Navigation und Service

Arbeitsschutzorganisation im Betrieb

6. Februar 2007

Der Arbeitgeber ist verantwortlich für eine funktionierende Arbeitsschutzorganisation im Betrieb.

Eine Person an einer Kreissäge zersägt einen Holzbalken.

Der Arbeitgeber ist verantwortlich für eine funktionierende Arbeitsschutzorganisation im Betrieb. Dies kann besonders wirksam durch eine nachhaltige Einbindung des Arbeits- und Gesundheits­schutzes in die Strukturen und Abläufe eines Unternehmens erreicht werden. Eine zentrale Rolle spielt die Gefährdungsbeurteilung. Soweit erforderlich, hat der Arbeitgeber Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu bestellen.

Zentrale Säule des Arbeitsschutzes im Betrieb ist die Pflicht des Arbeitgebers zur Durchführung einer Gefährdungsbeurteilung. Die Gefährdungsbeurteilung dient dazu, sich auf der Grundlage eines bestimmten Ablaufschemas über die vorhandenen Gefährdungen bei der Arbeit klar zu werden, damit die "richtigen" Schutzmaßnahmen getroffen werden können.

Zweckmäßigerweise orientiert sich das Vorgehen des Arbeitgebers an der im Einzelfall vorliegenden Betriebsart und der Betriebsgröße mit den jeweils auftretenden Gefährdungsfaktoren (z.B. arbeitsstätten­bezogene, arbeitsmittel- und tätigkeitsbezogene Risiken). Nach der Ermittlung dieser Faktoren besteht der Kern der Gefährdungsbeurteilung darin, sie auf die Notwendigkeit von möglichen Schutzmaßnahmen hin zu bewerten.

Um den Arbeitgeber in seiner Aufgabenwahrnehmung zu unterstützen gibt es ein vielfältiges und differenziertes Sortiment praxisbezogener Handlungsanleitungen. Anbieter sind beispielsweise die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), die Arbeitsschutzbehörden der Länder und die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung, aber auch zahlreiche gewerbliche Anbieter (Suchbegriff: "Gefährdungsbeurteilung").

Am wirkungsvollsten kann die Sicherheit und Gesundheit der Beschäftigten bei der Arbeit gewährleistet werden, wenn der Arbeits- und Gesundheitsschutz nachhaltig in die Strukturen und Abläufe eines Unternehmens eingebunden wird.

Arbeitsschutzmanagementsysteme (AMS) sind ein wirksames Instrument zur Verbesserung des Arbeitsschutzes. Ausführliche Informationen dazu finden Sie auf der Website der Europäischen Agentur für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit.

Nach dem Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit (Arbeitssicherheitsgesetz) ist der Arbeitgeber verpflichtet, nach bestimmten Maßgaben Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit zu bestellen. Diese haben die Aufgabe, ihn beim Arbeits- und Gesundheitsschutz und bei der Unfallverhütung in seinem Betrieb zu unterstützen. Bei der Anwendung ihrer Fachkunde sind sie weisungsfrei und dürfen wegen der Erfüllung ihrer Aufgaben nicht benachteiligt werden.

Das Arbeitssicherheitsgesetz wird durch Unfallverhütungsvorschriften der Träger der gesetzlichen Unfallversicherung (www.dguv.de; www.lsv.de) konkretisiert.

Auf Initiative des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales haben die gewerblichen Berufsgenossenschaften eine Gesamtreform zur betriebsärztlichen und sicherheitstechnischen Betreuung erarbeitet. Deren Teilreform "Kleinbetriebsbetreuung" ist abgeschlossen: Seit Januar 2005 ist sukzessive die reformierte Unfallverhütungsvorschrift "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" als BGV A2 in Kraft getreten, die die Unfallverhütungsvorschriften "Fachkräfte für Arbeitssicherheit" (BGV A6) und "Betriebsärzte" (BGV A7) ersetzt hat. Für Kleinstbetriebe mit bis zu 10 Beschäftigten führte die BGV A2 ein einsatzzeitenfreies Regelbetreuungsmodell ein: Dieses besteht aus einer in bestimmten Intervallen statt findenden Grundbetreuung und der Inanspruchnahme bedarfsgerechter anlassbezogener Betreuung. Unternehmern von Betrieben mit bis zu 50 Beschäftigten bekamen die alternative Möglichkeit, das betriebsärztliche bzw. sicherheitstechnische Unternehmermodell zu wählen.

Bei diesem Modell absolviert der Unternehmer Motivations- und Informationsmaßnahmen. Diese befähigen ihn grundsätzlich dazu, Aufgaben des betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutzes selbst wahrzunehmen. Darüber hinaus ist er bei besonderen Anlässen zur Inanspruchnahme betriebsärztlicher und sicherheitstechnischer Betreuung verpflichtet.

Reformierte Unfallverhütungsvorschriften "Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit" jetzt auch für größere Betriebe

Am 1. Januar 2011 trat die DGUV Vorschrift 2 in Kraft. Sie löste die BGV A2 ab. Durch die Aufteilung in Grundbetreuung mit Einsatzzeiten und betriebsspezifische Betreuung ohne Einsatzzeiten schaffen die reformierten Unfallverhütungsvorschriften nun auch für größere Betriebe mehr Flexibilität, die betriebsärztliche und sicherheitstechnische Regelbetreuung auf den konkreten betrieblichen Bedarf auszurichten und konkretisieren das Arbeitssicherheitsgesetz zeitgemäß. Die Unfallverhütungsvorschriften der Unfallkassen wurden bei diesem Reformschritt einbezogen.

Bauarbeiter mit Gehörschutz und Schutzbrille auf einer Baustelle.

Ar­beits­schutz

Arbeitsschutz und Prävention sind wichtige Arbeitsschwerpunkte im Bundesministerium für Arbeit und Soziales.