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Rentenlexikon

Das Rentenlexikon erläutert die wichtigsten Fachbegriffe aus der gesetzlichen Rentenversicherung und der zusätzlichen Altersvorsorge.

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  • Die gesetzliche Rentenversicherung bietet Schutz durch eine starke generationenübergreifende Solidargemeinschaft. Durch das Umlageverfahren sorgt die jeweils arbeitende Generation für die Renten ihrer Eltern- und Großelterngeneration. Generationengerechtigkeit ist ein entscheidender Aspekt bei der Ausgestaltung der gesetzlichen Rentenversicherung. Die Interessen der jüngeren und der älteren Generation müssen gleichermaßen berücksichtigt werden. Einerseits dürfen junge Menschen in ihrem Erwerbsleben nicht mit zu hohen Beiträgen unzumutbar belastet werden, andererseits müssen ältere Menschen eine angemessene Rente erhalten. Im Sinne der Generationengerechtigkeit muss verhindert werden, dass sich Löhne und Renten auseinander entwickeln und Planungssicherheit für alle geschaffen werden – ob aktiv im Erwerbsleben oder in Rente.

  • Zwischen der beitragszahlenden (jungen) und der rentenempfangenden (alten) Generation gilt das Prinzip, dass die arbeitenden Versicherten durch ihre Beiträge die Renten von heute finanzieren. Dabei erwartet die beitragszahlende Generation, dass die nachfolgenden Generationen bereit sind, das Gleiche zu tun. Dieses gesellschaftliche Übereinkommen wird Generationenvertrag genannt, gilt unausgesprochen und ist nicht schriftlich festgelegt.

  • Geringfügige Beschäftigungen unterliegen sozialversicherungs- und steuerrechtlichen Sonderregeln. Es ist zwischen geringfügig entlohnter Beschäftigung und kurzfristiger Beschäftigung zu unterscheiden.

    Eine geringfügig entlohnte Beschäftigung liegt vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig im Monat 450 Euro nicht überschreitet. Regelmäßig bedeutet, dass das durchschnittliche Arbeitsentgelt eines Kalenderjahres die Grenze von 450 Euro im Monat nicht übersteigt. Geringfügig entlohnte Beschäftigte sind in der gesetzlichen Rentenversicherung seit 2013 grundsätzlich versicherungspflichtig. Sie zahlen einen Beitrag in Höhe von 3,6 Prozent (geringfügig entlohnt Beschäftigte in Privathaushalten 13,6 Prozent) des Bruttoarbeitsentgelts (Stand 2018). Auf Antrag können sie sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

    Arbeitgeber zahlen pauschale Beiträge in Höhe von 15 Prozent (private Haushalte 5 Prozent) des Arbeitsentgelts zur gesetzlichen Rentenversicherung - außerdem 13 Prozent (private Haushalte 5 Prozent) zur gesetzlichen Krankenversicherung und den jeweiligen Beitrag zur gesetzlichen Unfallversicherung, die Insolvenzgeldumlage sowie die Umlagen nach dem Mutterschutz- und dem Lohnfortzahlungsgesetz. Auch im Falle der Befreiung der/des Beschäftigen von der Rentenversicherungspflicht haben die Arbeitgeber den pauschalen Rentenversicherungsbeitrag von 15 Prozent (private Haushalte 5 Prozent) des Bruttoarbeitsentgelts zu entrichten.

    Für Bestandsfälle (Beschäftigungsbeginn vor 2013) besteht Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung mit der Möglichkeit, für die Zukunft auf die Versicherungsfreiheit zu verzichten und die Beiträge aufzustocken.

    Eine kurzfristige Beschäftigung liegt vor, wenn die Beschäftigung von vornherein auf nicht mehr als drei Monate oder insgesamt 70 Arbeitstage im Kalenderjahr begrenzt ist und - sofern das Arbeitsentgelt im Monat 450 Euro überschreitet - nicht berufsmäßig ausgeübt wird. Für kurzfristige Beschäftigungen zahlen weder Arbeitnehmer noch Arbeitgeber Beiträge zur Renten- und Krankenversicherung. Der Arbeitgeber muss jedoch Beiträge zur gesetzlichen Unfallversicherung und die oben genannten Umlagen zahlen.

  • Die gesetzliche Rentenversicherung ist das größte soziale Sicherungssystem in der Bundesrepublik und grundsätzlich als Pflichtversicherung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer angelegt. Außerdem sind bestimmte Gruppen von Selbständigen und andere Personengruppen pflichtversichert. Den meisten nicht versicherungspflichtigen Personen bietet die gesetzliche Rentenversicherung die Möglichkeit der freiwilligen Versicherung oder für nicht versicherungspflichtige Selbstständige die Versicherungspflicht auf Antrag.

  • Für versicherungspflichtig Beschäftigte mit einem Arbeitsentgelt oberhalb von 450 Euro gelten zum Teil besondere Regelungen der Beitragstragung. Die bisherige "Gleitzone" wurde zum 1. Januar 2019 auf Arbeitsentgelte von 450,01 Euro bis 1.300 Euro (bisher 850 Euro) zum "Übergangsbereich" für sozialversicherungspflichtige Beschäftigung ausgeweitet. Beschäftigte in diesem Bereich werden stärker beziehungsweise erstmalig bei den Sozialversicherungsbeiträgen entlastet. Zudem führen die verringerten Rentenbeiträge nicht mehr zu geringeren Rentenansprüchen.

  • Bedürftigkeitsabhängige Leistung für über 65-jährige und aus medizinischen Gründen dauerhaft voll Erwerbsgeminderte ab dem 18. Lebensjahr. Rechtsgrundlage ist seit dem 1. Januar 2005 das Zwölfte Buch Sozialgesetzbuch (SGB XII). Gegenüber Kindern und Eltern mit einem Jahreseinkommen unter 100.000 Euro findet kein Unterhaltsrückgriff statt, wenn ihre Angehörigen die Grundsicherung im Alter und bei Erwerbsminderung in Anspruch nehmen.

  • Der Aufbau der zusätzlichen privaten Altersvorsorge (Riester-Rente) wird durch staatliche Zulagen gefördert. Die Höhe der Zulagen richtet sich im Einzelfall aber nach der Höhe der Eigenbeiträge. Nur wer eine Mindesteigenbeitrag einbringt, erhält die volle Zulage (175 Euro). Wer den Mindesteigenbeitrag nur teilweise erbringt (zum Beispiel 50 Prozent), erhält eine anteilige Zulage (also in diesem Fall die Hälfte der vollen Zulage). Die erforderliche Gesamtsparleistung (Mindesteigenbeitrag plus Zulage) beträgt vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens.