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Rentenlexikon

Das Rentenlexikon erläutert die wichtigsten Fachbegriffe aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der zusätzlichen Altersvorsorge.

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  • Das Anspruchs- und Anwartschaftsüberführungsgesetz - AAÜG - regelt die Überführung der in den Zusatz- und Sonderversorgungssystemen der ehemaligen DDR erworbenen Ansprüche und Anwartschaften in die gesetzliche Rentenversicherung.

    In der ehemaligen DDR existierte eine Vielzahl von Zusatz- und Sonderversorgungssystemen, die nur bestimmten Personengruppen offen standen (beispielsweise die zusätzliche Altersversorgung der technischen Intelligenz oder die Sonderversorgung der Angehörigen der Nationalen Volksarmee). Aus diesen Systemen erhielten die dort Versicherten zusätzliche Leistungen zur Rente aus der Sozialpflichtversicherung bzw. Leistungen anstelle von Renten aus der Sozialversicherung. Nach den Vorgaben des Einigungsvertrages waren die in diesen Systemen erworbenen Ansprüche und Anwartschaften in die gesetzliche Rentenversicherung zu überführen.

    Dies ist durch das AAÜG geschehen. Die Zeiten, die in einem Zusatz- oder Sonderversorgungssystem der ehemaligen DDR zurückgelegt wurden, sind heute Pflichtbeitragszeiten der Rentenversicherung.

  • Der aktuelle Rentenwert ist der Betrag, der einer abschlagsfreien monatlichen Altersrente aus Beiträgen eines Durchschnittsverdienenden für ein Jahr entspricht. Er ist ein wichtiger Bestandteil der Rentenformel. In den alten Bundesländern beträgt er seit dem 1. Juli 2018 32,03 Euro, in den neuen Bundesländern 30,69 Euro. Beginnend mit der Rentenanpassung 2018 ist gesetzlich geregelt, dass der aktuelle Rentenwert (Ost) schrittweise an den Rentenwert in den alten Ländern angeglichen wird, bis ab 1. Juli 2024 in ganz Deutschland ein einheitlicher Rentenwert gelten wird..

  • In der Vergangenheit - vor 2003 - hatte sich gezeigt, dass der bisherige Weg, älteren und dauerhaft voll erwerbsgeminderten Personen auf die Hilfe zum Lebensunterhalt nach dem Bundessozialhilfegesetz (BSHG) zu verweisen, keine sachgerechte Lösung darstellt. Die Furcht vor der in der Sozialhilfe üblichen Heranziehung der Kinder für die Unterhaltsleistungen der Sozialhilfe (sogenannter Unterhaltsrückgriff) hat ältere Menschen oftmals vom Gang zum Sozialamt abgehalten.

    Mit der Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung wurde eine existenzsichernde Leistung eingeführt, bei der auf den Unterhaltsrückgriff verzichtet wird.

  • Anspruch auf Altersrente besteht nur, wenn - neben der Erfüllung der Wartezeit und ggf. weiterer Voraussetzungen - eine bestimmte Altersgrenze erreicht ist. Durch das RV-Altersgrenzenanpassungsgesetz wurden die Altersgrenzen der gesetzlichen Rentenversicherung ab dem Jahr 2012 schrittweise angehoben:

    Regelaltersrente

    Die Regelaltersgrenze wird seit 2012 stufenweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Für alle vor 1947 Geborenen verbleibt es bei der Regelaltersgrenze von 65 Jahren. Die Stufen der Anhebung betragen zunächst einen Monat pro Jahrgang (Regelaltersgrenze von 65 auf 66 Jahre) und dann ab Geburtsjahrgang 1959 zwei Monate pro Jahrgang (Regelaltersgrenze von 66 auf 67 Jahre). Für alle nach 1963 Geborenen gilt die Regelaltersgrenze von 67 Jahren.

    Altersrente für besonders langjährig Versicherte

    Mit Beginn der stufenweisen Anhebung der Regelaltersgrenze zum 1. Januar 2012 wurde für besonders langjährig Versicherte diese neue Altersrente eingeführt. Anspruch auf einen abschlagsfreien Renteneintritt bestand für diese Rentenart seither nach Vollendung des 65. Lebensjahres.

    Mit dem Gesetz über Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Leistungsverbesserungsgesetz) wurde die Altersgrenze zum 1. Juli 2014

    vorübergehend auf 63 Jahre abgesenkt. Besonders langjährig Versicherte, die vor dem 1. Januar 1953 geboren sind und noch keine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen, konnten die abschlagsfreie Rente seither ab 63 Jahren in Anspruch nehmen.

    Das Eintrittsalter in die Rente ab 63 wird stufenweise auf die bisher geltende Altersgrenze für besonders langjährig Versicherte von 65 Jahren angehoben. Die Anhebung begann 1 1/2 Jahre nach Inkrafttreten der Regelung im Jahr 2016 für den Geburtsjahrgang 1953 mit einem Anstieg um zwei Monate. Für jeden nachfolgenden Geburtsjahrgang wird die Altersgrenze um zwei weitere Monate angehoben. Für den Geburtsjahrgang 1964 ist die Altersgrenze von 65 Jahren wieder erreicht.

    Altersrente für langjährig Versicherte

    Die Altersgrenze für die abschlagsfreie Altersrente für langjährig Versicherte wird ab Geburtsjahrgang 1949 entsprechend der Anhebung der Regelaltersgrenze stufenweise vom 65. auf das 67. Lebensjahr angehoben. Die vorzeitige Inanspruchnahme dieser Altersrente ist – wie bisher – frühestens mit 63 Jahren unter Inkaufnahme von Abschlägen möglich. Mit der Anhebung der Altersgrenze erhöhen sich auch die Abschläge, jedoch maximal auf 14,4 Prozent.

    Altersrente für schwerbehinderte Menschen

    Bei der Altersrente für schwerbehinderte Menschen wird die Altersgrenze für einen abschlagsfreien Rentenzugang ab Geburtsjahrgang 1952 stufenweise vom 63. auf das 65. Lebensjahr und für die vorzeitige Inanspruchnahme stufenweise vom 60. auf das 62. Lebensjahr angehoben. Der maximale Abschlag für die vorzeitige Inanspruchnahme beträgt damit weiterhin 10,8 Prozent.

    Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeitarbeit

    Die Altersrente konnte von Versicherten, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind, vorzeitig nach Vollendung des 63. Lebensjahres in Anspruch genommen werden. Abschlagsfrei kann diese Altersrente nach Vollendung des 65. Lebensjahres bezogen werden. Für Versicherte, die nach 1951 geboren wurden, gibt es diese Altersrente nicht mehr.

    Altersrente für Frauen

    Die vorzeitige Inanspruchnahme dieser Altersrente war für Versicherte, die vor dem 1. Januar 1952 geboren sind, mit Vollendung des 60. Lebensjahres möglich. Abschlagsfrei kann diese Altersrente nach Vollendung des 65. Lebensjahres bezogen werden. Für Versicherte, die nach 1951 geboren worden, gibt es diese Altersgrenze nicht mehr.

    Weitere Informationen, auch zu den Voraussetzungen der einzelnen Rentenarten:

  • Grundlage für die Altersteilzeitarbeit nach dem Altersteilzeitgesetz ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer müssen das 55. Lebensjahr vollendet haben. Mit der Vereinbarung, die sich zumindest bis auf die Zeit erstrecken muss, bis eine Altersrente beansprucht werden kann, wird die bisherige wöchentliche Arbeitszeit auf die Hälfte vermindert, die versicherungspflichtige Beschäftigung im Sinne des Dritten Buches Sozialgesetzbuch Arbeitsförderung (SGB III) fortgesetzt und der Arbeitgeber verpflichtet, Aufstockungsleistungen zum Altersteilzeitarbeitsentgelt und zu den Rentenversicherungsbeiträgen für die Beschäftigten zu erbringen. Der Arbeitgeber bzw. die Arbeitgeberin stockt den Beschäftigten das regelmäßig zu zahlende sozialversicherungspflichtige Arbeitsentgelt für die Altersteilzeitarbeit (ohne Einmalzahlungen) um 20 Prozent auf und entrichtet für sie zusätzliche Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung. Diese stellen sicher, dass die Arbeitnehmerin oder der Arbeitnehmer zu mindestens 90 Prozent des Entgelts rentenversichert ist, das sie oder er bei der bisherigen Arbeit erzielen würde. Auf arbeitsrechtlicher Grundlage (Arbeitsvertrag, Betriebsvereinbarung, Tarifvertrag) können höhere Aufstockungsleistungen vorgesehen werden.

  • Die Rentenanpassung erfolgt auf der Grundlage der Veränderung des aktuellen Rentenwertes bzw. des aktuellen Rentenwertes (Ost) regelmäßig zum 1. Juli eines Jahres. Der angepasste monatliche Bruttobetrag der Rente wird ermittelt, indem der neue aktuelle Rentenwert mit den anderen Faktoren der Rentenformel multipliziert wird. Beginnend mit der Rentenanpassung 2018 ist gesetzlich geregelt, dass der aktuelle Rentenwert (Ost) schrittweise an den Rentenwert in den alten Ländern angeglichen wird, bis ab 1. Juli 2024 in ganz Deutschland ein einheitlicher Rentenwert gelten wird.

    Basis für die Anpassung der Renten sind die Daten des Statistischen Bundesamts zur Entwicklung der Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer nach den Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (VGR). Um jedoch der tatsächlichen Einnahmenentwicklung der gesetzlichen Rentenversicherung Rechnung zu tragen, wird zusätzlich die Entwicklung der zur Rentenversicherung beitragspflichtigen Entgelte bei der Ermittlung der für die Rentenanpassung relevanten Lohnentwicklung berücksichtigt.

    Neben der Lohnentwicklung werden zwei weitere wichtige Entwicklungen in die Berechnung der Rentenanpassung einbezogen, um die aufgrund des demografischen Wandels entstehenden Belastungen gerecht zwischen Jung und Alt zu verteilen: Zum einen wird die Veränderung der Aufwendungen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer beim Aufbau ihrer Altersversorgung auf die Anpassung der Renten übertragen (sogenannter Faktor Altersvorsorgeaufwendungen). Zum anderen wird durch den Nachhaltigkeitsfaktor die Entwicklung des zahlenmäßigen Verhältnisses von Rentnerinnen und Rentnern zu Beitragszahlerinnen und Beitragszahlern bei der Anpassung der Renten berücksichtigt. Eine Schutzklausel stellt sicher, dass es nicht zu einer Verringerung der aktuellen Rentenwerte kommt (siehe unter Schutzklausel). Es erfolgt keine Rentenkürzung, weder aufgrund der Wirkung der beiden oben dargestellten Faktoren, noch im Fall einer rückläufigen Lohnentwicklung - sogenannte Rentengarantie - (siehe unter Rentengarantie).

  • Anrechnungszeiten sind Zeiten, in denen die bzw. der Versicherte aus nicht von ihr bzw. ihm zu vertretenden Gründen an der Beitragszahlung zur Rentenversicherung gehindert ist. Hierzu gehören beispielsweise folgende Zeiten: Arbeitslosigkeit, Arbeitsunfähigkeit, Schutzfristen bei Mutterschaft, schulische Ausbildung. Anrechnungszeiten können von Bedeutung sein für die Erfüllung der Anspruchsvoraussetzung für bestimmte Rentenarten und bei der Rentenberechnung.

  • Anwartschaften sind - insbesondere durch Beitragszahlung - erworbene Werte in Form von gutgeschriebenen Entgeltpunkten, die zum Zeitpunkt der Leistungsgewährung zum Rentenanspruch werden. Die Höhe der erworbenen Rentenanwartschaft richtet sich vor allem nach der Höhe der während des Versicherungslebens durch Beiträge versicherten Arbeitsentgelte und Arbeitseinkommen. Je mehr Beitragsjahre vorliegen und je höher die versicherten Arbeitsentgelte und Arbeitseinkommen sind, desto höher ist die sich aus der jeweiligen individuellen Versicherungsbiografie berechnete Rente und umgekehrt.

    Dem sozialen Charakter der Rentenversicherung entsprechend werden aber auch Leistungen des sozialen Ausgleichs gewährt. Durch die für Pflichtbeitragszeiten bis 1991 geltende Mindestentgeltpunkteregelung bei geringem Arbeitsentgelt wird beispielsweise die soziale Lage derjenigen langjährig Versicherten verbessert, die wegen niedriger Löhne nur verhältnismäßig geringe Beiträge gezahlt haben.

    Darüber hinaus werden auch Zeiten der Kindererziehung rentenrechtlich honoriert.

  • Eine Voraussetzung für die Gewährung einer Rente wegen Erwerbsminderung ist die Erfüllung der besonderen versicherungsrechtlichen Voraussetzung. Erwerbsminderungsrenten werden grundsätzlich nur den Versicherten zuerkannt, die in den letzten 5 Jahren vor Eintritt der Minderung der Erwerbsfähigkeit mindestens 3 Jahre an Pflichtbeitragszeiten für eine versicherte Beschäftigung oder Tätigkeit zurückgelegt haben (sogenannte 3/5-Belegung). Gleichzeitig mit der Einführung der 3/5-Belegung im Jahr 1984 wurde eine Regelung getroffen, die das Vertrauen der Versicherten in das bis zu diesem Zeitpunkt geltende Recht schützen sollte. Danach haben Versicherte auch ohne Erfüllung der vorgeschriebenen 3/5-Belegung einen Anspruch auf Rente, wenn sie vor dem 1. Januar 1984 bereits die allgemeine Wartezeit erfüllt haben und jeder Kalendermonat vom 1. Januar 1984 bis zum Kalendermonat vor Eintritt der Erwerbsminderung mit sogenannten Anwartschaftserhaltungszeiten belegt ist. Zu diesen Anwartschaftserhaltungszeiten zählen dabei u.a. Beitragszeiten, Anrechnungszeiten oder Berücksichtigungszeiten wegen Kindererziehung.

  • Der Nachhaltigkeitsfaktor weist als Bestandteil der Rentenanpassungsformel die Veränderung des Rentnerquotienten (RQ) aus, d. h. des Verhältnisses von Rentenempfängern zu Beitragszahlern. Um Verzerrungen aufgrund geringfügiger Beitragszahlungen bzw. Rentenleistungen zu vermeiden, wird die Anzahl der Rentner in sogenannte "Äquivalenzrentner" umgerechnet. Die Anzahl der "Äquivalenzrentner" ergibt sich aus der Division des Gesamtrentenvolumens der Renten durch die Standardrente (Rente nach 45 Jahren Verdienst in Höhe des Durchschnittsentgelts). Auf Seiten der Beitragszahler wird in analoger Weise die Anzahl der "Äquivalenzbeitragszahler" errechnet, indem das Gesamtvolumen der Beiträge aller in der allgemeinen Rentenversicherung versicherungspflichtig und geringfügig Beschäftigten sowie der Bezieher von Arbeitslosengeld durch den auf das Durchschnittsentgelt entfallenden Beitrag der allgemeinen Rentenversicherung dividiert wird.

  • Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung werden grundsätzlich je zur Hälfte vom Arbeitnehmer und vom Arbeitgeber getragen. Der jeweilige Anteil beträgt für das Jahr 2019 in der allgemeinen Rentenversicherung die Hälfte von 18,6 Prozent, also 9,30 Prozent des Arbeitsentgelts bis zur Beitragsbemessungsgrenze. In der knappschaftlichen Rentenversicherung beträgt der Beitragssatz 24,7 Prozent, die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zahlen aber auch davon nur 9,30 Prozentpunkte.

  • Das Arbeitseinkommen ist der nach den allgemeinen Gewinnermittlungsvorschriften des Einkommensteuerrechts ermittelte Gewinn aus einer selbstständigen Tätigkeit. Das Arbeitseinkommen ist u. a. die Grundlage für die Berechnung der Pflichtbeiträge von versicherungspflichtigen Selbstständigen, soweit sie sich für die einkommensgerechte Beitragszahlung nach dem tatsächlichen Arbeitseinkommen entschieden haben.

  • Arbeitsentgelt sind alle laufenden oder einmaligen Einnahmen aus einem Beschäftigungsverhältnis, gleichgültig, ob ein Rechtsanspruch auf die Einnahmen besteht oder unter welcher Bezeichnung oder in welcher Form sie geleistet werden. Erhält der Arbeitnehmer neben seinem Entgelt auch Sachbezüge wie z. B. freie Kost, Wohnung, Überlassen eines Dienstwagens zur privaten Nutzung, Waren oder Dienstleistungen, so ist der Wert dieser Leistungen (wird jährlich in einer Verordnung bekannt gegeben) hinzuzurechnen. Das beitragspflichtige Arbeitsentgelt ist maßgebend für die Berechnung der Rentenversicherungsbeiträge von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern.

  • Arbeitslos ist, wer keine Arbeit hat, eine Beschäftigung sucht und den Vermittlungsbemühungen der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht. Wer während dieser Zeit Arbeitslosengeld bezieht, ist in aller Regel rentenversicherungspflichtig. Die Beiträge zur Rentenversicherung für diesen Personenkreis trägt die Bundesagentur für Arbeit.