Navigation und Service

Sie sind hier:

Berufsberatung, Berufsorientierung und Ausbildungsvermittlung

1. August 2017

Ein wichtiger Akteur bei der Eingliederung von jungen Menschen in die Ausbildung und den Beruf ist die Bundesagentur für Arbeit.

Zwei Frauen in einer beratenden Situation.
Quelle:  Bundesagentur für Arbeit

Ein wichtiger Akteur bei der Eingliederung von jungen Menschen in Ausbildung und Beruf ist die Bundesagentur für Arbeit. Sie bietet für junge Menschen und Erwachsene Berufsberatung und Berufsorientierung an. Die Bundesagentur führt Angebot und Nachfrage nach Ausbildungs- und Arbeitsplätzen auf unterschiedlichen Wegen zusammen: durch die Jobbörse im Internet, durch Inserate in Printmedien und durch Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung. Die Agentur für Arbeit kann auch private Arbeitsmarktdienstleister mit der Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung beauftragen. Die Jobcenter unterstützen erwerbsfähige leistungsberechtigte junge Menschen durch Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung.

Berufsberatung

Berufsberatung richtet sich an junge Menschen und Erwachsene. Sie umfasst die Erteilung von Rat und Auskunft insbesondere zur Berufswahl, über die Berufe und ihre Anforderungen, über Wege der Förderung der beruflichen Bildung, über bedeutsame Entwicklungen in der Berufswelt, über die Lage und Entwicklung des Arbeitsmarktes und zur Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche. Die Berufsberater/innen erarbeiten gemeinsam mit interessierten jungen Menschen Zielvorstellungen sowie berufliche Möglichkeiten und Alternativen.

Für junge Menschen, die ein Studium anstreben, wird von den Agenturen für Arbeit ein spezielles Beratungsangebot vorgehalten: Themen sind hier Studienwahl, Zugangsvoraussetzungen und Anforderungen in den Studiengängen, Beschäftigungsperspektiven und Finanzierung.

Vermittlung

Ausbildung und Arbeit dient der selbstbestimmten Existenzsicherung. Daher ist die kostenlose öffentliche Ausbildungs- und Arbeitsvermittlung ein wichtiger Bestandteil der staatlichen Daseinsfürsorge. Sowohl die Agenturen für Arbeit und die Jobcenter, als auch von diesen beauftragte Arbeitsmarktdienstleister nehmen die Aufgabe der Vermittlung wahr.

Je früher mit den Vermittlungsbemühungen begonnen werden kann, desto eher wird die Ausbildungs- und Arbeitsuche erfolgreich sein. Daher ist es zu empfehlen, rechtzeitig Kontakt zur Agentur für Arbeit oder zum Jobcenter aufzunehmen. Personen, deren Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis endet, sind sogar verpflichtet, sich spätestens drei Monate vor dem Beendigungszeitpunkt bei der Agentur für Arbeit zu melden (außer bei betrieblicher Berufsausbildung).

Die Vermittlung baut in der Regel auf einer systematischen Erfassung der Berufsbiografie und der daraus resultierenden beruflichen Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen auf. Anhand dieser Potenzialanalyse (Profiling) werden Einsatzmöglichkeiten ermittelt. In einer für den Ausbildungs- und Arbeitsuchenden und den Berufsberatern/innen bzw. Arbeitsvermittler/innen verbindlichen Eingliederungsvereinbarung werden das angestrebte Eingliederungsziel, die geplanten Aktivitäten, die zur beruflichen Eingliederung erforderlichen Leistungen und der nächste Kontakt festgehalten. Im Verlauf des Vermittlungsprozesses wird die Eingliederungsvereinbarung überprüft und ggf. angepasst.

In der Online-Jobbörse der Bundesagentur können sich Ausbildungs- und Arbeitsuchende über freie Stellen informieren und ihr Bewerberprofil auf Wunsch auch anonym veröffentlichen.

Berufsorientierung (BO)

Die Agenturen für Arbeit bieten auf der Grundlage der BO-Konzepte der Schulen Berufsorientierung an. Dabei geben sie umfassend Auskunft und Rat zu Fragen der Berufswahl und informieren über Berufe und ihre Anforderungen sowie über wichtige Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt.

Für Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen können darüber hinaus Maßnahmen zur vertieften Berufsorientierung und Berufswahlvorbereitung durchgeführt werden. Voraussetzung ist, dass mindestens 50 Prozent der Kosten von einem Dritten getragen werden. In den Berufsorientierungsmaßnahmen können die Schülerinnen und Schüler konkrete Einblicke in Berufe, ihre Anforderungen und Aussichten gewinnen.

Berufseinstiegsbegleitung

Die Berufseinstiegsbegleitung richtet sich an leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler, die voraussichtlich Probleme haben, einen Schulabschluss zu erlangen und damit auch Gefahr laufen, den erfolgreichen Start ins Berufsleben zu verpassen. Mit dem Ziel der Eingliederung in eine Berufsausbildung wird bereits in den Vorabgangs- und Abgangsklassen von allgemeinbildenden Schulen, die auf einen Haupt- oder Förderschulabschluss vorbereiten, angesetzt. Die Förderung reicht bis zu sechs Monate in die Berufsausbildung hinein. Über die Auswahl der Schüler/innen entscheidet die Berufsberatung nach Empfehlung des Lehrers.

Der Berufseinstiegsbegleiter unterstützt die Teilnehmer/-innen kontinuierlich und individuell beim Erreichen des Schulabschlusses, bei der Berufsorientierung und Berufswahl, bei der Ausbildungsplatzsuche, in Übergangszeiten zwischen Schule und Berufsausbildung und bei der Stabilisierung des Ausbildungsverhältnisses. Er soll insbesondere dafür Sorge tragen, dass die jungen Menschen an den erforderlichen Unterstützungsangeboten (z.B. Nachhilfeangebote während der Schulzeit, Berufsberatung, Maßnahmen im Übergangsbereich) teilnehmen. Durch die – auch sozialpädagogische Ansätze aufgreifende – Unterstützung sollen die Kompetenzen der Teilnehmer/-innen gefördert und damit die beruflichen Integrationschancen erhöht werden. Der Berufseinstiegsbegleiter arbeitet mit den Lehrkräften der Schule sowie den Beratungsfachkräften der Agentur für Arbeit eng zusammen – ohne deren originären Aufgaben zu übernehmen. Auch im regionalen Netzwerk (Arbeitsagenturen, Jobcenter, Kammern, Jugendsozialarbeit etc.) agiert der Berufseinstiegsbegleiter bezogen auf die individuellen Teilnehmer/-innen.

Nachdem die Berufseinstiegsbegleitung zunächst modellhaft erprobt worden war, wurde sie im Jahr 2011 aufgrund der positiven Evaluationsergebnisse dauerhaft in das 3. Buch Sozialgesetzbuch eingefügt. Sie kann seitdem an allen allgemeinbildenden Schulen durchgeführt werden. Die neue Regelung sieht allerdings ein Kofinanzierungserfordernis durch Dritte vor. Für die Schuljahre 2014/2015 bis 2018/2019 werden Maßnahmen der Berufseinstiegsbegleitung mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanziert. Insgesamt werden innerhalb der 5 Schulkohorten ca. 113.000 Schülerinnen und Schüler an 2.977 Schulen, davon 518 Förderschulen, begleitet und unterstützt.

Bun­de­s­agen­tur für Ar­beit

Die Berufsberatung der Bundesagentur für Arbeit (BA) bietet Ihnen kompetente Unterstützung.

www.abi.de

Berufs- u. Studienwahlinformationen für Abiturienten

www.planet-beruf.de

Informationen zu Ausbildung und Beruf für Schüler und Schülerinnen