, die wegen einer gesundheitsbedingten Minderung der Erwerbsfähigkeit in ihrem bisherigen Beruf oder einem zumutbaren anderen Beruf nicht mehr mindestens sechs Stunden täglich arbeiten können. Vor dem 2. Januar 1961 geborene Personen können - bei Erfüllung der sonstigen Voraussetzungen - eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung bei Berufsunfähigkeit erhalten.

  • Die betriebliche Altersvorsorge ist klassischerweise eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Sie beruht auf einer Versorgungszusage des Arbeitgebers, die er seinen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern aus Anlass des Arbeitsverhältnisses gibt. Aus der Zusage ergeben sich die Art und der Umfang der Leistungen, also z. B. ob eine Alters-, Invaliditäts- oder/und Hinterbliebenenversorgung versprochen wird.

    Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben daneben einen individuellen Anspruch auf eine betriebliche Altersvorsorge, wenn sie die Zusage des Arbeitgebers durch Entgeltumwandlung selbst finanzieren. Der Staat unterstützt dies mit Steuer- und Sozialabgabenersparnis (siehe unter „Entgeltumwandlung“).

    Durch das Betriebsrentenstärkungsgesetz wird die Betriebsrente auf tariflicher Grundlage ausgebaut (siehe dazu „Sozialpartnermodell Betriebsrente“).

  • Siehe Betriebliche Altersversorgung.

  • Die Bezugsgröße ist ein zentraler Wert der gesamten Sozialversicherung. Hieraus werden andere Werte, die in den einzelnen Sozialversicherungszweigen bedeutsam sind, abgeleitet. Die Bezugsgröße wird aus dem Durchschnittsentgelt der gesetzlichen Rentenversicherung in den alten Bundesländern des vorvergangenen Jahres (für 2018 also aus 2015) ermittelt. Sie beträgt 2018 im Westen jährlich 36.540 Euro, monatlich 3.045 Euro. Die Bezugsgröße Ost wird in Anlehnung an das in den neuen Bundesländern noch niedrigere Einkommensniveau festgesetzt. Sie beträgt 2018 jährlich 32.340 Euro, monatlich 2.695 Euro. Die Bezugsgröße (Ost) wird beginnend ab 2019 - ebenso wie die anderen besonderen Berechnungsgrößen für die neuen Bundesländer - schrittweise auf den Westwert angehoben, bis sie am 1. Januar 2025 100 Prozent des jeweiligen Westwerts erreicht.

  • Die Ausgaben der gesetzlichen Rentenversicherung werden nicht nur durch Beiträge finanziert, sondern auch durch Zuschüsse des Bundes. Diese sind multifunktional. Mit der allgemeinen Sicherungsfunktion der Bundeszuschüsse gewährleistet der Bund die dauerhafte Funktions- und Leistungsfähigkeit der Rentenversicherung auch unter sich verändernden ökonomischen und demografischen Rahmenbedingungen. Gleichwertiger Grund ist, dass die Rentenversicherung wegen der für die Allgemeinheit zu erbringenden Leistungen finanziell entlastet wird.

    Die Höhe des allgemeinen Bundeszuschusses wird für jedes Kalenderjahr entsprechend der Veränderung der Bruttolöhne und -gehälter und des Beitragssatzes fortgeschrieben. Daneben zahlt der Bund einen zusätzlichen Bundeszuschuss an die allgemeine Rentenversicherung, mit dem die nicht beitragsgedeckten Leistungen der Rentenversicherung pauschal abgegolten werden. Der zusätzliche Bundeszuschuss wird jährlich prozentual mit der Veränderungsrate des Steueraufkommens für einen Mehrwertsatzsteuerpunkt fortgeschrieben. Darüber hinaus wird ein Erhöhungsbetrag zum zusätzlichen Bundeszuschuss gezahlt, der mit der Veränderungsrate der Bruttolöhne und -gehälter fortgeschrieben wird. Ursprünglich war dieser Betrag an Einnahmen der Ökosteuer gekoppelt. Bei den Beiträgen für Kindererziehungszeiten an die allgemeine Rentenversicherung handelt es sich um echte Beiträge, die vom Bund als pauschale Zahlung getragen werden. Diese werden seitens der Rentenversicherung folgerichtig als Beitragseinnahmen erfasst.